Araber

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Araber, Sammelbegriff aller Sprecher des Arabischen, die zu den semitischen Völkern gezählt, über 220 Millionen Personen umfassen und als „geteiltes Volk“ betrachtet werden. Der Begriff arabische Völker wird synonym verwendet. Beiwort ist arabisch.

Begriffsherkunft, Siedlungsgebiete

Der Terminus „Araber“ ist eng mit der arabischen Sprache verbunden, und die arabischen Völker siedeln vor allem heute in Südwestasien und in Nordafrika. Die Mehrheit von ihnen sieht sich als überregionale Sprach- und Kulturnation. In der realen Praxis aber sind sie vor allem loyale Staatsangehörige ihrer Staaten und deshalb in erster Linie Ägypter, Syrer, Libyer, Mauretanier, Marokkaner, Iraker, Jordanier oder Palästinenser. Ihre Sprache zerfällt in zahlreiche Dialekte, die untereinander kaum verständlich sind. Darum dient ihnen das altertümliche „Koranarabische“ als Hochsprache. Eine Mittelstellung nimmt der Kairoer Dialekt ein, der von den meisten Arabern verstanden wird.

Ursprünglich waren die Araber die Bewohner der arabischen Halbinsel. Dort lebten sie teilweise nomadisch, teilweise waren sie Oasenbauern. Seit dem 7. Jahrhundert waren arabische Stämme als Eroberer aktiv und errichteten das arabische Weltreich im Namen des Islam. Europa entging einer arabischen Eroberung, da die Araber durch Karl Martell geschlagen wurden. Nur in Spanien konnten sich die „Mauren“ jahrhundertelang festsetzen.

Arabisches Weltreich, Eroberung durch das Osmanische Reich

Araber islamisierten und assimilierten in der Regel die unterworfenen Völker. Doch im Hochmittelalter galt die arabische Nationalkultur als führend, da sie es verstand, arabische und vorarabische Elemente zu vereinen. In der Zeit der Kreuzzüge kämpften Araber und Türken im Islam vereint gegen die „Franken“ und ihrer Heere.

Im 13. Jh. löschten die Mongolen das Kalifat von Bagdad aus und die Ostaraber gehörten nun zum mongolischen Weltreich. Der arabische Maghreb (Westen) verselbstständigte sich unter einheimischen Dynastien. Religiös sind sie im Wesentlichen in zwei Glaubensrichtungen gespalten (Sunniten und Schiiten).

15./16. Jh. wurden die arabischen Völker vom Osmanischen Reich unterworfen und der türkische Sultan begründete das osmanische Kalifat.

Erster Weltkrieg

Während des Ersten Weltkrieges wurde durch britische Einflussnahme bei den arabischen Völkern die großarabische Idee erweckt. Die Araber sollte die damalige Entente im Kampfe gegen das Osmanische Reich helfen, stattdessen würden sich Briten und Franzosen dafür einsetzen, dass ein alle Araber umfassender Nationalstaat errichtet wird. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde das arabische Gebiet geteilt und zwischen Großbritannien und Frankreich verwaltet.

Der Maghreb war seit Jahrzehnten bereits französisch und in Ägypten herrschte ein von Großbritannien beeinflusster Herrscher. So wurden im arabischen Kernland die Reiche Syrien, Libanon, Jordanien und Irak errichtet. Saudi-Arabien stellte auf der eigentlichen Halbinsel und in Jordanien sowie im Irak die Herrscherdynastie.

Situation heute

Im Laufe des 20. Jh.s wurden arabischsprachige Nationalstaaten errichtet, die seit 1945 lose in der Arabischen Liga zusammengeschlossen sind. Einigungsversuche zwischen Ägypten, Syrien und dem Irak (Vereinigte Arabische Republik) scheiterten bereits 1972. Zuvor hatte es in den 1960er Jahren Versuche gegeben, Ägypten, Syrien und Nordjemen in einem „Großarabien“ zu vereinen.

Siehe auch

Literatur


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