Arabische Völker

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Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Empfehlungen des Dudens.

Arabische Völker pl. [aˈʀaːbɪʃə ˈfœlkɐ] (arab. الشعوب العربية) oder vereinfacht Araber pl. [ˈaːʀabɐ, ˈaʀabɐ, aˈʀaːbɐ] (arab. عربالعربي), ethnologisch-linguistischer Sammel- und Oberbegriff aller Sprecher der arabischen Hochsprache und/oder eines arabischen Dialektes, die zu den semitischen Völkern gehören und die sich im Zeichen des arabischen Nationalismus als geteiltes Volk betrachten. Beiwort ist arabisch.

Etymologie, Große, Sprache, Siedlungsgebiete

Die Begriffe arabische Völker und Araber leiten sich von der semitischen Sprache Arabisch ab. Ursprünglich stammen die arabischen Völker von der Arabischen Halbinsel, wo sie teils nomadisch, teils als Oasenbauern lebten.
Das Stammwort ʿarab könnte ursprünglich Nomade bedeutet haben. Sie machen etwa 220 Mio. Menschen aus, die v. a. im heutigen Südwestasien (Arabische Halbinsel, Palästina und Sinai) und in Nordafrika siedeln.

Die meisten Araber sehen sich heute de iure noch als überstaatliche Sprach- und Kulturnation, de facto sind sie aber loyale Staatsbürger ihrer jeweiligen Heimatstaaten und damit in erster Linie Ägypter, Syrer, Libyer, Mauretanier, Marokkaner, Iraker, Jordanier oder Palästinenser.
Das Arabische zerfällt in zahlreiche Dialekte, die untereinander und überregional kaum bis gar nicht zur mündlichen oder schriftlichen Kommunikation zu verwenden sind, obgleich es, wie auch viele andere Sprachen, seine diversen Dialekte in einem Dialektkontinuum zusammenfasst.

Als überregionale Hoch- und Schriftsprache dient ihnen das Koranarabische, indes in der arabischen Welt der Kairoer Stadtdialekt unter den meisten arabischen Dialekten eine Sonderstellung einnimmt: Infolge der ägyptischen Filmindustrie wird das Kairoer Arabisch inzwischen von den meisten Arabern verstanden.

Arabisches Weltreich, Eroberung durch das Osmanische Reich

Seit dem frühen 7. Jh. an waren die arabischen Volksstämme auch als Eroberer aktiv und errichteten unter Mohammed das arabische Weltreich, das auf seinem Zenit von der Arabischen Halbinsel im Norden und Nordosten bis zum Kaukasus, Persien und dem südlichen Zentralasien, und im Westen über Ägypten und Marokko bis nach Spanien reichte. Ihren Eroberungszügen einher ging auch die Verbreitung der mohammedanischen Glaubenslehre (arab. إسلام /islām/) und erst der Franke Karl Martell gelang es, ihren Expansionszug im späteren Frankreich zu stoppen und die Araber bis an die Pyrenäengrenze zurück zu drängen. Die iberische Halbinsel geriet damit für die nächsten Jahrhunderte unter die Herrschaft der Mauren.

Den Arabern gelang es, die von ihnen unterworfenen, und zum Teil christlich-orthodoxen, Gebiete schnell zu islamisieren und die Bevölkerung zu assimilieren. So kämpften denn auch zur Zeit der Kreuzzüge in den arabischen Heeren nicht nur Araber, sondern auch zahlreiche türkstämmige Sklaven, die rasch zu einflussreichen Posten kamen und im Mittleren Osten bspw. die Mamelukenherrschaft begründeten. Doch im Hochmittelalter galt die arabische Nationalkultur auch im christlichen Abendland als führend, da es die arabischen Völker verstanden, arabische und vorarabische Elemente zu verbinden und alte Wissenschaften wieder zu beleben.

Infolge von Erbstreitigkeiten zerfiel das mohammedanische Glaubensbekenntnis in diverse Sekten, die sich heute drei großen Gruppen zuordnen lassen:

Im 13. Jh. löschten mongolische Horden das bedeutende arabische Kalifat von Bagdad (1258) aus und die arabischen Völker des Nahen und Mittleren Ostens gehörten nun zum Mongolischen Weltreich, wo sie Vasallen des Ilchanates wurden. Dadurch, dass das alle einigende Band des Kalifats weggefallen war, verselbstständigten sich nun der arabische Maghreb unter autochthonen Dynastien und entfernten sich auch sprachlich immer weiter von den ursprünglich verwandten Stämmen des Ostens.

Im 15./16. Jh. wurden die arabischen Völker vom türkisch-persisch geprägten Osmanenreich unterworfen, deren Sultan dann das mohammedanische Kalifat wiederbegründete und der sich selbst als Kalif als religiöses Oberhaupt aller Mohammedaner auffasste und in dessen Namen gebetet wurde.

I. Weltkrieg

Im I. Weltkrieg entdeckten Großbritannien und Frankreich die arabische Frage für sich, und v. a. den Engländern gelang es, bei den arabischen Völkern auf der Arabischen Halbinsel und in Transjordanien die großarabische Idee zu verbreiten, an deren Ende ein Großarabien entstehen sollte. Dieses sollte zudem alle arabisch besiedelten und arabisch geprägten Gebiete bis Französisch-Nordafrika umfassen.
Großbritannien erklärte sich bereit, dabei mitzuhelfen, dass die arabischen Völker einen nach sprachlich-ethnischen Kriterien definierten Nationalstaat aus der Erbmasse des zu zerschlagenen Osmanenreiches erhalten würden. 1918 zeigte sich, dass die britischen Versprechungen allesamt Makulatur waren: Frankreich und das englische Königreich zerteilten das arabische Sprach- und Siedlungsgebiet des Nahen und Mittleren Osten auf dem Reißbrett und anstelle eines einheitlichen Nationalstaates errichtete die europäischen Mächte verschiedene Königreiche, die allesamt dynastisch miteinander verwandt waren.

Syrien und der Libanon waren nun frz. Mandatsgebiete, der Irak, Kuwait und Transjordanien britische.
Der arabische Maghreb war bereits seit einigen Jahrzehnten französisch und im Ägypten einschließlich des Sudans herrschte ein englandfreundlicher Despot.

Situation heute

Mitte des 20. Jh.s wurden nach und nach die arabischsprachigen Staaten begründet, die alle nationalstaatlich aufgebaut waren, und die sich 1945 lose in der Arabischen Liga organisierten. Einigungsversuche vonseiten Ägyptens, Syriens und des Iraks (Vereinigte Arabische Republik) scheiterten bereits wieder 1972. Zuvor hatte es bereits im Zeichen des von Gamal Abdel Nasser konzipierten arabischen Nationalismus in den 1960er Jahren Versuche gegeben, Ägypten, Syrien und den Nordjemen in einem Großarabien zu vereinen.

Liste mit arabischen Völkern

Mesopetanische Araber und Araber der syrischen Wüste
  1. Irakis
  2. Jordanier
  3. Kuwaitis
  4. Libanesen
  5. Palästineser
  6. Syrer

Hinzu kommen noch die arabischen Minderheiten im Iran und der Türkei

Araber der Arabischen Halbinsel
  1. Oman-Araber
  2. Araber in den Vereinigten Arabischen Emirate
  3. Bahrainis
  4. Katarer
  5. Jemeniten
  6. Saudis
Araber des Anglo-Sudan
  1. Araber in Dschibuti
  2. Arabo-Ägypter
  3. Abessinien-Araber
  4. Sudan-Araber
  5. Somalien-Araber
Araber des Magheb
  1. Algerische Araber
  2. Libysche Araber
  3. Marokkanische Araber
  4. Mauretanische Araber/Mauren
  5. Tunesische Araber

Siehe auch

Literatur


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