Arbeiterpartei

Arbeiterpartei, politische Partei des linken oder rechten Lagers, die sich laut ihrem Parteiprogramm verpflichtet sieht, die sozial-politischen Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten. Vor allem die marxistisch orientierten Parteien werden als politischer Teil der Arbeiterbewegung betrachtet.

Entstehungsgeschichte

Der Terminus der „Arbeiterpartei“ ist eng mit dem Vormärz 1848 verbunden, als sich im Deutschen Bunde erstmals Arbeiter aufgrund ihrer Sozial- und Arbeitsbedingungen in sozial-politischen Bewegungen, den Arbeitervereinen, zusammenschlossen und sich vom etablierten liberalen Bürgertum distanzierten. Derweil der deutschen Revolution von 1848/49 schlossen sich die Arbeitervereine zu größeren politischen Gruppierungen zusammen, von denen der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein am bekanntesten ist, da er eine der Vorläuferorganisationen der heutigen SPD darstellt.

Alle Arbeiterparteien deklarieren für sich, dass sie in der ersten Linie für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit verbunden zu Lösung der sozialen Frage eintreten wollen. Die Arbeiterparteien (und Gewerkschaften) des linken Spektrums sind seit 1889 in der Sozialistischen Internationalen vereinigt. Teile der Arbeiterparteien radikalisierten sich und schlossen nun auch nicht den politischen Umsturz nicht mehr aus, der nur durch Revolution erreicht werden könne.

Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden auch in der völkisch-rechtsnationalen Arbeiterbewegung politische Gruppierungen, die unter anderem den Deutschsozialismus (eine Form des nationalen Sozialismus) vertraten und die unter dem Namen völkische Linke auftraten. Zu diesen traten etwas später die „sozialistischen Rechten“, die ähnlich wie die völkische Linke argumentierten, politisch aber mehr „national“ ausgerichtet waren. In Österreich-Ungarn entstand 1903  nachmaligen Sudetenlande die Deutsche Arbeiterpartei, die sich als nationalsozialistisch definierte. Diese ward während des Ersten Weltkrieges Vorläuferorganisation der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, die noch 1918 in zwei nationale Strömungen zerfiel und Namensgeber der späteren NSDAP wurde.

1917 spaltete sich der linksradikale Flügel der SPD unter dem Namen Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands ab und schloss sich nach dem Weltkriege mit anderen extremen Gruppierungen zur Kommunistischen Partei Deutschlands zusammen.

Nach dem Zweiten Weltkriege werden unter dem Terminus „Arbeiterpartei“ nur noch marxistische Parteien verstanden, die sich selbst als sozialdemokratisch, sozialistisch oder kommunistisch definieren; Parteien der politischen Rechten werden darunter nicht verstanden, da ihnen der große Rückhalt der Arbeiterbewegung abgesprochen wird.

Siehe auch


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