Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937

Deutschland in den Grenzen von 1937
Deutsches Reich in den Grenzen von 1937
Flag of Germany (3-2 aspect ratio).svg


Hauptstadt Berlin (aufgeteilt in 4 Sektoren)
Gliederung Besatzungszonen
Weitere Informationen
Fläche 470 713 qkm[1][2]
Währung Reichsmark = 100 Reichspfennig
Europa (1937).png
Europa in den Grenzen von 1937
Germany occupation zones with border.jpg
Die Besatzungszonen in Deutschland

Deutschland in den Grenzen vom 31. Dezember 1937, politisch motivierter Terminus zur Bezeichnung des von den Alliierten des Zweiten Weltkrieges anerkannten Gebiets- und Personenstandes des Deutschen Reiches zum Jahresende 1937. Die Begriffe Deutschland in den Grenzen von 1937, Deutsches Reich in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 und Altreich werden synonym verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Alliierte Deutschlanddefinition

Der Terminus „Germany in the borders from the 31st of December, 1937“ ward Mitte der 1940er Jahren von der gegen das Deutsche Reich verbündete Kriegsallianz (USA, Großbritannien und UdSSR) festgelegt:

„Deutschland wird innerhalb seiner Grenzen, wie sie am 31. Dezember 1937 bestanden, zum Zwecke der Besetzung in drei Zonen eingeteilt, von denen je eine der drei Mächte zugewiesen wird, und ein besonderes Berliner Gebiet, das der gemeinsamen Besatzungshoheit der drei Mächte unterworfen wird.“

Londoner Protokoll vom 12. September 1944

Ihre Regierungen einigten sich darauf, dass aus ihrer Sicht alle deutschen Gebietserwerbungen (ab März 1938) völkerrechtswidrig seien und dass das zukünftige deutsche Staatsgebiet nur noch das Territorium des „Altreiches“ umfasse. Allein den am 31. Dezember 1937 in Kraft getretenen deutsch-niederländischen Grenzvertrag erkannten sie als letzte legitime Gebietserweiterung des Reiches an.

Zwecks gemeinsamer Militärverwaltung wurde von den vier Mächten beschlossen, dieses Gebiet in Besatzungszonen einzuteilen.

Die vier Mächte einigten sich bei der Bildung ihrer Besatzungszonen darauf, dass „Grenzen der Länder und Provinzen innerhalb Deutschlands, auf die in den vorstehenden Beschreibungen der Zonen verwiesen wurde“ diejenigen sind, „die nach Inkrafttreten der Verordnung vom 25. Juni 1941 (veröffentlicht im Reichsgesetzblatt Teil I Nr. 72 vom 3. Juli 1941) bestanden haben[3].“

Deutsche Frage

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht galt der Zweite Weltkrieg de facto als beendet. Das Territorium des deutschen Nationalstaates ward von den vier Mächten okkupiert und in Besatzungszonen eingeteilt.

Nach der Etablierung der Bundesrepublik Deutschland ward in der Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland festgelegt, dass das deutsche Volk aufgefordert bliebe, in „freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“, was mit der Restauration des Deutschen Reiches überein kam. (→ Deutsche Wiedervereinigung)

Was unter „Deutschland“ nämlich gemeint war, definierte Artikel 116 des Grundgesetzes: Dort wird bis heute sowohl der Geltungsbereich der Termini Deutscher und des Staatsangehörigen festlegt und Deutschlands Außengrenze auf die des Altreiches festgelegt, was auch der alliierten Deutschlanddefinition entsprach.

Durch den Artikel 116 GG ward auch der Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik Deutschland für Gesamtdeutschland definiert. Dass hieß, dass die Bundesrepublik de jure das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 völkerrechtlich nach außen vertrat.

Währenddessen sahen die damalige DDR und die meisten Staaten der Welt dieses de facto als untergegangen und als historisches Völkerrechtssubjekt an. Mit der staatlichen Vereinigung beider Teilstaaten wurde der Anspruch vonseiten des vereinten Deutschlands aufgegeben.

Siehe auch

Weblinks

Fußnoten

  1. Der Neue Brockhaus (1938), Band 1, Eintrag „Deutsches Reich“, S. 5.
  2. Das „Dr. Gablers Wirtschafts-Lexikon, II. Band C–G“, gibt als Fläche 470 700 qkm an, derweil „First German Readers: A Beginner's Dual-Language Book“ 470 000  und Rudolf Seyffert in seinem Buch „Wirtschaftslehre des Handels“ 470 440 qkm angeben.
  3. Dieter Blumenwitz: Denk ich an Deutschland, Dokumentenband, S. 16


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