Deutschvölkische Freiheitspartei

Aus Deutsche Geschichte
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Deutschvölkische Freiheitspartei
Gründungsdatum 16. Dezember 1922
Parteiform Rechtspartei
Ausrichtung deutschvölkisch
rassenantisemitisch
antidemokratisch
antimarxistisch
Parteivorsitzender Albrecht von Grafe
(1922–1928)
Reinhold Wulle
(1928–1933)
Trägerverein deutschvölkische Arbeitsgemeinschaft
deutschvölkische Freiheitsbewegung
Aufgelöst seit

14. Juli 1933

Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP), Name einer rechtsextremen, völkischen Rechtspartei zur Zeit der Weimarer Republik. Die Partei wurde unter Albrecht von Graefe als Abspaltung der Deutschnationalen Volkspartei gegründet und ging aus der im Jahre 1922 gegründeten deutschvölkischen Arbeitsgemeinschaft hervor.

Die Entstehungsgeschichte der Deutschvölkischen Freiheitspartei ist eng mit dem Richtungsstreit der Deutschnationalen Volkspartei verbunden: Im Herbst 1921 beschlossen Teile der damals noch als gemäßigt rechts agierenden Partei, dass zukünftig nur noch Mitglied werden könne, der „deutschblütig“ sei und forcierten damit den Ausschluss der wenigen der Partei angehörenden Juden. (→ Arierparagraph)

Die im September 1922 gegründete „deutschvölkische Arbeitsgemeinschaft“ ward überwiegend durch Ex-Mitglieder dem im gleichen Jahr verbotenen deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes gebildet. Der Name Deutschvölkische Freiheitsbewegung wird synonym verwendet.

Kooperation mit der NSDAP und Teilnahme am Hitler-Putsch

Seit 1923 bestanden enge politisch-ideologische Beziehungen mit der in München beheimateten NSDAP, mit der auch Kooperationen abgeschlossen wurden: Der Einflussbereich der Nationalsozialisten solle Süddeutschland, der der Deutschvölkischen Nord- und Mitteldeutschland umfassen. Zudem bestanden enge Kontakte zur „Schwarzen Reichswehr“, da der ehemalige Freikorpsführer Gerhard Roßbach der DVFP angehörte. Mitglieder dieser Partei nahmen auch am 8./9. November 1923 am missglückten Hitler-Putsch teil, was ein kurzfristiges Parteiverbot nach sich zog.

Zeit bis zum Parteiverbot

Bei den Reichstagswahlen 1924 erreichte die Deutschvölkische Freiheitspartei 6,5 Prozent der Gesamtstimmen, da sie aufgrund einer gemeinsamen Liste mit der Nationalsozialistischen Freiheitspartei auch in Süddeutschland agieren konnte. Dadurch konnten 32 Sitze im Berliner Reichstag erworben werden und Ernst Röhm, Erich Ludendorff, Theodor Fritsch, Wilhelm Frick und Gottfried Feder mit anderen Nationalsozialisten und Deutschvölkischen eine gemeinsame Fraktion bilden.

Zuvor war die DFVP als Teil des Völkischen Blocks in Bayern in den dortigen Landtag eingezogen, indem sie 17,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Nach der Wiederzulassung der NSDAP als politische Partei (Februar 1925) gab die DVFP ihren offiziellen Parteistatus auf und agierte nun unter dem Namen Deutschvölkische Freiheitsbewegung, der die Zugehörigkeit zur NSDAP-dominierten deutschvölkischen Bewegung verdeutlichen sollte.

Nach und nach verlor die Partei zusehends an politischer Bedeutung, da immer mehr ihrer Mitglieder zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei abwanderten. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung (30. Januar 1933) ward sie über das „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ verboten und aufgelöst.

Siehe auch

Literatur


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