Dialekt

Aus Deutsche Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche


Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Vorgaben des Dudens.

Dialekt [diaˈlɛkt] (Sg.); ~e [diaˈlɛktə] (Pl.), Substantiv, maskulin im Singular, feminin im Plural. Sprachwissenschaftlich eine Gruppierung von Sprachen, die untereinander gewisse sprachliche Gemeinsamkeiten aufweisen und die sich als verwandt betrachten. Zudem rechnen sich diese selbst einer ihnen übergeordneten Dach- oder Kultursprache zu. Das heißt, dass ein Dialekt die regionale Variante einer Sprache darstellt. Beiwort ist dialektal.

Synonyme

Etynonym, Anwendung

Der Begriff Dialekt stammt von gr. Wort διάλεχτος /diálektos/ ab, was Ausdrucksweise, Unterhaltung oder auch miteinander reden bedeutete. Über das lat. dialectos gelangte der Begriff auch ins Deutsche.

Bereits im Mittelalter erhielt das Wort Dialekt die Bedeutung von Umgangssprache und wird heute auf eine besondere oder regionale Variante der gesprochenen und geschriebenen Sprache innerhalb einer Standard- oder Nationalsprache bezogen.

Unterschied und Verhältnis des Dialektes zur übergeordneten Standardsprache

Die Unterschiede eines Dialektes zu seiner Dach- bzw. zu seiner Standardsprache erstrecken sich über alle Ebenen wie Syntax, Lautebene, Phonologie oder Lexik. Vor allem bestehen deutliche Unterschiede in Aussprache und Wortschatz.
Vielfach ist der Status zwischen Dialekt und eigenständiger Sprache zwischen zwei gleichberechtigten Sprachen innerhalb dieser umstritten: So wird vielfach die kleinere von beiden Sprachen als bloßer Dialekt der größeren Sprache angesehen. Als Begründung wird vielfach die sehr enge Sprachverwandtschaft zwischen beiden angeführt. Das betrifft v. a. die romanischen, germanischen und slawischen Sprachen Europas. Daher wurde bspw. das Niederländische von den meisten Deutschen verallgemeinert als „verwildertes Deutsch“ bzw. als ein inzwischen verselbstständigter deutscher Dialekt angesehen. Aber auch das Letzeburgische, d. h. die Nationalsprache der Deutschluxemburger, gilt sprachwissenschaftlich als westmitteldeutscher Dialekt und wird als Idiom des Moselfränkischen angesehen.

Ein ähnlich verwirrendes Verhältnis herrscht auch unter den slawischen Sprachen Makedonisch und Bulgarisch bzw. zwischen Kaschubisch und Polnisch: Letztere vereinnahmen jeweils aufgrund der extrem nahen sprachlichen Verwandtschaft die wesentlich kleineren Sprachen als besondere Dialekte ihrer eigenen Sprache.

Es gibt aber auch umgekehrte Fälle, in denen sich Sprecher einer als Einzelsprache anerkannten Sprachform als Dialektsprecher einer größeren verwandten Gruppe ansehen: So bspw. die Wallonen Belgiens, die ein dem Französischen eng verwandtes Idiom sprechen, aber deren mündliche wie schriftliche Kommunikation mit Franzosen aufgrund des großen Abstandes zwischen beiden Sprachen kaum noch möglich ist. Dennoch fassen die Wallonen ihre Muttersprache, das Wallonische, weiterhin als puren Dialekt des Französischen auf, indes die Franzosen ihnen innerhalb des französischen Sprachgebietes den Rang einer romanischen Ausbausprache zuerkennen.

Lage heute

In vielen Teilen der Welt ist der reine Dialekt auf dem Rückmarsch und im Begriff auszusterben. Dialektsprecher schämen sich teilweise ihrer Sprache, die vielfach als rückständig gilt. So sei bspw. Dialekt falsche bzw. verfälschte Hochsprache.

Im heutigen Leben nimmt die standardisierte Hochsprache einen großen Platz in der gesprochenen Sprache ein. Untereinander wird vielfach eine Umgangs- oder Ausgleichssprache gesprochen, die sich eng an der Hochsprache orientiert, lautlich vom regionalen Dialekt beeinflusst ist und die gewisse Wörter und Redewendungen aus dem Dialekt aufgenommen hat. Reine Dialekte werden heute fast nur noch ausschließlich von älteren Menschen gesprochen.
Innerhalb des deutschen Sprachgebietes herrscht in der Schweizer Eidgenossenschaft hauptsächlich der Dialekt vor. Die Hochsprache wird nur zur Kommunikation mit Anderssprachigen oder mit Angehörigen aus dem deutschen Sprachraum benutzt, die nicht des dortigen Dialektes mächtig sind.

Siehe auch

Literatur

Fußnoten


Info Sign.svg Hinweis: Dieser Artikel ist im Deutsche-Geschichte-Wiki entstanden. Der Inhalt dieser Seite ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert und darf entsprechend unter den dort genannten Bedingungen weiterverwendet werden.