Eindeutschung

Aus Deutsche Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche

Eindeutschung, politisch-ideologischer Terminus aus der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Bezeichnungen Re-Germanisierung, Rückdeutschung und Wiedereindeutschung werden synonym verwendet.

Definition

Der Terminus „Eindeutschung“ als solcher war ein wesentlicher Begriff der nationalsozialistischen Amtssprache für die Maßnahmen zur Feststellung der Volkszugehörigkeit und die Festlegung der Staatsangehörigkeit. Diese wurde unter verschiedenen Gesichtspunkten und Stufungen festgestellt:

  1. Deutsche, die beispielsweise nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Staatsangehörige anderer oder neu gebildeter Staaten wurden.
  2. Fremdvölker, die nach Auffassung der nationalsozialistischen Rassenlehre für das deutsche Volk einen „rassisch wertvollen Bevölkerungszuwachs“ bedeuteten.

Geschichte

Die ersten Maßnahmen der Eindeutschungspolitik des NS-Regimes wurden im Oktober 1939 im deutschen Bereich des ehemaligen Polens, namentlich in den neu errichteten Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland sowie im angegliederten und erweiterten Ostoberschlesien durchgeführt. Für diese Gebiete war für die betroffene Bevölkerung eine pauschale Erteilung der deutschen Staatsangehörigkeit nicht vorgesehen worden. Vielmehr wurde diese einschließlich der Volksdeutschen ein einem entwürdigen Einteilungssystem einem Eindeutschungsverfahren unterzogen.

Grundsätzlich musste bei der deutschen Minderheit ein „völkischer Abstammungsnachweis“ vorgelegt werden, der bei zur Entscheidung auf Erteilung der deutschen Staatsangehörigkeit berücksichtigt wurde. Das heißt, der „Kandidat auf die deutsche Staatsangehörigkeit“ musste seine Deutsch- oder Polnischstämmigkeit sowie seine politische Vergangenheit nachweisen.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde dieses System weiter ausgebaut, um nun große Bevölkerungsteile erfassen zu können. So wurden am 4. März 1941 die letztgültigen Bestimmungen der deutschen Volkslisten bekannt gegeben, bei denen Heinrich Himmler federführend war. Nach diesen „Volkslisten“ wurden die Volks- und Staatsangehörigkeit in vier Stufen mit unterschiedlichen Rechten eingeteilt.

Bis zur bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht waren rund 2,75 Millionen Personen in diesen Volkslisten erfasst worden.

Siehe auch

Literatur


Info Sign.svg Hinweis: Dieser Artikel ist im Deutsche-Geschichte-Wiki entstanden. Der Inhalt dieser Seite ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert und darf entsprechend unter den dort genannten Bedingungen weiterverwendet werden.