Führer und Reichskanzler

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Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Vorgaben des Dudens.

Führer und Reichskanzler, seit dem 1. Aug. 1934 offizielle Amtsbezeichnung Adolf Hitlers. Ab 1939 lautete dessen Amtsbezeichnung Der Führer, derweil die persönliche Anrede „mein Führer“ lautete.

Gehalt

Anfänglich bezog Hitler als Reichskanzler ein Jahresgehalt von RM 47 200, dass sich aus seinen Bezügen von RM 29 200 plus RM 18 000 für Aufwandsentschädigungen zusammensetzte[1][2]. Um propagandistisch als „einfacher Soldat“ bzw. als einer aus dem einfachen Volk zu erscheinen, verzichtete der inzwischen mehrfache Millionär Hitler auf sein Kanzlergehalt, um es den „bedürftigen Volksgenossen“ zu spenden. Hitler könne, so ließ dieser verbreiten, als Schriftsteller gut von seinem Einkommen leben[2] . (Was jedoch verschwiegen wurde, war die Tatsache, dass Hitler als alleiniger Gesellschafter des NSDAP-Zentralverlages, der auch Hitlers Buch Mein Kampf verlegte, bereits 1933 mehrfacher Millionär war. Hitler verdiente pro verkauftes Buch (Verkaufspreis RM 12,--) exakt RM 2,-- oder 20 Prozent[3], was für damalige Verhältnisse ein äußerst hoher Anteil war.)

Nach dem Tode Hindenburgs verfügte Hitler, dass ihm ab sofort das Kanzlergehalt ausgezahlt werde, und er erhob nun auch Anspruch auf das Gehalt des Reichspräsidenten, dass er auf RM 37 800 ansetzte und auf das er zusätzlich noch RM 120 000 Aufwandsentschädigungen veranschlagte[1]. Damit stieg Hitlers Jahreseinkommen auf insgesamt über RM 205 000. (Nach anderen Quellen verdiente Hitler als Führer und Reichskanzler etwas über RM 70 000, sodass ersichtlich wird, dass Hitlers wahre Einkünfte nicht leicht zu ermitteln sind.)

Führer und Reichskanzler

Der Begriff „Führer und Reichskanzler“ ist eng mit der Ämterzusammenlegung Hitlers mit seiner Position als Führer der NSDAP verbunden, die die Einheit zwischen Staat und Partei versinnbildlichen sollte.

Bereits einem Tag nach dem Tod Hindenburgs trat das einen Tag zuvor beschlossene Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches in Kraft, dass bestimmte, dass im Falle des Todes des amtierenden Reichspräsidenten dessen Amt auf die Position des Reichskanzlers übertragen würde. Noch am 2. Aug. 1934 ließ Hitler die Reichswehr auf sich persönlich vereidigen.

In der Funktion als Führer und Reichskanzler konnte der Diktator nun vollends beginnen, das Deutsche Reich in einen nationalsozialistischen Einheitsstaat zu reorganisieren. Das bedeutete, dass alle Reichs- und Landesbeamten nicht mehr auf die weiterhin gültige Reichsverfassung, sondern allein auf die Person Hitlers vereidigt wurden.

Am 19. Aug. 1934 wurde im Reich eine Volksabstimmung abgehalten, mit dem das am 1. Aug. beschlossene Gesetz über das Staatsoberhaupt nach offiziellen Ergebnissen eine Zustimmung von 89,9 Prozent erhielt.

Der Führer

Anfang 1939 verfügte Hitler in einen seiner Führerbefehle, dass die bisherige Amtsbezeichnung Führer und Reichskanzler ab sofort in den Medien und im offiziellen Schriftverkehr durch die Bezeichnung Der Führer abgelöst werden sollte.

Zu Hitlers 55. Geburtstag erließ Martin Bormann am 20. April 1944 eine Parteiverfügung, die aussagte, dass die Bezeichnung Der Führer in Bezug auf die Person Hitlers national wie international zu einer festen Größe geworden sei. Dessen verfassungsrechtliche Stellung als Führer der NSDAP, Staatsoberhaupt und Regierungschef des Staates sowie als Oberbefehlshaber der Deutschen Wehrmacht könne nur mit dem Wort Führer umrissen werden.

Führer, Der, Adolf Hitler in seiner Stellung an der Spitze der N.S.D.A.P. und als Oberhaupt des Deutschen Reiches. Die Partei führt Hitler seit Juli 1921; zum Führer des Deutschen Reiches und Volkes wurde er auf Grund des Vertrauens, das ihm das deutsche Volk entgegenbringt, berufen. Nach dem Ges. über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom 1. August 1934 wurde das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers vereinigt und die gesamte Leitung des Staates auf Lebenszeit Adolf Hitler übertragen. Er führt die Amtsbezeichnung ,der Führer und Reichskanzler’. In dem Erlass v. 2. Aug. 1934 zum Vollzug des Ges. vom 1. Aug. 1934 hat Adolf Hitler ausdrücklich abgelehnt, den Titel eines Reichspräsidenten anzunehmen, der unzertrennlich mit dem Namen Hindenburgs verbunden sei. In der Reichstagsrede vom v. 7. März 1936 kennzeichnet Adolf Hitler seine Auffassung über seine Stellung, indem er ausspricht, daß er sich nie als Diktator seines Volks, sondern stets nur als F. und damit als Beauftragter des Volkes gefühlt habe. Das Deutsche Reich ist nach alledem ein Führerstaat (→ Führergrundsatz.) In der Person des Führers ist die Einheit von Partei, Staat und Volk verwirklicht.“

„Der Neue Brockhaus“ (1938), Zweiter Band F–K, Eintrag „Führer“ (S. 135)

Literatur

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 RP Online: Multimillionär Hitler", abgerufen am 24. Juli 2016.
  2. 2,0 2,1 DIE WELT Online: Adolf Hitler, Millionär., abgerufen am 24. Juli 2016.
  3. DIE WELT Online: Brauner Bestseller: „Mein Kampf“ brachte Hitler Millionen., abgerufen am 24. Juli 2016.


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