Führerstaat

Aus Deutsche Geschichte
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Führerstaat, politisch-ideologische Bezeichnung eines Staates, der streng nach der Person seines Staatsoberhauptes ausgerichtet ist und welches der sich durch diktatorische Vollmachten von demokratisch legitimierten Gesellschaftsformen unterscheidet. Die Begriffe Führerdiktatur und Unrechtsstaat werden synonym verwendet.

Definition

Deutsches Reich (ab 1933/34)

Der Terminus „Führerstaat“ ist heute eng mit dem Führer- und Gefolgschaftsprinzips der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verbunden. Das deutsche Staatswesen war seit der Einführung des Ermächtigungsgesetzes strikt nach dem nationalsozialistischen „Führerprinzip“ ausgerichtet, das bereits 1921 in der NSDAP eingeführt und ab 1925 weiter ausgebaut wurde.

Die deutsche Volksgemeinschaft gliederte sich nun zum einen in die „Gefolgschaft“, die sich zu „Treue und Gehorsam“ gegenüber dem „Führer und ReichskanzlerAdolf Hitler verpflichtete. Alle gesellschaftlichen, ökonomischen und militärischen Strukturen wurden nun nach dem „Führerprinzip“ ausgerichtet, das sowohl vertikal als auch horizontal gegliedert war: Es erstreckte sich auf Gesellschaft, Ökonomie, Polizei und Militär.

Nach 1945

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht ward es üblich, alle totalitären Staaten, die vor allem durch die Personenverehrung des — zumeist diktatorisch herrschenden — Staatsoberhauptes als „Führerstaaten“ zu titulieren. So fällt beispielsweise das kommunistische Nordkorea wegen seiner Gott-gleichen Verehrung der herrschenden Familiendynastie Kim darunter.

Siehe auch


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