Friesen

Friesen, Ethnonym eines kleinen westgermanischen Volkes, dass vor allem in den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland siedelt. Ihre Sprache, das Friesische, stellt weder einen niederländischen noch deutschen Dialekt dar; vielmehr handelt es sich hierbei um eine eigenständige germanische Sprache.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Größe

Die Friesen umfassen etwa 762.000 Personen. In den Niederlanden leben rund 750.000 (davon 360.000 in der Provinz Friesland), in Norddeutschland (Nordfriesland) und den Nordfriesischen Inseln etwa 10.000 sowie im oldenburgischen Saterland rund 2000. Die Friesen der Landschaft Osfriesland sind seit dem 15./16. Jahrhundert sprachlich im Niederdeutschen aufgegangen. (→ Entfriesung, Kulturfriesen, ostfriesisches Platt)

Geschichte

Das germanische Volk der Friesen wird schon in den römischen Aufzeichnungen erwähnt und siedelten bereits etwa in jenen Regionen Deutschlands, die sie heute inne haben.

Im Mittelalter waren sie ein seefahrendes Handelsvolk, dass in seiner Frühzeit auch zu Piraterie und Raubzügen neigte. Seit der Teilung des Fränkischen Reiches lebten sie als „deutscher Nebenstamm“ auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reiches und genossen dort Sonderrechte.

Seit dem 16. Jahrhundert waren die Friesen vonseiten der Niederländer und der Deutschen einem starken Assimilationsprozess unterworfen und ein großer Teil der Westfriesen ging sprachlich in den Niederländern auf. (→ Hollandisierung)

Die Ostfriesen gingen als Sprachfriesen fast gänzlich unter und hielten sich nur noch in unzugänglichen Saterland. Die Nordfriesen standen auch kurz vor der totalen Assimilation an das Niedersächsische, doch ist die Sprecherzahl der Sprachfriesen in Norddeutschland relativ stabil. (→ Friesischer Sprachwechsel)

Siehe auch

Literatur


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