Frontbann (SA-Ersatzorganisation)

Frontbann
Einheitsemblem Frontbann.jpg
Motto Wir wollen frei werden
Gründungsdatum Mai 1924
Standort München
Gliederung regional
Kommandeur(e) Ernst Röhm
Wolf-Heinrich von Helldorf
Truppenstärke über 30 000
Kommandosprache deutsch
Nationalitäten Deutsche
Weitere Informationen
Militärischer Verband in der Völkischen Bewegung
Erster Kommandeur Ernst Röhm (Mai 1924 – Mai 1925)
Aufgelöst seit

November 1925

Eingegliedert am

1925

Eingegliedert von

Sturmabteilung
Tannenbergbund

Frontbann, zwischen 1924 und 1925 Name einer Ersatzorganisation der verbotenen Sturmabteilung der NSDAP, deren Standort München war.

Inhaltsverzeichnis

Politische Ausrichtung

Der Frontbann war antisemitisch, antidemokratisch, sozialrevolutionär, antiliberal und antimarxistisch ausgerichtet. Er sah sich den Wehrverbänden innerhalb der völkischen Bewegung nahestehend und propagierte einen nationalen Sozialismus.

Schwerpunkt der Organisation war die nachmilitärische Ausbildung seiner Mitglieder. Dabei sollten in erster Linie „militärische Tugenden“ vertiefen; der Ausbildung an der Waffe galt als zweitrangig. In diesem Sinne sollte der „Wehrgedanke“ vertieft und ausgeprägt werden und der deutsche Nationalstaat von „feindlichen Elementen“ gesäubert werden.

Im April 1925 brach innerhalb des Frontbanns ein Richtungsstreit aus: Die „völkische Linke“ vertrat weiterhin die Ansicht, dass ein deutscher Sozialismus sozialrevolutionär zu sein habe, während die „völkische Rechte“ den Nationalsozialismus Hitlerscher Prägung vertrat.

Definition

Infolge des missglückten „Hitlerputsches“ wurden noch im November 1923 NSDAP und SA verboten. Für die Partei wurden zwei Ersatzorganisationen („Großdeutsche Volksgemeinschaft“ und „Nationalsozialistische Freiheitsbewegung Großdeutschlands“) gegründet.

Für den „militärischen Arm“ der nationalsozialistischen Bewegung wurde im Mai 1924 die Organisation Frontbann aufgestellt, in die Ernst Röhm zahlreiche Anhänger verbotener Wehrverbände und der SA integrierte.

Der Frontbann war nach rein militärischen Gesichtspunkten organisiert und noch im September 1924 konnte Röhm dem inhaftierten Adolf Hitler verkünden, dass seine Ersatzorganisation bereits über 30 000 Mann verfüge. Im ganzen Staatsgebiet der Weimarer Republik schlossen sich diverse Milizen und Paramilitärs zu „Frontbann-Einheiten“ zusammen, die jedoch im Rahmen dieser Organisation autonom agierten. So zählten sich die Altreichsflagge, Reichsadler und der Deutschvölkische Offiziersbund sowie die Freikorps Roßbach und Oberland zum Frontbann.

Infolge eines internen Richtungsstreites gab Ernst Röhm im Mai 1925 die Führung an Wolf-Heinrich von Helldorf ab. Nach der Wiederzulassung der NSDAP als Partei (Februar 1925) und der Neuaufstellung der SA als NS-Kampforganisation (November 1925) wurde der Frontbann aufgelöst und die Mehrheit seiner Mitglieder in die Sturmabteilung überführt. Ein kleiner Teil seiner Mitglieder ging im Tannenbergbund auf.

Siehe auch

Literatur


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