Territorialanspruch

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Territorialanspruch, staats- und völkerrechtlicher Terminus zur Bezeichnung der Einforderung eines Staates, einer politischen Partei oder politisch-sozialen Bewegung bzw. einer Volksgruppe, dass ein bestimmtes Gebiet außerhalb der eigenen Staatsgrenzen zum eigenen Staatsgebiet gehört, da dieses beispielsweise eine ethnisch oder sprachverwandte Grenzbevölkerung enthält. Die Begriffe Gebietsanspruch und Gebietsforderung werden synonym verwendet.

Der Terminus „Territorialanspruch“ ist eng mit der internationalen Anerkennung der Staatssouveränität und der bestehenden Grenzen verbunden. Er entsteht beispielsweise nach Kriegen durch willkürliche Grenzziehung durch die Kriegssieger und dem Bestehen der Gegenseite auf die historischen Grenzen (Grenzstreitigkeiten). Bis zur Kodifizierung der Haager Landkriegsordnung (1907) galt ein Eroberungsfeldzug als völlig legitimes Mittel der Territorialerweiterung und zur Durchsetzung seines Territorialanspruchs. Seit seiner Ächtung können souveräne Staaten ihre jeweiligen Staatsgrenzen nur noch vertraglich ändern, sofern diese Änderung durch das international zugesicherte Selbstbestimmungsrecht der Völker abgedeckt ist.

Die Durchsetzung territorialer Ansprüche gegenüber Nachbarstaaten kann heute durch Diplomatie und Grenzkriegen mit anschließender Annexion gelöst werden. Häufig werden Territorialansprüche mit historischen Grenzen, Stammes- und Volkszugehörigkeit begründet, um ökonomische Interessen bzw. um die Gewinnung neuer Rohstoffe für den eigenen Staat zu sichern. Besonders schwierig ist ein Territorialanspruch auf Gebiete und Regionen mit multiethnischer Bevölkerung in Gemengelage. Dieses war vor allem in den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre der Fall.

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