Großdeutsche Volksgemeinschaft

Großdeutsche Volksgemeinschaft
Gründungsdatum 30. Januar 1924
Sitz München
Parteiform Regional
Parteivorsitzender Rolf Eidhalt
Stellvertreter Alfred Rosenberg (1924)
Julius Streicher (1924–1925)
Hermann Esser (1924–1925)
Parteiorgan(e) Großdeutsche Zeitung
Aufgelöst seit

12. März 1925

Eingegliedert am

12. März 1925

Eingegliedert von

NSDAP

Rechtsnachfolger von

NSDAP

Großdeutsche Volksgemeinschaft (GVG), Name einer Ersatzorganisation, die nach dem Verbot der NSDAP gegründet wurde und 1924/25 bestand. Vorsitzender war ein gewisser Rolf Eidhalt. Parteiorgan war die Großdeutsche Zeitung.

Inhaltsverzeichnis

Politische Ausrichtung

Die GVG war ein radikaler Vertreter des von Adolf Hitler propagierte revolutionär-außerparlamentarischen Kurses des deutschen Nationalsozialismus. Sie agierte als national-bolschewistische Organisation innerhalb des völkischen Lagers. So wurde das 25-Punkte-Programm Hitlers auch auf die GVG angewandt, die sich nur als Bewegung des politischen Nationalsozialismus und nicht als politische Partei sah. Hauptziele der GVG waren der Aufbau der von der NSDAP begonnenen Organisation, Gewinnung neuer Mitglieder und vor allem die Freilassung Hitlers.

Innerhalb der Völkischen war die Tätigkeit der GVG umstritten. Mit dem Völkischen Block (VBI) und der Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP) stand die GVP in politischer Konkurrenz. Innerhalb der deutschvölkischen Bewegung (DVB) galt vor allem die „richtige“ Auslegung des nationalen Sozialismus: Sollte man innerhalb der DVB eher dem österreichischen oder eher dem deutschen folgen.

Gründung

Nach dem missglückten Hitlerputsch erhielt Alfred Rosenberg (nordische Bewegung) von Adolf Hitler den Auftrag, die NSDAP trotz Verbot weiterzuführen und auszubauen. Um nicht in das Blickfeld der bayrischen Justiz zu kommen, erfand Rosenberg die fiktive Person „Rolf Einhalt“, die die GVG als Vorsitzender führte. Dieses Anagramm (umgestellt bedeutete der Name Adolf Hitler) war jedoch unnötig. Unter der Leitung von Rosenberg, Hermann Esser und Julius Streicher, alles „Alte Kämpfer“, wurde am 30. Januar 1924 die GVG als politische Organisation zugelassen.

Wirkungskreis

Die GVG war vor allem in München und Nürnberg aktiv. Außerhalb Bayerns besaß die Partei unter den Antisemiten Thüringens eine große Anhängerschaft. In der GVG wurden sie durch Artur Dinter vertreten.

Am 9. Juli 1924 lösten Streicher und Esser den bisherigen Parteichef Rosenberg ab, nachdem Streicher und Georg Wiesenbacher in den bayrischen Landtag eingezogen waren. Dort schlossen sie sich der „völkischen Fraktion“ an, die beide jedoch bereits wieder im August 1924 im erbitterten Streit verließen.

Nachdem Adolf Hitler im Dezember 1924 vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, kam es am 27. Februar 1925 zur Aussöhnung zwischen Julius Strasser, Hermann Esser und Artur Dinger sowie der völkisch-orientierten Fraktion der GVG um Max Amann, Franz Xaver Schwarz und Philipp Bouhler.

Auflösung

Adolf Hitler war entschlossen, die radikale Großdeutsche Volksgemeinschaft zur Basis einer erneuerten NSDAP zu machen. Dem bewaffneten Umsturz hatte Hitler zwischenzeitlich entsagt und wollte auf parlamentarisch-demokratischen Weg die Macht erreichen. Am 12. März 1925 kam es zur offiziellen Auflösung der GVG und ihre Mitglieder gingen in der NSDAP auf.

Literatur

Weblinks


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