regnum Germaniae

Aus Deutsche Geschichte
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regnum Germaniae
Königreich Germanien
Gründungsdatum 10. Nov. 911
Staatsform Personenverbandsstaat
Ständestaat
Wahlmonarchie
Gliederung Herzogtümer
Grafschaften
Gaue
Staatsoberhaupt Liste der deutschen Könige
Einwohner ca. 4 Mio.
(911)
16 Mio.
(1300)
Amtssprache(n) Lateinisch
Weitere Sprachen deutsche Dialekte
niederländische Dialekte
friesische Dialekte
Romanisch
Slawisch
Weitere Informationen
Religion(en) römisch-katholisch
Fläche ca. 312 300 qkm
(911)
ca. 335 874 qkm
(925)
Aufgelöst seit

6. Aug. 1806

Rechtsnachfolger von

Ostfränkisches Reich

HRR 10Jh.jpg
Das Königreich Germanien (blau)
innerhalb des Römisch-Deutschen Reiches (um 1000)


Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Vorgaben des Dudens.

regnum Germaniae oder auch regnum Teutonicum (lat.; dt. Reich der Germanen, Reich der Deutschen), amtl. Eigenbezeichnung eines historischen mitteleuropäischen Reiches, das aus dem Ostfränkischen Reich hervorging und dessen Herrscher der jeweilige deutsche König war. Staatsrechtlich war dieses germanisch-geprägte Staatswesen ein Königreich, das vom 10. Nov. 911 bis zum 6. Aug. 1806 bestand.

Dieses Königreich Germanien, in der Folge „Königreich Deutschland“ genannt, bildete die Grundlage und das Herz des späteren Römisch-Deutschen Reiches. Seine Geschichte als souveränes deutsches Königreich begann mit der schrittweisen Annäherung der, einst von den Franken unterworfenen und bis 843 zum gesamtfränkischen Großreich gehörenden, germanischen Stämme an den sogenannten „Reichsstamm“ der Franken. Als Erbe der fränkischen Reichsteilungen konnte es in der Folge auch das romanischsprachige Reichsitalien erwerben.

936–1531 ließen sich insgesamt 31 Könige in Aachen krönen[1].

Synonyme

In der Geschichtswissenschaft wird das Königreich Germanien auch unter den Namen deutsches Königreich, deutsches Königtum, Königreich Deutschland, Königtum Deutschland und Königreich Germanien sowie als fränkisch-sächsisches Königreich und fränkisch-sächsisches Königtum behandelt.

Geografischer Umfang, Bevölkerung

Das Königreich Deutschland hatte eine Fläche von ca. 312 300 qkm, doch galten seine Grenzen als fließend. Unter Konrad I. galten folgende Grenzlinien:
Im Norden, gegen Dänemark, befand sich mit der Eiderlinie die damalige deutsch-dänische Grenze, indes die Ostgrenze durch die Linie Elbe-Saale-Böhmerwald-Enns gebildet wurde. Im Süden galten die Pässe der Tauern und die Dolomiten als natürliche Grenzen.

925 konnte das Königreich vom westlich benachbarten Westfränkischen Reich, mit dem es stammesgeschichtlich lange Zeit eng verbunden war, das zwischen beiden umstrittene Herzogtum Lothringen erwerben, sodass sich dessen Territorium auf etwa 335 874 qkm vergrößerte. Zudem unterstellten sich die slawischen Landschaften Böhmen und Mähren der deutschen Lehnherrschaft und wurden Reichsgebiet. Aus dem Ersteren ging später das gleichnamige Königreich, aus dem Letzteren die Markgrafschaft hervor.

911, bei Gründung des Königreiches Deutschland, lebten etwa 4 Mio. Deutsche, deren Zahl bis 1300 auf 16 Mio. anstieg[2].

911–1300

Entstehen der germanisch-romanischen Sprachgrenze, Volkswerdung

Nach dem Tod Karls des Großen (814) war dessen Reich von Dismembrationserscheinungen geprägt: Schon vor den Teilungs- und Grenzverträgen von Verdun [Wirten] (843) und Meersen (870) wurde innerhalb der damaligen fränkischen Stammesgemeinschaft die Bildung einer romanisch-germanischen Sprachgrenze vorgenommen, die den Stamm letztendlich um 900 zerreißen sollte: Die linksrheinischen Franken assimilierten sich überwiegend und gingen im Romanentum auf — aus ihnen wurden die späteren Franzosen; die rechtsrheinischen Franken verblieben bei ihrer germanischen Volkssprache und wurden später zu Deutschen.

Um das Jahr 1000 hatte sich bei den im Königreich Deutschland zusammengeschlossenen Volksstämmen eine einheitliche ethnische Identität herausgebildet, die vor allem sprachlicher Natur war: Die Alemannen, Baiern, Franken, Sachsen und Thüringer sowie kleinere Teile der Friesen definierten sich nun als „deutsch“. Ihre Stammessprachen empfanden sie langsam als Dialekte einer (deutsch-germanischen) Gemeinsprache und sich selbst als „deutsche Leute“, sie waren ein deutsches Volk geworden.
Die deutschen Dialekte waren untereinander in einem engen Dialektkontinuum verbunden und die seit 900 entstandene Sprachgrenze zwischen Altfranzösisch und Deutsch bildet bis heute die zwischen den Romanen und Deutschen entstandene Sprach- und Siedlungsgrenze, die sich bis 1945 nahezu unverändert halten konnte.

Gründung des Königreiches Deutschland, Bildung der Stammesherzogtümer

Hauptartikel: Stammesherzogtum

Nachdem sich die Sprachgrenze gefestigt hatte, siedelten sechs germanische Stammesverbände auf dem Territorium des Königreiches Deutschland, die in den nächsten fünf Jahrhunderten zur deutschen Nation zusammenwachsen sollte und die im obigen Abschnitt namentlich erwähnt wurden.
Die Fürsten dieser Stämme wählten am 10. Nov. 911 mit Konrad I. den ersten deutschen König und begründeten damit den deutschen Stammesstaat: Aufgrund der föderal basierenden Stammesstruktur wies das deutsche Stammeskönigtum schon jene staatlichen Strukturen auf, die später das Deutsche Reich und letztendlich das vereinigte Deutschland auszeichnen sollte.

Im Königreich Deutschland kam es zur Bildung von fünf Stammesherzogtümern und einer Landgrafschaft, die nach den jeweiligen Stämmen benannt wurden, die in diesen die Funktion von „Staatsvölkern“ oder einer „Titularnation“ ausübten. Allein der fränkische Stammesverband lebte nicht geschlossen in einem eigenen Stammesherzogtum, sondern griff weit über dieses hinaus in fremdsprachiges Gebiet: Das Gros der Franken lebte im gemischtsprachigen Lothringen, das seinerseits weit über die Sprachgrenze hinausgriff.

Auch den Friesen war kein eigenes Stammesgebiet zuerkannt worden, hatten sie sich doch nicht an der Bildung eines deutschen Sprachgebietes (aufgrund der damaligen normannischen Oberherrschaft) nicht beteiligt. So lebten die Friesen als „deutscher Randstamm“ an den Küstengebieten Lothringens, wo sie über weitgehende Autonomie verfügten; so waren Friesen von der „fränkischen Heerfolge“ (Militärdienste) und der Steuerpflicht befreit; lediglich den „Kirchenpfennig“ (Vorläufer der Kirchensteuer) mussten sie entrichten.

Die Rolle der Stammesherzöge, Römisch-Katholische Kirche wird Staatskirche

Im Jahr 929 unterwarf sich der böhmische König der deutschen Lehnspflicht und trat in ein Vasallenverhältnis ein: De facto herrschte dieser weiterhin — und gleich den deutschen Stammesherzögen — als Stellvertreter des deutschen Königs in seinem Territorium. Die Reichsfürsten generell galten als Stützen der Monarchie und über Jahrhunderte hinweg wählten die Stammesherzöge den neuen König stets aus ihren Reihen.
Aus diesem Grund versuchte Otto I. ab 937, der am 14. April 919 zum König gewählt wurde und der das eigentliche deutsche Reich begründete, die Stammesherzogtümer mit seinen eigenen Söhnen zu besetzen, um so eine große Hausmacht aufzubauen. So waren denn auch die Jahre 936/41 von Aufständen geprägt, da die alten Reichsstände nicht gewillt waren, ihre traditionellen Machtbefugnisse beschneiden zu lassen.

Otto I. begann, nach dem Vorbild Karls des Großen, das Reich auf die kirchliche Macht zu begründen und führte das sogenannte Ottonische Reichskirchensystem ein, das der Römisch-Katholischen Kirche in großem Maße mit Besitztümern, Gütern und Machtbefugnisse ausstattete.
So setzte er bspw. Erzbischöfe, Bischöfe und Äbte als königliche Verwaltungsbeamte ein und übertrug diesen die Herrschaft über Grafschaften und Städten.

925 wurde von Otto I. die Herzogswürde des Herzogtums Lothringen auf die Reichskirche übertragen, dessen Verwalter der Graf von Brabant wurde. Auch wurden nun alle möglichen Kandidaten für diverse Reichsämter seit ihrer frühsten Jugend in der Hofkapelle, und damit am Hof Ottos, erzogen. Einige dieser Anwärter fielen jedoch schnell durch Missachtung der königlichen Macht in Ungnade.

Erneuerung des römischen Kaisertums, Heidenmission

Definierte sich das Königreich Deutschland vor der Wahl Ottos I. als „fränkisch“, begründete dieser die römische Reichsidee neu: Das von Otto geführte Reich nahm nun für sich in Anspruch, in aller Hinsicht der Nachfolgestaat des Römischen Reiches zu sein. Mit diesem Willen beseelt, kam dort auch der christliche Missionswille zu tragen: Die Heiden nördlich und östlich der Grenzen, namentlich Dänen und Slawen, gedachte man zu missionieren. Aufgrund dessen reaktivierte Otto I. auch das von Karl dem Großen eingeführte Markensystem.

Bis 948 entstanden in den Missionsgebieten neu begründete Marken und Bistümer; 951 nahm Otto I. die langobardische Königswürde an und bereits im Okt. gleichen Jahres erwarb er durch Heirat auch die burgundische. Damit wurde Otto I. zum einflussreichsten Herrscher seiner Zeit, da er nun (bis auf die westfränkische Königswürde) alle Herrschertitel auf seine Person vereinte.

Ungarnkriege, Wiederbegründung des „Römischen Reiches“

Wie bereits im Abschnitt „Entstehung der germanisch-romanischen Sprachgrenze, Volkswerdung“ kurz ausgeführt wurde, hatte sich bei den Deutschen ein Zusammengehörigkeitsgefühl herausgebildet. Doch dieses war lediglich sprachlicher, aber nicht politischer Art. Dieses änderte sich mit den wiederkehrenden Überfällen der kriegerischen Ungarn: Als sich Otto I. 955 aufmachte, den ungarischen Plünderungen Einhalt zu gebieten, nahmen an der Schlacht auf dem Lechfeld erstmals in der Geschichte alle deutschen Stämme, und nicht nur Teile, teil. Auch die Tschechen reihten sich in diesen europäischen Verteidigungskrieg ein, sodass Deutsche wie Tschechen sich als Wehr- und Schicksalsgemeinschaft empfanden, die Ungarn geschlagen und diese im Anschluss befriedet und sesshaft gemacht wurden.

Durch den Sieg über die Ungarn war Otto I. uneingeschränkt zum weltpolitischen Universalherrscher aufgestiegen, und so keimte in dem deutschen König der Wunsch, dass unter seiner Führung das Römische Reich wieder auferstehen sollte: 961 eroberte Otto Reichsitalien und erkannte 962 gegenüber dem Papst alle „karolingischen Schenkungen“ an, aufgrund dessen der Papst Johannes XII. ihn am 2. Feb. 962 zum „Römischen König“ krönte und zum „Freund der Römer“ ernannte. Otto I. wurde von der Römisch-Katholischen Kirche das Recht zugestanden, sich „Römischer Kaiser“ zu nennen und er galt als weltliche Universalmacht, indes von Otto der Papst als religiöse anerkannt wurde. Es wurde zudem Usus, dass ein Römischer Kaiser zuvor die deutsche Königswürde innehaben musste, sodass damit das Römisch-Deutsche Reich begründet wurde.

Nachdem Otto bereits die den Königstitel der Langobarden und der Burgunder erworben hatte, traten Letztere 1032 dem Reich bei, nachdem sie diesem bereits seit 951 formelrechtlich angehört hatten. 1191 wurde der Römisch-Deutsche Kaiser auch König des Königreiches Unteritalien und Sizilien, das drei Jahre später völkerrechtlich dem Reich angegliedert wurde.

1300–1806

Beginn der deutschen Kleinstaaterei, deutsche Ostsiedlung

Hauptartikel: Deutsche Ostsiedlung

Ende des 12. Jh.s befand sich das Römisch-Deutsche Reich auf dem Zenit seiner Macht: Seit 1156 wurde von den Stammesherzögen erwartet, dass sich auf ihre Erbrechte bezüglich der Territorien verzichteten und stattdessen in ein Lehnverhältnis mit dem Kaiser eingingen, sodass dieser Territorialherrscher auch in den Herzogtümern wurde.

1180 wurden unter Heinrich dem Löwen begonnen, mit Baiern und Sachsen, die beiden letzten verbliebenen Stammesherzogtümer aufzulösen und diese in diverse Kleinterritorien zu reorganisierten. Dieses gelang umso leichter, da die Herzogstitel schon seit Langem nur noch auf dem Papier bestanden.

1196 entschied Heinrich als Römisch-Deutscher Kaiser, dass die von ihm getragene Kaiserwürde von nun an erblich sei, und damit war das Reich von der Wahl- zur Erbmonarchie mutiert. In den Reichsländern wurde die kaiserliche Macht weiterhin von den geistlichen und weltlichen Territorialherrschern vertreten: 1220 und 1232 wurden vom Kaiser zwei Fürstengesetze erlassen, die den in den Territorien herrschenden Fürsten alle erworbenen Besitztümer und die bis dahin ausgeübten „Königsrechte“ (Regalen) auf ewige Zeiten zuerkannten.

Im Zuge dieser Reichsreform begann jedoch auch der politische Niedergang des Gesamtreiches: Ab dem 13. Jh. galten die Römisch-Deutschen Kaiser nur noch im Königreich Deutschland de jure als Staatsoberhäupter, de facto wurden sie in den Ländern durch den regionalen Adel und der Kirche vertreten, die ihrerseits ihre Macht immer weiter ausbauten. Zudem taten sich im Süden und Westen Ablösungserscheinungen auf, infolge dessen, sich dort moderne Nationalstaaten entwickelten, das Reich aber als solches weiterhin als Personenverbandsstaat weiter bestand.
Dabei schien die (im 18./19. Jh. verklärte) „Reichsherrlichkeit“ im 12./14. Jh. zu wachsen, als in Europa eine Siedlungsbewegung gen Osten stattfand, die heute als deutsche Ostsiedlung bekannt ist: So wurde das deutsche Sprach- und Siedlungsgebiet weit nach Osten hin vergrößert und zahlreiche Slawen (wie die Wenden) wurden germanisiert.

Abfall der südlichen Reichsteile, 30-jähriger Krieg

Doch in den folgenden Jahrhunderten gingen dem Römisch-Deutschen Reich vor allem im Süden und Südwesten zahlreiche Territorien verloren. Vor allem Reichsitalien ging ihm verloren, das aus der Lombardei, dem Kirchenstaat und Unteritalien sowie Sizilien bestand. Aber auch Burgund geriet immer mehr in die Abhängigkeit Frankreichs, mit dem es über die gemeinsame Sprache eng verbunden war; allein die gleichnamige Freigrafschaft verblieb noch beim Reich, indes in Frankreich 1363 das Herzogtum Valois-Burgund entstand, das bis 1477 bestehen sollte. In diesem Herzogtum wurde Französisch vorherrschende Amts- und Verwaltungssprache, was letztendlich zur übermäßigen Frankofonie der späteren Luxemburger beitrug. Über Erbe fiel Valois-Burgund 1477 an das Haus Habsburg, das damit seine eigene Hausmacht ausbaute.

Trotz seines Verfalls wies das Königreich Deutschland noch 14./15. Jh. eine gewisse wirtschaftlich-kulturelle Hochzeit auf. Doch 1618/48 wurde es Schauplatz eines 30-jährigen Krieges, der sich vor allem auf deutschem Boden abspielte. So verödeten zahlreiche Landstriche aufgrund der Tatsache, dass die Bevölkerung entweder geflohen, vertrieben oder getötet worden war.
Der Westfälische Frieden brachte es mit sich, dass die einzelnen Landesherren souverän wurden und absolutistische Monarchien begründeten. Zum anderen wurden die Schweiz und die nördlichen Niederlande selbstständig, sodass Rheinquelle und -mündung aus deutscher Sicht im Ausland waren.
Das Reich war nur noch eine bloße ohnmächtige Hülle aus einem „Verband der Vaterländer“ geworden. Ihre gemeinsame Klammer war die römische Reichsidee, die im 18. Jh. langsam der modernen Nationalstaatsidee wich. Nach und nach annektierte Frankreich deutsche Gebiete, da es die „Rheingrenze“ für sich in Anspruch nahm.

Ende des Heiligen Römischen Reiches, Auflösung des Königreich Germanien

Bereits 1486 hatte das Reich den Namen Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation angenommen. Es war eine Folge der Anerkennung, dass sich die römisch-deutsche Kaisermacht sich nur noch auf das Königreich Deutschland erstreckte und die Souveränität der benachbarten Staaten anerkannt wurde.

1770 entstand im Königreich Deutschland eine liberal-demokratische Nationalbewegung, die später als „Deutsche Bewegung“ Eingang in die Fachliteratur fand: Ziel dieser von der Bildungselite getragenen Bewegung war es, das zersplitterte Reich in einem zentralistisch-uniarischen Einheitsstaat zu reorganisieren. Zudem wurde auch das deutsche Nationalbewusstsein gefördert, das einen politischen Zusammenschluss des gesamten deutschen Sprachgebietes forcierte. Es kam nun der Begriff der „Sprach- und Kulturnation“ auf.

1795–1801 setzte Frankreich die Rheingrenze um, indem es linksrheinische deutsche Gebiete kurzerhand annektierte. Im Vertrag von Lunéville (1801) erkannte der letzte Römisch-Deutsche Kaiser Franz I. die französischen Erwerbungen völkerrechtlich an; der Vertrag selbst nannte den französischen Vertragspartner „deutsches Reich“, womit eindeutig das Königreich Deutschland gemeint war, da dieses allein das ehemalige Römisch-Deutsche Reich repräsentierte.
1804 schlossen sich 16 deutsche Reichsfürsten zu einem Fürstenbündnis zusammen, das unter dem Protektorat Napoleon Bonapartes stand und sich „Rheinbund“ nannte. Diese Fürsten erklärten das Reich mit ihrem Austritt für erloschen, sodass Franz I. die römisch-deutsche Kaiserwürde unter Verfassungsbruch auf seine österreichischen Herrschaftsgebiete zu übertragen und er das Kaisertum Österreich begründete. Auf frz. Druck entschloss sich Franz I., die ehrwürdige römisch-deutsche Kaiserwürde nicht — wie von Napoleon gefordert — dem selbst gekrönten Franzosenkaiser zu übertragen, sondern am 6. Aug. 1806 erklärte Franz I., dass das Reich mit der Entbindung aller Reichsstände erloschen sei. Mit der Entbindung aller Reichsstände ging auch formaljuristisch das Königreich Deutschland nach 895 Jahren unter.

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Ruth Schlotterhose (Red.): Ameröllchen aus Aachen, S. 8ff
  2. Jürgen Mirow: Geschichte des deutschen Volkes, S. 163


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