NSDAP-Führer

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NSDAP-Führer (NS-Führer), seit 1921 NS-amtlicher Terminus zur Bezeichnung der Dienststellungen der „Hoheitsträger“ innerhalb der NSDAP. Sie waren nach Führer- und Gefolgschaftsprinzip geordnet und dem Führer der NSDAP unterstellt. Die Begriffe Amtsträger der NSDAP, Hoheitsträger der NSDAP und NS-Führerkorps werden synonym verwendet. Bis zur bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht gab es etwa 700 000 Parteiführer, die 1946 als verbrecherische Organisation verurteilt wurden. (→ Nürnberger Militärtribunal)

Beschreibung

Der Terminus „NSDAP-Führer“ ist eng mit der Organisationsstruktur der NSDAP verbunden, die mit Neugründung der nationalsozialistischen Bewegung (Februar 1925) eingeführt ward, als die Partei begann, sich über Bayern hinaus zu verbreiten. Als oberster Hoheitsträger der NSDAP galt der Führer der nationalsozialistischen Bewegung, dessen Hoheitsgebiet bis März 1938 das gesamte Reichsgebiet, Danzig und Österreich umfasste.

Jedes Parteimitglied der NSDAP wurde vom zuständigen Ortsgruppenleiter offiziell in die Partei aufgenommen und es musste während einer Mitgliederversammlung vor einer Hakenkreuzfahne den Führereid ableisten:

„Ich gelobe meinem Führer Adolf Hitler Treue. Ich verspreche ihm und den Führern, die er mir bestimmt, jederzeit Achtung und Gehorsam entgegenzubringen.“

Zitiert nach Hilde Kammer, Elisabeth Barsch: „Jugendlexikon Nationalsozialismus“, S. 136

Alle Parteimitglieder der NSDAP, die dort ein Amt innehatten, trugen die Bezeichnung „Politischer Leiter der NSDAP“. Diese betreuten innerhalb der Bewegung ein „Hoheitsgebiet“ und vom Ortsgruppenleiter aufwärts waren die Hoheitsträger der Partei mit besonderen Befugnissen ausgestattet. Zum Aufgabenbereich der NSDAP-Führer gehörte die Überwachung der politisch-weltanschaulichen Einstellung der Bevölkerung, wobei sie eng mit dem Reichssicherheitshauptamt der SS zusammenarbeiteten. So konnten alle Hoheitsträger der NSDAP unliebsame und unbequeme Staatsbürger verhaften und in eines der bestehenden Konzentrationslager einweisen lassen.

Jeder Hoheitsträger war nach dem Führerprinzip dem nächst höheren NSDAP-Führer verantwortlich und hatte die Dienstaufsicht über alle Parteidienststellen und -gliederungen innerhalb seines Gebietes. Während die die unteren NS-Führer ihr Hoheitsgebiet ehrenamtlich und unentgeltlich betreuten, waren in den höheren Ebenen hauptamtliche NS-Führer beschäftigt, die über die Partei eine Besoldung erfuhren. Seit der nationalsozialistischen Machtergreifung (1933) übten vielfach die Gauleiter der NSDAP in Personalunion die Funktion eines Reichsstatthalters der NSDAP aus, über die sie in den Genuss staatlicher Zuschüsse und Entlohnung kamen. „Reichsstatthalter“ waren seit dem 31. März 1933 den bisherigen Ministerpräsidenten der Länder übergeordnet und lösten diese letztendlich am 30. Januar 1934 ab, als die letzte Teilsouveränität der Länder aufgehoben und diese gleichgeschaltet wurden.

Siehe auch

Literatur


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