Nationalsozialistische Gewaltherrschaft

Aus Deutsche Geschichte
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Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Empfehlungen des Dudens.

Nationalsozialistische Gewaltherrschaft [naʦi̯oˈnaːlzoʦi̯aˌlɪstɪʃə ɡəˈvaltˌhɛʁʃaft] oder auch NS-Gewaltherrschaft, geschichtswissenschaftliche Bezeichnung des ab dem 30. Jan. 1933 von Adolf Hitler im Deutschen Reich etablierten totalitär-autoritär-militaristischen Regime, dessen Ideologie im Nationalsozialismus lag.

Dieses Regime entwickelte sich in der Folgezeit zu einem internationalen Problem, welches am 1. Sept. 1939 den II. Weltkrieg auslöste.

Synonyme

NS-Regime

Etymologie, Kennzeichen, Anwendung

Der Begriff nationalsozialistische Gewaltherrschaft ist eng mit dem politischen Aufstieg der NSDAP verbunden.

Deren Geschichte begann mit der Gründung der Deutschen Arbeiterpartei in München und war fest in der deutschvölkischen Bewegung fest etabliert. Als Teil der radikalen Rechten vertrat die DAP zudem völkisch-nationalistische Positionen und war zudem radikal rassenantisemitisch eingestellt.
Die Partei führte seit Febr. 1920 das Hakenkreuz als politisches Symbol und trat in diesem Monat erstmals als nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei auf; den offizielle Namenswechsel führte sie jedoch erst im Sept. 1920 durch. Auf der Februarveranstaltung propagierte Adolf Hitler einen deutschen Nationalismus und ein sog. ewig währendes 25-Punkte-Programm, dessen politische Forderungen als Ziele der NSDAP festgelegt waren. Kernpunkte waren:

  1. das Zurückdrängen der Juden aus Politik und Gesellschaft,
  2. der politische Zusammenschluss aller Deutschen bzw. Deutschsprachigen in einem Großdeutschen Reich und
  3. der Erwerb von Kolonien.

Vor allem Letztere sollte ab Ende der 1930er Jahre vor allem in Osteuropa stattfinden und zu Lasten der Republik Polen und der Sowjetunion gehen.

Zudem bestand auch seit 1919 eine lose Zusammenarbeit mit den österreichischen und sudetendeutschen Nationalsozialisten.

Hitler-Putsch

Zusammen mit der extremen Rechten träumte Adolf Hitler von der nationalen Revolution, welche die am 9. Nov. 1918 ausgerufene Weimarer Republik hinwegfegen sollte. Die Beseitigung der von den sog. Novemberverbrechern etablierten Juden-Republik war ebenfalls ein erklärtes Ziel der radikalisierten Völkischen Bewegung.

Innerhalb der Partei verfügte der Führer der NSDAP seit dem 29. Juli 1921 über diktatorische Vollmachten, die er sich über das von ihm dort durchgesetzte Führerprinzip gesichert hatte. Als Vorbild diente ihm der 1922 in Italien an die Macht gelangte Faschistenführer Benito Mussolini. (→ Marsch auf Rom)

Obgleich ihm seine vaterländischen Verbündeten von eigenmächtigen Aktionen abrieten, versuchte Adolf Hitler am 8. und 9. Nov. 1923 den politischen Alleingang: Von einigen deutschnationalen Persönlichkeiten und radikalen Freikorps unterstützt, versuchte dieser von München ausgehend einen Marsch auf Berlin zu initiieren. München sollte den Beginn der nationalen Revolution markieren, an deren Ende ein totalitärer Führerstaat stehen sollte. Hitler liess sich im Münchner Hofbräuhaus zum Reichskanzler erklären. Auf Marsch zur Münchner Feldherrnhalle wurde der Putschversuch jedoch von der anwesenden Reichswehr und der Landespolizei blutig zusammengeschossen, dessen Verantwortlichen inhaftiert und die NSDAP und deren paramilitärischer Arm, die SA, verboten und aufgelöst. Im Frühjahr 1924 wurde Adolf Hitler vor dem Münchner Landesgericht zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt.

Nationalsozialistische Kampfzeit

Nach dem bayrischen Parteiverbot zogen andere Länder wie der Freistaat Preußen nach, und verboten auch ihrerseits nationalsozialistische Parteien. Die Nationalsozialisten schlossen sich nun zwei Ersatzorganisationen an, die in Nord- und Süddeutschland agierten:

Doch bereits im Dez. 1924 wurde Adolf Hitler vorzeitig aus der Haft entlassen, wurde aber mit einem politischen Redeverbot belegt. Im Gegenzug war es der NSDAP gestattet worden, sich neu zu begründen. So kam es bereits am 27. Febr. 1925 in München zur Neugründung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Bei dieser zeigte es sich jedoch, dass Hitler den süddeutschen, das heißt, den deutschvölkischen Flügel bevorzugte, der in der Großdeutschen Volksgemeinschaft organisiert war. Der norddeutsche Flügel, vertrat sozialrevolutionäre Positionen und agierte anfänglich autonom.

1926 versicherte der Führer der NSDAP, Adolf Hitler, der Öffentlichkeit, er wolle die Macht im Staate nur noch mit parlamentarisch-demokratischen Mitteln erreichen. Aber bereits im Nov. 1925 hatte Ernst Röhm begonnen, die Sturmabteilung zu reaktivieren, die in der sog. Verbotszeit im Frontbann organisiert und dort von 2000 auf über 30 000 SA-Männer angewachsen war. Zudem schuf sich Hitler am 1. April 1925 mit der Schutzstaffel seine persönliche Leibgarde, die nur ihm allein verantwortlich war. Die SS sollte letztendlich unter Heinrich Himmler die gesellschaftlich am meisten gefürchteten NSDAP-Gliederung werden, da ihr schließlich ab 1936 auch die Polizeiverwaltungen unterstellt war und sie nun die Aufgabe hatte, Führer und Reich zu schützen. Sie sollte es auch sein, die im II. Weltkrieg bereitwillig die Aufgabe übernommen hatte, die Judenfrage in Europa endgültig zu lösen. Damit wurden die Begriffe Schutzstaffel und Gestapo zum Synonym für die NS-Gewaltherrschaft. (→ Judenmord an den europäischen Juden)

Doch noch 1926& zwischen Röhm und Hitler kam es zum inneren Bruch, dessen Auslöser die zukünftige Aufgabe der SA war: Röhm wollte in dieser paramilitärischen Organisation weiterhin den völkischen Wehrverband, Hitler allerdings nur noch die Kampforganisation des politischen Straßenkampfes sehen. Ende Oktober 1926 verließ Ernst Röhm sowohl die NSDAP als auch die SA und ging als Militärberater nach Bolivien. Adolf Hitler übertrug am 1. Nov. 1926 die Oberste SA-Führung dem Freikorpsführer Franz Pfeffer von Salomon und zeitgleich wurde auch eine Jugendorganisation aufgestellt, die später den Namen Hitlerjugend erhalten sollte.

Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, Etablierung des III. Reiches

Im Kampf um die Kanzlerschaft Hitlers schloss dieser 1931 mit dem Stahlhelm und der Deutschnationalen Volkspartei ein Zweckbündnis ab: Alle drei Organisationen waren am 11. Okt. 1931 Träger einer gemeinsamen Veranstaltung, die als Harzburger Front bekannt wurde.

1932 eskalierte der politische Straßenkampf, wie er zwischen dem roten Frontkämpferbund (KPD) und der SA geführt wurde. Auf beiden Seiten waren zahlreiche Todesopfer aufgrund brutal geführter Straßenschlachten zu beklagen und beide scheuten sich auch nicht, politische Morde zu begehen. So kam es, dass einige deutsche Länder ihnen gegenüber ein Uniformverbot auferlegten, dass aber schnell wieder abgeschafft wurde. Bei der Reichstagswahl 1932 errang die NSDAP 37,3 v. H. aller Stimmen und wurde mit 230 Sitzen stärkste Fraktion im Reichstag. Adolf Hitler wurde innerhalb einer Koalitionsregierung die Vizekanzlerschaft vorgeschlagen. Doch dieser lehnte mit dem Hinweis ab, dass ihm als Führer der NSDAP und Vertreter der stärksten Partei der Weimarer Republik die Kanzlerschaft zustünde. Der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg lehnte Hitlers Forderung ab und das Reich wurde weiterhin durch Notstandsgesetze regiert.

Erst Ende Jan. 1933 konnten Vertreter der Konservativen und Deutschnationalen bei Hindenburg durchsetzen, dass Adolf Hitler die Kanzlerschaft angeboten wurde. Im Zuge einer rechtskonservativ-nationalsozialistischen Koalitionsregierung gedachte man, den Führer der NSDAP für die eigene Sache einspannen zu können. Durch die Einbindung der NSDAP in einer demokratisch legitimierten Regierung wollte man Hitler innerhalb der Völkischen Bewegung isolieren und diesen so seiner politischen Gefährlichkeit berauben. So ernannte Paul von Hindenburg widerwillig am 30. Jan. 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler.

Damit endete für die Nationalsozialisten die sog. 'Kampfzeit. Neben Hitler gehörten nur zwei Nationalsozialisten dem Kabinett Hitler an: Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich und Wilhelm Frick als Reichsinnenminister.
Göring erhielt daneben noch die Posten Reichskommissar für das Preußische Innenministerium und Reichskommissar für die deutsche Luftfahrt verliehen. In der Eigenschaft als Reichskommissar für das Preußische Innenministerium unterstand Hermann Göring auch die Preußische Landespolizei.

Die nationalsozialistische Machtergreifung wurde auch dadurch begünstigt, dass die reichsdeutsche Wirtschaft seit Beginn der Weltwirtschaftskrise (1929) in den Knien lag. So wandten sich schließlich die sechs Mio. Arbeitslosen den radikalen Parteien zu, deren Hauptvertreter die KPD und die NSDAP darstellten. Die Deutschen verloren das Vertrauen in den deutschen Staat, und so galt die Weimarer Republik auch als Demokratie ohne Demokraten.

Etablierung des nationalsozialistischen Terrorregimes

Der Vorsatz von Hitlers Koalitionspartnern, diesen in die demokratische Politik einzubinden, schlug fehl: So verfügte Adolf Hitler bereits am 28. Febr. 1933, die Bewaffnung von SA und SS. Aufgrund dieser Führerverfügung wurden allein in Preußen rund 150 000 SA- und 15 000 SS-Männer mit Handfeuerwaffen ausgerüstet und deren Vereidigung als offizielle Hilfspolizei durchgeführt. Ferner löste der neue Reichskanzler den Reichstag auf und gab für den 5. März Neuwahlen bekannt. Rechtliche Grundlage hierzu bildete die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat, die nach dem Brand des Berliner Reichstages verabschiedet wurde und die den Führerstaat Hitlers etablieren sollte. Der Brand wurde den Kommunisten zur Last gelegt, doch einschlägige Beweise für diese These fehlen bis heute.

Seit jenem Tage hielten sich die Gerüchte, dass entweder die SA oder die SS den Brand in Hitlers Auftrag gelegt hätten. Beide NS-Organisationen begannen, Umerziehungs- bzw. Schutzhaftlager zu betreiben, in denen die politischen Gegner von der Bevölkerung isoliert wurden. Diese Lager bildeten den Prototyp der späteren Konzentrationslager des NS-Regimes. Besonders berüchtigt war beispielsweise das Schutzhaftgefängnis Columbia-Haus, das gemeinsam von der Berliner SS und der Gestapo betrieben wurde.

Am 5. März 1933 fanden die von Adolf Hitler gewünschten Neuwahlen statt: Mit einem Stimmenanteil von 43,9 v. H. war die NSDAP der klare Wahlsieger. Doch es ist zu bedenken, dass dieser Erfolg vermutlich nur auf den staatlich geförderten Terror der Gesamt-SA zurückzuführen ist. Nach diesem Wahlsieg war die Weimarer Republik de facto abgeschafft und das von den Nationalsozialisten erstrebte III. Reich erreicht.

Am 23. März 1933 beschloss der Reichstag auf Druck Hitlers das Ermächtigungsgesetz. Dieses verlieh dem Reichskanzler diktatorische Vollmachten. Infolge dessen erfolgte am 14. Juli mit dem Gesetz gegen die Neubildung von Parteien in Deutschland die staatlich verordnete Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft.
Die NSDAP wurde zur Staatspartei erklärt, alle anderen Parteien galten als verboten. Die Deutschnationale Volkspartei, einer der Koalitionspartner Hitlers, löste sich selbst auf, andere Parteien wurden von Amtswegen zwangsaufgelöst. Das betraf vor allem die SPD und die KPD. Damit etablierte sich das III. Reich als Einheitsstaat.

Die föderale Struktur des Deutschen Reiches, basierend auf den Ländern, blieb de jure bis Jan. 1934 weiter bestehen, wurde de facto aber von der internen Gebietsstruktur der NSDAP abgelöst. So wurden beispielsweise die Ministerpräsidenten der Länder durch Reichsstatthalter ersetzt.

Adolf Hitler erklärte im Okt. 1933, den Austritt des nationalsozialistischen Deutschen Reiches aus dem Völkerbund und setzte für den 12. Nov. 1933 eine Volksabstimmung an: Über 95 v. H. der Abstimmungsberechtigten waren mit dieser Entscheidung einverstanden, die von Hitler als Loslösung von Fremdbestimmung propagiert wurde. Gleichzeitig wurden die Reparationszahlungen, die im Rahmen des Versailler Vertrages entstanden waren, eingestellt.

In der Folge übernahmen Mitglieder der NSDAP, der SA und der SS führende Funktionen in den verschiedenen Polizeiverwaltungen oder wurden in Verwaltungspositionen in Städte und Gemeinden eingesetzt. Darüber hinaus nahmen ranghohe NS-Führer Funktionen in den Staatsorganen ein. NSDAP-Gliederungen und Einrichtungen erhielte de facto die Funktion von Regierungsinstitutionen. Josef Goebbels, Reichspropagandaminister Hitlers, begann nun gezielt um den Reichskanzler einen Führerkult zu etablieren, der diesen den Deutschen durch eine göttliche Vorsehung Gott-gleich erscheinen ließ.

Zum 1. Jan. 1934 wurde der Austritt des Reiches aus dem Völkerbund vollzogen und Hitler gab am 30. Jan. bekannt, dass mit dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches die bisherigen deutschen Länder, die einzelnen Staatsangehörigkeiten und die Staatsvölker aufgehoben waren. Damit wurde das III. Reich zum nationalsozialistischen Einheitsstaat.

Bereits am 5. Febr. 1934 führte Hitler eine deutsche Staatsangehörigkeit ein, die die bisherige Vergabe der Reichs- und Staatsangehörigkeit reformierte. Diese Vorgehensweise war de jure völkerrechtswidrig. Doch mit dem Verlassen des Völkerbundes hatte sich das III. Reich, durch Volksabstimmung legitimiert, außerhalb des allgemeinen Völkerrechtes gestellt und in diesem Sinne war die Auflösung der Länder und die Aufhebung ihrer Staatsangehörigkeit völlig legitim. Ein weiterer Grund Hitlers, den Völkerbund zu verlassen, war, dass er einen Eroberungskrieg gegen die damalige UdSSR führen wollte. Und diese gehörte in den frühen 1930er Jahren ebenfalls nicht dem Völkerbund an.

Akzeptanz der hitlerschen Politik durch die deutsche Bevölkerung

Mit dem Machtantritt Hitlers ging scheinbar ein wirtschaftlicher Aufschwung einher. Dass dieser jedoch auf Schulden beruhte, wurde der reichsdeutschen Wohnbevölkerung wohlweislich verschwiegen. Unter dem NS-Regime wurden die Staatsausgaben und die Neuverschuldung des Reiches nicht mehr veröffentlicht.

„Röhm-Putsch“

Im Zuge seiner Machtfestigung ließ Adolf Hitler im Sommer 1934 das SA-Führerkorps durch die SS ermorden und nachträglich als Staatsnotwehr legalisieren. Er ließ verkünden, dass das Deutsche Reich einen Putschversuch der SA unter Ernst Röhm zuvorkommen musste („Röhmputsch“). Heinrich Himmler, Reichsführer der SS, wurde am 23. Aug. 1934 Hitler persönlich unterstellt und stieg in der Folgezeit zur einflussreichsten Persönlichkeit des Reiches auf. Die Sturmabteilung aber, deren Straßenkampf Hitler letztendlich die Kanzlerschaft brachte, war entmachtet und zur Bedeutungslosigkeit verdammt worden. Der SS aber wurde das komplette Konzentrationslagerwesen übertragen und der Reichsführer-SS Himmler begann, diese im Sinne einer Terrorherrschaft einzusetzen.

Vereinigung der Ämter Reichskanzler und Reichspräsident

Am 2. Aug. 1934 verstarb der greise Reichspräsident Paul von Hindenburg. Noch am dessen Todestag ließ Hitler die Reichswehr auf sich persönlich vereidigen. Die von ihm durchgeführte Zusammenlegung von Reichspräsident und -kanzler in die neu geschaffene Dienststellung Führer und Reichskanzler ließ Adolf Hitler durch eine bereits am 19. Aug. stattfindende Volksabstimmung bestätigen. Nach offiziellen Quellen stimmten 90 v. H. der Bevölkerung dafür.[1]

Beginnende Militarisierung des Reiches

Am 16. März 1935 wurden im Reich die allgemeine Wehrpflicht und der Name Deutsche Wehrmacht für die bisherige Reichswehr eingeführt. Hitler verkündete, dass das deutsche Heer aus 36 Divisionen, darunter eine Division SS-Verfügungstruppe, bestünde. Damit wurde die SS in mögliche Kriegspläne Hitlers bewusst mit einbezogen.

Diskriminierung der Juden

Auf dem NSDAP-Reichsparteitag des 15. Sept. 1935 wurden zwei Reichsgesetze verkündet, die Juden offiziell diskriminierten. Zeitgleich wurde die NS-Weltanschauung als Staatsdoktrin verabschiedet, die sich auf dem völkischen Nationalismus der Deutschvölkischen berief:

  1. Das Reichsbürgergesetz erkannte allen deutschen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung alle wesentliche Rechte ab. Dabei reichte es aus, wenn beide Großeltern Juden waren. Das bedeutete, dass auch zum Christentum konvertierte Juden weiterhin als Juden angesehen wurden.
  2. Das Blutschutzgesetz verbot die Eheschließung und Beziehungen zwischen Deutschblütigen und Juden.

Mit diesen beiden Gesetzen wurde begonnen, vonseiten des NS-Regimes die Endlösung der Judenfrage in Angriff zu nehmen.

Vereinigung von Polizei und SS

1936 erhielt Himmler von Hitler die Dienststellung Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei verliehen und damit waren Polizei und SS gleichgeschaltet. Zuzüglich wurde Himmler 1943 zum Reichsinnenminister ernannt. Die SS und deren Sicherheitsdienst kontrollierte die gesamte Bevölkerung und besaß mit den Konzentrationslagern ein geeignetes Druckmittel zur Durchsetzung der hitlerschen Politik.

Nationalsozialistische Expansionspolitik

Das NS-Regime trat seit den 1920er Jahren für eine politische Revision der Reichsgrenzen ein, wie sie infolge des Versailler Vertrages entstanden waren. Vor allem der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich war eine Hauptforderung aller Völkischen. Diesen sahen sich die Nationalsozialisten per Tradition verbunden. So waren die Wiedergewinnung des Saargebietes, Eupen-Malmedys und Elsass-Lothringens offizielle Programmpunkte. Hitlers Hauptaugenmerk lag jedoch an den östlichen Grenzen. Dort ging es um die Korrektur der deutschen Ostgrenzen. Dieses erschien der deutschen Bevölkerung als völlig legitim. Aber das es Adolf Hitler nicht um die Durchsetzung um das Selbstbestimmungsrecht der Völker ging, zeigte sich ab März 1939.

Am 13. Jan. 1935 fand im Saargebiet eine Volksabstimmung statt, bei der sich die Mehrheit der dortigen Deutschen für eine staatsrechtliche Vereinigung mit dem Reich aussprach und diese wurde am 1. März 1935 vollzogen.

Am 7. März 1936 rückte die Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland ein und stellte dort die Wehrhoheit wieder her. Erstmals riskierte Adolf Hitler einen Krieg mit den europäischen Nachbarn. Nach dem Gelingen des Rheinlandprojektes gelungen war, fasste Hitler das nächste große Ziel ins Auge: Österreich.

Seit 1933 agierten in Österreich die Nationalsozialisten aus der Illegalität heraus. Nachdem Adolf Hitler durchsetzen konnte, dass im Nachbarland Nationalsozialisten in Führungspositionen gelangten, setze er am 12. März 1938 Wehrmacht und kasernierte SS-Verbände in Marsch und ließ diese dort unter dem Jubel der Österreicher einmarschieren. In Wien erklärte Hitler am 15. März stolz der Weltöffentlichkeit, dass seine Heimat Österreich in das Deutsche Reich eingetreten sei. Das Ausland protestierte nur schwach: Vom ganzen Völkerbund legte nur Mexiko schriftlich einen Einspruch ein.

Unter dem Vorwand des Selbstbestimmungsrechtes der Völker forderte Adolf Hitler im September 1938 die Zerschlagung der Tschechoslowakei. Dort lebten 3,5 Mio. Volksdeutsche, von denen 3,2 Mio. ein geschlossenes Siedlungsgebiet an den Reichsgrenzen besaßen. Aus diesem Grund tagte in München eine Konferenz, die die Übertragung des Sudetenlandes an das, sich nun Großdeutsches Reich nennende, Deutsche Reich regeln sollte. Hitler betonte gegenüber der Weltöffentlichkeit, dass das Sudetenland den letzten Gebietsanspruch seines Staats darstellen würde. Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich sei dieses saturiert. So wurde die Tschechoslowakei am 29. Sept. 1938 von den Großmächten aufgefordert, alle vom Großdeutschen Reich beanspruchten Gebiete zu räumen. Die reichsdeutsche Verwaltung sollte dort zwischen dem 1. und 10. Okt. 1938 eingerichtet werden. Unter dem Jubel der Sudetendeutschen marschierten Wehrmacht- und SS-Verbände in die ehemaligen tschechoslowakischen Gebiete ein. In der Folgezeit schlossen das Großdeutsche Reich und der tschechische Reststaat über fünfzig Staatsverträge ab, in denen der endgültige Verlauf der jeweiligen Staatsgrenzen festgelegt wurde.[2]

Am 15. März 1939 erkannte die Weltöffentlichkeit doch, wessen Geistes Kind Adolf Hitler war. Es war nun ganz offensichtlich, dass er in seiner Zeit in Wien — als bekennender Deutschnationaler ― durch die alldeutsche Schule eines Georg von Schönerer gegangen war. Hitler erstrebte ein vom Alldeutschland Schönerers beeinflusstes, deutschdominiertes Europa. An diesem Tag marschierten Wehrmacht und SS-Verfügungstruppe in die sog. Rest-Tschechei ein. Zuvor hatte sich die Slowakei für unabhängig und zum deutschen Satellitenstaat erklärt. Hitler erklärte die Tschechei zum Reichsnebenland, das nun den Namen Protektorat Böhmen und Mähren führte. Für diese völkerrechtswidrige Aktion führte Hitler historische Gründe an: Böhmen und Mähren seien seit Jahrhunderten deutsch gewesen und müssten es wieder sein.

Am 22. März 1939 wurde zwischen dem Großdeutschen Reich und Litauen ein Staatsvertrag abgeschlossen, in dessen Rahmen das Memelgebiet an die Provinz Ostpreußen angegliedert wurde. Dieses war ein weiterer Punkt in der hitlerschen Revisionspolitik. Um im Osten den Rücken freizuhaben, schloss Adolf Hitler am mit seinem ideologischen Erzfeind, der UdSSR unter Josef Stalin, 24. Aug. 1939 ein politisches Abkommen. Beide Diktatoren einigten sich darauf, die Republik Polen zu zerschlagen und untereinander aufzuteilen.

III. Weltkrieg

Hauptartikel: II. Weltkrieg

Am 1. Sept. 1939 erfolgte der überfallartige deutsche Einmarsch auf Polen. Dieses war der Beginn des II. Weltkrieges und in dieser Zeit erschien Adolf Hitler als mächtigster Politiker der Welt: Er konnte sich rühmen, mit der Wehrmacht die technisch modernste Armee und in der SS-Verfügungstruppe eine ihm absolut ergebene Elitetruppe zu besitzen. Noch am ersten Kriegstag erklärte Danzig seinen Anschluss an das Deutsche Reich. Doch es herrschte Kriegsrecht und so war dieses Bekenntnis der Danziger Nationalsozialisten völkerrechtlich nicht mehr abgedeckt. Polen ward innerhalb weniger Tage besiegt und, wie von Stalin vorgeschlagen, zwischen der UdSSR und dem Großdeutschen Reich geteilt.

Hitler gliederte alle ehemaligen preußischen Gebiete dem Reich ein und erweiterte diese um polnische Siedlungsgebiete. Aus Zentralpolen errichtete er das Generalgouvernement Polen, das ein Reichsnebenland wurde. In dieses wurden über 1,1 Mio. Polen zwangsumgesiedelt und in den ehemaligen polnischen Siedlungsgebieten wurden 900 000 Volksdeutsche angesiedelt, die der Heim-ins-Reich-Bewegung gefolgt waren. In deutschbesetzten Polen wurden die Juden gnadenlos verfolgt und in Gettos zusammengepfercht. Zum Vollstreckungsort des beschlossenen Völkermordes an den europäischen Juden wurde nun eine Stadt im ehemaligen polnischen Oberschlesien ausgesucht, die etwa 50 km von Hindenburg und Gleiwitz entfernt war. Dieser Ort wurde zum Synonym des Holocaust: Auschwitz.

Dort wurde in der Nähe der gleichnamigen Stadt das KZ Ausschwitz errichtet, dass mit seinem Nebenlager Birkenau ein berüchtigtes Nebenlager besaß, das heute als größtes Vernichtungslager der Großdeutschen Reiches angesehen wird. Im deutschen Machtbereich entstanden weitere Konzentrations- und Vernichtungslager, die bis 1940 von den SS-Totenkopfverbänden bewacht wurden. 1940 wurden sie der Waffen-SS überstellt und bis 1942 in diese eingegliedert.

Im Mai 1940 marschierte die Deutsche Wehrmacht und die SS-Verfügungs-Division überfallartig in die Beneluxstaaten und in Frankreich ein. Dort wurden am 18. Mai Luxemburg und Ostbelgien mit Eupen-Malmedy und Neutral-Moresnet einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt. Am 2. Aug. 1940 wurde Elsass-Lothringen dem Reich angegliedert. Ende 1940 wurde Frankreich unterworfen und zur Hälfte einer deutschen Militärverwaltung unterstellt. Das freie Frankreich war ein deutscher Satellitenstaat. Skandinavien, mit Ausnahme Schwedens, war besetzt und deutschen Militärverwaltungen unterstellt. Finnland stand als Verbündeter auf deutscher Seite. Doch wurde die deutsche Bevölkerung durch den Beginn des Luftkriegs über Deutschland aktiv in die ersten Kampfhandlungen mit einbezogen. So startete die britische Luftwaffe am 12. Mai 1940 ihre ersten Bombenangriffe auf deutsche Städte.

1941 wurde das damalige Jugoslawien von den Achsenmächten zerschlagen und unter ihnen aufgeteilt. Die Oberkrain und die Untersteiermark fielen an das ehemalige Österreich, die im hitlerschen Großdeutschen Reich die Donau- und Alpengaue bildete. Die deutschen Volksgruppen wurden nun in Reich umgesiedelt (Heim ins Reich) und das Reich schien auf dem Zenit seiner politischen Macht: Bis Ende 1941 war das von den Alldeutschen erstrebte Alldeutschland von Hitler verwirklicht worden: Sein Großdeutsches Reich umfasste 894 227 qkm, davon waren 686 090 qkm[3] deutsches Sprachgebiet; allein die Schweiz und Liechtenstein gehörten ihm nicht an, sondern verblieben der letzte freie Rest des deutschen Sprachgebietes. Es bildete die Basis des von Heinrich Himmler unter Führung SS geplanten Großgermanischen Reiches Deutscher Nation, dem deutschdominierten Europa. Dessen Ostgrenzen lagen weit im Osten, auf ehemals russischem Gebiet.

In diesem gewaltigen Fantasiereich sollte die Nordische Rasse und damit die Deutschen als deren Hauptvertreter über die unterworfenen minderwertigen Rassen dominieren. Die Deutschen sah der SS-Chef im Sinne des völkischen Nationalismus als Herrenmenschen, bestimmt, über die Slawen zu herrschen. Himmler orientierte sich bei diesen Plänen an der deutschen Ostsiedlung. Im völkisch motivierten Wahn Himmlers sollte die SS einen „militärischen Orden nordisch bestimmter Männer“ darstellen und im Osten in Wehrburgen zusammengefasst leben. Der Deutsche Orden diente als Beispiel.

Überfall auf die UdSSR

Am 21. Juni 1941 ließ Adolf Hitler das Unternehmen Barbarossa starten. Es war der Beginn des Russland-Feldzuges. In den frühen Morgenstunden, um 4:00 Uhr morgens, ließ der Diktator von der Wehrmacht die deutsch-sowjetischen Grenzen überschreiten. Den Tag und die Uhrzeit wählte Hitler mit Bedacht: Am 21. Juni 1812 überschritt Napoleon Bonaparte um 4:00 Uhr morgens mit seinen Armeen die damaligen preußisch-russischen Grenzen und begann seinen Russland-Feldzug, an dessen Ende er ein brennendes Moskau vorfand. Bonaparte musste im harten russischen Winter zurückkehren und verlor die meisten seiner Soldaten durch Hunger und Kälte.

Zwischenzeitlich durch die Blitzsiege verwöhnt startete die Wehrmacht ihren Überfall auf die UdSSR in gewohnter Manier. Die sowjetischen Truppen wurden völlig überrascht und in wenigen Tagen stieß die sie viele Hundert Kilometer ins Landesinnere vor. Die deutschen Truppen wurden anfänglich von Weißrussen und Ukrainern als Befreier begrüßt. Doch der Wehrmacht folgten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD: Diese standen unter der Kontrolle der SS und ihre Hauptaufgabe bestand darin, Juden und Politkommissare aufzuspüren und zu töten. Eines der ersten deutschen Ziele war die Stadt Leningrad, das ehemalige St. Petersburg. Hitlers Primärvorhaben war, Leningrad und Stalingrad zu erobern, um dann nach Moskau vorzustoßen. Die erstgenannten Städte wurden auserwählt, da sie die Namen Lenins und Stalins trugen und symbolhaft für den Kommunismus standen. Bei Leningrad begann die erste Kesselschlacht des Zweiten Weltkrieges: Da die Stadt sich 900 Tage halten konnte, wurden so wertvolle Kräfte der Wehrmacht gebunden. Auch in Stalingrad begegnete am 23. Aug. 1941 dn deutschen Truppen Widerstand. Als die Deutsche Wehrmacht am 2. Okt. 1941 ca. 20 km vor Moskau standen, setzte sich Stalin panisch nach Sibirien ab. Doch da deutsche Truppen vor Lenin- und Stalingrad standen und dort durch den Widerstand der Bewohner und der Roten Armee gebunden wurde, brach im Hinterland die Versorgung ein. Die Deutsche Wehrmacht hatte durch Kriegsverbrechen der Waffen-SS den Rückhalt in der weißrussischen und ukrainischen Bevölkerung verloren. So schloss sich diese der sowjetischen Partisanenbewegung an. (→ Großer Vaterländischer Krieg)

Am 19. Nov. 1942 wurde die 6. Armee im Kessel von Stalingrad eingeschlossen und es begann der grausamste Stellungskrieg seit Verdun. Erst am 3. Febr. 1943 ergab sich die 6. Armee der Roten Armee und 91 000 Soldaten marschierten in die Gefangenschaft. Andere Kessel wie der um Charkow konnten durch den Einsatz der Waffen-SS gesprengt und zugunsten des NS-Regimes entschieden werden. Doch nun brach langsam die Ostfront weg und der Stern des Nationalsozialismus begann zu sinken. Zudem hatte die Deutsche Wehrmacht ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren. Hitlers ganzes Hoffen um den Endsieg wurde auf die Freiwilligenverbände der Waffen-SS gelegt. Obgleich diese vielfach keine Nationalsozialisten waren, kämpften Teile von ihnen fanatisch für den Sieg. So beispielsweise die Franzosen in der 33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“. Andere Einheiten der Waffen-SS machten sich nur durch inhumane Kriegsführung einen zweifelhaften Namen. So zum Beispiel die 13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“, die im Balkanraum eingesetzt wurde.

Ende des NS-Regimes

Nachdem sich die 6. Armee ergeben hatte, wurden die deutschen Frontlinien ab 1943 immer mehr nach Westen verlegt. Die reichsdeutsche Wohnbevölkerung wurde lange Zeit nicht um die wahren Zustände aufgeklärt. Jeden Rückzug erklärte das Propagandaministerium als erfolgreiche Frontbegradigung. Doch große Teile der Deutschen ahnten bereits, dass Hitlers Macht und mit ihm das NS-Regime am Ende war. So existierte seit den 1930er Jahren eine deutsche Widerstandsbewegung, die Hitler auch mit Attentaten bekämpfte.

Nachdem Adolf Hitler 1941 den USA den Krieg erklärt hatte, drängte Josef Stalin seine Verbündeten auf die Eröffnung einer zweiten Front im Westen. Diese erfolgte am 6. Juni 1944 mit der Landung der US-amerikanischer, kanadischer und britischer Truppen in der Normandie. Im deutschen Offizierskorps bestand seit längerer Widerstand gegen das NS-Regime. Dieser hatte sich um den deutschnationalen Claus Schenk Graf von Stauffenberg organisiert. Dieser gedachte Adolf Hitler mittels eines Bombenattentats zu ermorden und die NS-Elite mithilfe eines Notfallplanes zu beseitigen. Im Rahmen der Operation Walküre platzierte er am 20. Juli 1944 in Hitlers Hauptquartier, der ostpreußischen Wolfsschanze eine Bombe. Doch wie durch ein Wunder überlebte Hitler diesen Anschlag fast unverletzt. Der innerdeutsche Widerstand wurde zerschlagen und im Okt. 1944 setzte das NS-Regime alle Hoffnungen auf den deutschen Volkssturm. Zwischenzeitlich waren bis auf Japan alle Verbündeten abgefallen und waren aufseiten der Alliierten am militärischen Kampf gegen das NS-Regime beteiligt.

Hitlers Tod

Adolf Hitler hatte sich nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 im Führerbunker der Neuen Reichskanzlei verschanzt. Doch inzwischen waren alle Fronten zusammengebrochen: In der Reichshauptstadt Berlin kämpfte die 33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“ verbissen gegen die Rote Armee. Diese hatten Berlin zwischenzeitlich eingekesselt und das einstige Großdeutsche Reich lag in Schutt und Asche. Tagtäglich bombardierten die Alliierten deutsche Städte, während Landtruppen zu Fuß folgten. Die deutsche Bevölkerung stellte bis auf radikale Gruppierungen wie der Werwolf-Bewegung den Widerstand gegen die Alliierten ein. Stattdessen feierten sie die Westalliierten wie Befreier. Anders war die Situation im Osten. Die deutsche Bevölkerung litt unter den Rotarmisten. Diese zahlten dem NS-Regime seine Grausamkeiten in gleicher Münze heim. Die Soldaten der Roten Armee waren indoktriniert worden, dass das deutsche Volk keine Menschen, sondern primitive Tiere seien. Und so zogen sie plündernd und vergewaltigend durch die eroberten Städte und Gemeinden.

Bevor Adolf Hitler Ende April 1945 im Führerbunker seinem Leben ein Ende setzte und sich feige erschoss, machte er sein politisches Testament: In diesen ernannte er Josef Goebbels zum neuen Reichskanzler. Goebbels, der trotz allem als beliebtester Politiker der Nationalsozialisten galt, da er sich als Einziger in den zerbombten Städten zeigte und der Bevölkerung Mut machte, fühlte sich geehrt. Doch er dachte nicht daran, seinen Führer und Reichskanzler zu überleben. Neuer Reichspräsident wurde Großadmiral Karl Dönitz, ein hochdekorierter Deutschnationaler. Dieser war erst 1944 mit der Verleihung des goldenen Parteiabzeichens automatisches Mitglied der NSDAP geworden. Die Reichsminister Hermann Göring und Heinrich Himmler wurden ihrer Posten enthoben und unehrenhaft aus der NSDAP ausgestoßen.

Am 29. April 1945, eine Stunde vor seinem Selbstmord, heiratete Hitler seine langjährige Geliebte Eva Braun. Nach der gemeinsamen Selbsttötung der Hitlers nahm sich auch das Ehepaar Goebbels am 30. April das Leben. Zuvor hatten sie ihre sechs Kinder mit Zyankali vergiftet.

Ausblick

Der Selbstmord Adolf Hitlers wurde der Bevölkerung mit veröffentlichten Lüge verheimlicht, dass „der Führer ehrenvoll im Kampf um die Reichshauptstadt gefallen“ sei. Am 8. und 9. Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht und der II. Weltkrieg war de facto beendet.

Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Europa hinterließ einen völlig zerstörten Kontinent. Sein trauriges Erbe waren zwischen 5,7 und 6,3 Mio. industriell ermordeter Juden und rund 20 Mio. Todesopfer in der UdSSR. Global betrachtet hatte der II. Weltkrieg über 50 Mio Todesopfer. Die Hitler nachfolgende Regierung Dönitz bemühte sich vom 2. Mai 1945 an bis zu ihrer völkerrechtswidrigen Verhaftung (23. Mai 1945) um politische Schadens-Begrenzung.

Das ehemalige Großdeutsche Reich wurde nun auf seine Staatsgrenzen vom 1937 zurückgenommen und in Besatzungszonen eingeteilt. Die deutsche Bevölkerung in den Ostgebieten wurde bis auf geringe Reste vertrieben.

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Neuer Brockhaus, Vierter Band S–Z, Artikel „Volksabstimmung“
  2. Dieter Blumenwitz: Was ist Deutschland?, S. 30
  3. Rudolf Jung: Der nationale Sozialismus, S. 12. Andere Quellen geben 674 131 qkm an.


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