Namibia

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Republik Namibia
Republic of Namibia
Republiek van Namibië
Flag of Namibia.svg


Wappen Coat of arms of Namibia.svg
Motto Unity, Liberty, Justice
Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit
Gründungsdatum 21. März 1990
Hauptstadt Windhoek
Staatsform Präsidialrepublik
Gliederung 13 Regionen
Staatsoberhaupt Hifikepunye Pohamba
Einwohner 2 128 471 (2010)
Weitere Informationen
Fläche 824 292 qkm
Bevölkerungsdichte 2,6 pro qkm
Währung 1 Namibia-Dollar = 100 Cents
Rechtsnachfolger von

Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika

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Republik Namibia (engl. Republic of Namibia, af. Republiek van Namibië), Name eines südwestafrikanischen Staates mit der HauptstadtWindhoek. Der Staatsform nach bildet Namibia eine Präsidialrepublik und die Namen Deutsch-Südwest und Südwestafrika werden synonym verwendet.

Fläche, Bevölkerung, Region, Sprache

Namibia weist eine Fläche von 824 292 qkm sowie eine gemischte Bevölkerung auf, die etwas über 2,1 Mio. Einwohner umfasst. Das Gros gehört stammesmäßig den Bantu und den Herero an. Etwa 47 Prozent sind Angehörige der Ovambo. Daneben gibt es auch eine kleine weiße Minderheit im Land.

Als Amtssprachen sind heute Englisch und diverse afrikanische Sprachen anerkannt. Daneben sind auch Afrikaans und Deutsch verbreitet. Der Religion nach sind 90 Prozent der Bevölkerung Christen, von denen ca. 62 Protestanten und 17 Prozent Katholiken.

Portugiesische Entdeckung

Namibias Küstengebiete ward 1485/87 von portugiesische Seeleute entdeckt. Unter ihnen war auch der Deutsche Martin Behaim. In der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wanderten verschiedene Bantustämme in das Gebiet ein, die von Norden und Nordosten nach Namibia eindrangen.

Im 17./18. Jahrhundert wurde das Küstengebiet von niederländischen und englischen Seeleuten erforscht. 1723 landete das erste niederländische Schiff in der Walvis Bay. Dieses war zum Walfang von der Kapprovinz aus gestartet und ab 1760 siedelten sich die ersten Buren in den südlichen Gebieten an.

Als deutsche Kolonie

1883 erwarb der deutsche Kaufmann Adolf Lüderitz das Gebiet der späteren Lüderitzbucht und des Oranje. 1884 erklärte das Deutsche Reich das Gebiet zum deutschen Schutzgebiet und ab 1885 ward der Anspruch auf das Gebiet des heutigen Staates ausgedehnt.

1890 wurde die Ostgrenze Namibias festgelegt und ab 1893 liessen sich die ersten deutschen Siedler in Windhoek nieder und in den nächsten zwei Jahren sollten die Nama gewaltsam unterworfen werden.

1904/07 kam es zu den sogenannten Hottentotten-Kriege, als sich die Herero und Nama gegen die deutschen Siedler erhoben. Bei einem anschließenden Vernichtungsfeldzug deutscher Schutztruppen kam es an einem Völkermord an den Herero und Nama. Insgesamt starben rund 60 000 Menschen in der Kalahari-Wüste an Hunger und Durst. Allein von den 60–80 000 Hereros überlebten nur etwa 15 000.

1908 wurden in der Lüderitzbucht Diamanten gefunden, was Begehrlichkeiten Großbritanniens weckte. 1914 begann der Erste Weltkrieg und die etwa 3000 Mann starke deutsche Schutztruppe ergab sich 1915 einem Expeditionskorps der Südafrikanischen Union. Diese übernahm die Verwaltung des Gebietes.

Südafrikanische Verwaltung

1920 erklärte der Völkerbund Namibia zum „C-Mandat“ und das Gebiet erhielt fünf Jahre später Autonomie innerhalb der Südafrikanischen Union.

1946 wurde der Republik Südafrika das C-Mandat Südafrika entzogen und den Vereinten Nationen als Treuhandgebiet unterstellt. Südafrika weigerte sich jedoch, diesen Beschluss anzuerkennen und behandelte Namibia weiterhin als reguläres Staatsgebiet. 1960 kam es in Namibia zur Gründung der SWAPO, deren Vorsitzender Sam Nujoma wird.

1966 erfolgte der Austritt Südafrikas aus dem britischen Commonwealth of Nations und die Einführung des Apartheidssystem, was Südafrika endgültig die Aberkennung als Mandatsmacht der UN brachte.

1971 stellte der Internationale Gerichtshof in Den Haag fest, dass die Besetzung Namibias durch Südafrika völkerrechtswidrig sei.

Bürgerkrieg, Weg in die Unabhängigkeit

1975/88 herrschten Bürgerkriegähnliche Zustände in Namibia, bei denen die SWAPO als einzige legitime Vertretung Namibias durch die UN anerkannt ward. 1988 einigen sich alle politische Parteien auf einen allgemeinen Waffenstillstand. Es ward ein Zeitplan einer zukünftigen Unabhängigkeit erstellt.

1989 wurden Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung abgehalten, welche die SWAPO gewann und 1990 ward die Verfassung des Landes verabschiedet. Samuel Nujomas wurde Staatspräsident und 1994 fiel die südafrikanische Enklave Walvis Bay an den namibischen Staat zurück.


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