Nationalbolschewismus

Nationalbolschewismus, Sammelbezeichnung diverser politisch-ideologischer Strömungen zurzeit der Weimarer Republik. Seit den 1950er Jahren werden vor allem in der Bundesrepublik Deutschland von Parteien und Bewegungen Positionen vertreten, die sich aus dem Nationalbolschewismus ableiten lassen. Die Begriffe Nationalmarxismus und Nationalkommunismus werden synonym verwendet. Beiwort ist nationalbolschewistisch.

Politische Ausrichtung

Der Nationalbolschewismus agierte unter vielen Formen und in fast allen politischen Lagern. Doch war der Nationalbolschewismus untereinander stark zerstritten. Eines der Hauptziele war jedoch die Anlehnung des deutschen Nationalstaates an die Sowjetunion und Übernahme zahlreicher sozialistisch-kommunistischer Positionen.

Aber auch von Kreisen der politischen Rechten wurden Positionen des Nationalbolschewismus vertreten: So von einer Splittergruppe der NSDAP, dem Strasser-Kreis, die die Enteignung und Verstaatlichung des Großkapitals und der Betriebe forderte.

Eine sozialistisch-kommunistische geprägte Weltrevolution lehnte diese politische Bewegung ab. Vielmehr propagierte der Nationalbolschewismus eine harmonische Verschmelzung von Konservatismus, Nationalismus und des Sozialismus.

Entstehung

Der Nationalbolschewismus wurde durch zwei Sozialrevolutionäre und Mitbegründer der KPD begründet. Heinrich Laufenberg und Fritz Wolfheim propagierten nach Abschluss des Versailler Vertrages in ihrer Heimatstadt Hamburg gegen die „Verstümmelung des deutschen Reichskörpers“ und traten für die Revision der neuen Reichsgrenzen ein. Auch sollte das deutsche Volk, mit Ausnahme einer kleinen Anzahl Kapitalisten, proletarisiert werden. Es ging ihnen also nicht nur um die Arbeiterklasse, sondern um die gesamte Gesellschaft als solches. Diese sollte in einer deutschen Räterepublik zusammengefasst sein.

Laufenberg und Wolfheim sahen in Konservatismus, Nationalismus und Sozialismus keine unüberbrückbaren Gegensätze. In diesem Sinne propagierten sie ab 1919 den Begriff eines „Volksganzen“. Der Klassenkampf sei als Vorstufe eines „Volkskampfes“ zu begreifen. Die Arbeiterklasse sollte die Befreiung aller unterdrückter Volksmassen anführen, wobei die Kommunistische Partei Deutschlands die politische Organisation bilden sollte. Politische Führer sollten aber aus der KPD nicht entstehen.

Siehe auch


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