Nationalsozialismus (Österreich)

Aus Deutsche Geschichte
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die deutschösterreichische Ideologie „Nationalsozialismus“. Für weitergehende Informationen siehe auch: Nationalsozialismus (Begriffsklärung) und Nationalsozialismus.

Nationalsozialismus, Selbstbezeichnung einer ideologisch-politischen Strömung in Österreich-Ungarn. Politisch wurde diese Ideologie der radikalen Rechten zugerechnet.

Politische Ausrichtung

Der frühe Nationalsozialismus, wie er in Österreich-Ungarn vertreten wurde, verstand sich als sozialrevolutionär und vertrat programmatisch Positionen, die aus dem Marxismus und dem Deutschnationalismus abgeleitet wurden. Der österreichische Nationalsozialismus war durch die Übernahme des Linzer Programms zwar latent antisemitisch, aber nicht ausgeprägt rassistisch ausgelegt. Diese Variante forcierte ein basisdemokratisches System.

Definition

1903 schlossen sich in Österreich-Ungarn verschiedene politische Bewegungen zur Deutschen Arbeiterpartei zusammen. Programmatisch wurde die Partei der radikalen Rechten zugerechnet, da sie Positionen der Sozialdemokratie und des Deutschnationalismus vertraten.

Die DAP waren regional gegliedert und basisdemokratisch ausgerichtet und dort herrschten, dem damaligen Zeitgeist folgend, latente antisemitische Strömungen. Doch radikal antisemitisch war die Partei nicht. Dieser Punkt wurde in Wien auch von der Alldeutschen Partei immer wieder bemängelt. Denn als Vertreter des Deutschnationalismus vertraten die österreichischen Nationalsozialisten Positionen, die sie in die Nähe der Alldeutschen brachte. So waren sie für einen politischen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.

Im Laufe des Ersten Weltkrieges radikalisierte sich die politische Lage der Donaumonarchie. So nannte sich die DAP im Mai 1918 in Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei um und folgte damit dem Vorbild der tschechischen Nationalsozialisten. Ende Oktober, Anfang November 1918 wurde die DNSAP in zwei „nationale Flügel“ geteilt, da die sudetendeutschen Siedlungsgebiete der neu gegründeten Tschechoslowakei zugeordnet wurden. In Prag war unter Rudolf Jung die DNSDAP (ČSR) aktiv; in Wien unterstand die DNSAP (Österreich) Walter Riehl.

Ab 1922 radikalisierte sich die DNSAP in der Tschechoslowakei. Diese nahm immer mehr Positionen der reichsdeutschen Nationalsozialisten an, die dort seit einem Jahr unter der politischen Führung eines deutschen Österreichers namens Adolf Hitler standen. Hitler war ein Deutsch-Nationaler alldeutscher Prägung. Als großer Bewunderer Georg von Schönerers und Karl Luegers war er ein ausgesprochener Rassenantisemit. Hitler setzte bereits 1920, bei einem Internationales Treffen deutschsprachiger Nationalsozialisten in Salzburg (Deutscher Tag), durch, dass alle deutschsprachigen Nationalsozialisten als politisches Symbol die von ihm maßgeblich mit entworfene Hakenkreuzfahne führten. Das Hakenkreuz hatte Hitler sich der Thule-Gesellschaft entliehen, einer deutschvölkischen Geheimorganisation innerhalb des „Germanenordens“. Jung propagierte seit spätestens Januar 1933 Hitlers Ziele unter den Sudetendeutschen. Noch 1933 schlossen sich die Nationalsozialisten der Tschechoslowakei der von Konrad Henlein geführten Sudetendeutschen Partei (SdP) an.

In der Republik Österreich waren die Nationalsozialisten seit 1923 zerstritten. Walter Riehl, der den Parteivorsitz an Karl Schulz abgegeben hatte, wurde 1924 aus der DNSAP wegen „parteischädigendes Verhaltens“ vom parteieigenen Schiedsgericht ausgeschlossen, weigerte sich aber seinen Parteiausweis abzugeben. In einer Besprechung hatte Riehl einmal die Anhänger Hitlers als „radikalste unter den Radikalen“ bezeichnet und verurteilte den missglückten Hitlerputsch, da er weiterhin ein Vertreter demokratischer Parteistrukturen war. Schulz dagegen stand für einen revolutionär-antidemokratischen Nationalsozialismus, wie er von Adolf Hitler propagiert wurde. Der bis dahin vorherrschende Deutschnationalismus sollte nun vom völkischen Nationalismus der Weimarer Republik ersetzt werden. Mit dieser Forderung ging einher, dass sich die österreichischen Nationalsozialisten bedingungslos Hitler unterstellen und dessen radikalen Antisemitismus unterstützten. Darauf hin gründete Riehl mit dem Deutschsozialen Verein eine betont basisdemokratische Richtung innerhalb der österreichischen Nationalsozialisten.

1926 wurde die österreichische NSDAP gegründet. Die bis dahin bestehende DNSAP wurde aufgelöst und in die NSDAP eingegliedert. Die österreichische NSDAP vertrat in allen Positionen das 25-Punkte-Programm Adolf Hitlers und traten für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ein. 1933 wurde die Partei verboten und die Nationalsozialisten agierten für fünf Jahre im Untergrund. 1938 wurden sie mit den Führungsgeschäften der Republik Österreich betraut und vollzogen den Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich.

Siehe auch


Info Sign.svg Hinweis: Dieser Artikel ist im Deutsche-Geschichte-Wiki entstanden. Der Inhalt dieser Seite ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert und darf entsprechend unter den dort genannten Bedingungen weiterverwendet werden.