Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei

Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei

Nationalsozialistische
Bewegung
Flag of the NSDAP (1920–1945).svg
Parteiemblem NS-Logo.png
Farbe(n) Schwarz-Weiß-Rot
Motto Deutschland erwache
Gründungsdatum 24. Februar 1920
27. Februar 1925
(Neugründung)
Sitz München
Parteiform Führerpartei
Massenpartei
Rechtspartei
Volkspartei
Ausrichtung nationalsozialistisch
sozialrevolutionär
deutschvölkisch
antidemokratisch
antimarxistisch
antiliberal
antisemitisch
Gliederung nach Führerprinzip
(Seit Januar 1922)
Parteivorsitzender Anton Drexler
(1920–1921)
Adolf Hitler
(1921–1945)
Martin Bormann
(1945)
Mitglieder ca. 10 Millionen
Trägerverein NSDAV
Parteiorgan(e) Völkischer Beobachter
Jugendorganisation(en) Hitlerjugend
Aufgelöst seit

10. September 1945

Rechtsnachfolger von

Deutsche Arbeiterpartei

Alternatives Parteiemblem

Parteiadler der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (1933–1945).svg
(Hoheitszeichen der NSDAP)

DNSAP Fahne (Österreich).png
Hakenkreuzfahne aus den Anfangsjahren der NSDAP

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), Name einer radikalen Rechts- und Führerpartei zur Zeit der Weimarer Republik. Als Trägerverein galt der NSDAV. Die NSDAP hatte ihren Sitz in München und bestand mit Unterbrechung etwa 25 Jahre. Sie war zur Zeit des NS-Regimes Staatspartei und strukturell territorial sowie politisch-administrativ aufgebaut. Zum Zeitpunkt ihrer Auflösung (1945) waren rund zehn Millionen Mitgliedsnummer[1] vergeben worden, von denen etwa noch 8,5 Millionen[2] als aktiv galten. Offizielles Parteiorgan war der Völkische Beobachter. Die Schreibung National-Sozialistische Deutsche Arbeiterpartei und der Begriff nationalsozialistische Bewegung werden synonym verwendet. Letzteres wird aufgrund der Zugehörigkeit der NSDAP zur deutschvölkischen Bewegung abgeleitet. Beiwort ist nationalsozialistisch.

Inhaltsverzeichnis

Politische Ausrichtung

Der reichsdeutsche Nationalsozialismus vertrat programmatisch Positionen, die sowohl aus dem Sozialismus und dem völkischen Nationalismus abgeleitet wurden. Trotz des anfänglichen Einflusses der sozialistischen Rechten wurde die NSDAP nie eine Arbeiterpartei. Nach der Ausschaltung des sozialrevolutionären Flügels (1926) stieg die NSDAP zur ersten Volkspartei in der deutschen Geschichte auf. Der Nationalsozialismus hitlerscher Prägung war ausgesprochen rassenantisemitisch und hatte die NS-Rassenlehre zur Doktrin.

Durch den einstigen starken Einfluss des linken Parteiflügels forcierte die Partei bis zu ihrem Untergang ein sozialrevolutionär-antidemokratisches Regierungssystem, das in einer klassenlosen Gesellschaftsform enden sollte. So sollte aus der bestehenden Gesellschaftsform eine allumfassende „NS-Volksgemeinschaft“ und aus der demokratischen Republik eine „germanische Demokratie“, ein diktatorischer Führerstaat werden.

Parteigeschichte

Im Januar 1919 gründeten Anton Drexler und Karl Harrer in München die Deutsche Arbeiterpartei, welche eine Splittergruppe innerhalb der deutschvölkischen Bewegung darstellte. Da ihr politischer Kader aus der „Thule-Gesellschaft“ stamme, war die DAP radikal völkisch und rassenantisemitisch ausgerichtet. In der im Mai 1919 gegründeten Deutschsozialistischen Partei hatte die DAP in München eine ähnlich ausgerichtete Konkurrenzpartei.

Im September 1919 trat ein junger Verbindungsmann der bayrischen Reichswehr in die DAP ein, der ab 1920 dort immer mehr Einfluss erreichen und 1921 die Führungsposition in der Partei einnehmen sollte: Adolf Hitler. Dieser wurde sofort nach Eintritt zum Propagandachef ernannt und als siebtes Mitglied ins Parteigremium aufgenommen. Hitler holte im Januar 1919 Hermann Esser in die Partei, der mit ihm im September 1919 eine Veranstaltung der DAP besucht hatte.

Einführung des Hakenkreuzes als politisches Symbol der DAP

Am 24. Februar 1920 hielt Hitler unangemeldet eine öffentliche Rede im Münchner Hofbäuhaus vor über 2000 Menschen. In deren Folge nannte er die DAP erstmals „nationalsozialistisch“ und es wurde ein „immer währendes“ 25-Punkte-Programm verabschiedet, dass sowohl sozialrevolutionäre als auch rechtsnationale Forderungen umfasste. Esser war zusammen mit Karl Harrer und Anton Drexsler für die sozialistischen und Hitler für die deutschvölkischen Positionen des Programms verantwortlich.

Die DAP wollte nun mit dem Namenszusatz „nationalsozialistisch“ vor allen die sozialdemokratisch und sozialistisch orientierte Arbeiterschaft für die „nationale Sache“ erreichen. Auf dieser Veranstaltung wurden von der DAP erstmals das Hakenkreuz und die von Hitler mutgestaltete Hakenkreuzfahne als politisches Symbol gezeigt. Das Hakenkreuz hatte Adolf Hitler von der Thule-Gesellschaft übernommen, da es in den Organisationen der völkischen Bewegung weit verbreitet war.

Vonseiten Hitlers wurde begonnen, mit diversen rechtsnationalen Freikorpseinheiten zusammenzuarbeiten. Damit wurde die DAP fest in die extremen Rechten etabliert. So übernahmen Angehörige der Marinebrigade Erhardt den bewaffneten Saalschutz der Partei und stellten den Kader der späteren SA. Nach der erfolgten Besetzung des Ruhrgebietes zerstritten sich Hermann Erhardt und Hitler und so zog Ersterer seine Truppen bis auf geringe Reste ab. Bereits im April 1920 wurde das Freikorps aufgelöst und in die entstehende Reichsmarine integriert.

Teilnahme der DAP am „Deutschen Tag“ in Salzburg

Bereits seit dem 8. Dezember 1919 bestand eine lose Zusammenarbeit mit der in Wien gegründeten Zwischenstaatlichen Kanzlei des deutschen Sprachgebietes des österreichischen Nationalsozialisten Walter Riehl. Anton Drexler nahm am 1. März 1920 Kontakt zu diesem auf, nachdem ihn Riehl im Dezember 1919 angeschrieben hatte. Es wurde zwischen beide eine lose Zusammenarbeit beschlossen. Infolge dieser Zusammenarbeit nahmen Anton Drexler und Adolf Hitler am 7. und 8. August 1920 vom Riehl veranstalteten Deutschen Tag in Salzburg teil. Dort trat auch der Düsseldorfer Deutschsozialist Anton Brunner als Redner auf. Riehl plante, unter seiner Führung alle nationalsozialistisch orientierten Gruppierungen föderativ in eine großdeutscheDeutsche Nationalsozialistische Partei“ zusammenzufassen[3]. Doch dieses Vorhaben scheiterte vor allem an Widerstand Hitlers. Stattdessen kamen alle Parteien überein, als Kompromiss einen Ausschuss der „Nationalsozialistischen Partei Großdeutschlands“ zu gründen[3].

Gründung der NSDAP und Übernahme des Parteivorstandes durch Hitler

Am 12. Oktober 1920 ließ Adolf Hitler den NSDAV als offiziellen Verein in das Münchner Vereinsregister eintragen. Gleichzeitig wurde der bisherige Parteiname in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei geändert. Hitler forderte Anton Drexler und Karl Harrer ultimativ auf, ihm den Parteivorsitz zu überlassen. Als diese sich weigerten, traten sowohl Hitler als auch Hermann Esser aus der Partei aus. Erst am 29. Juli 1921, viel später als von Hitler gefordert, wurde dieser auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen Parteivorsitzenden gewählt.

Im Januar 1922 ward Adolf Hitler auf einer weiteren Mitgliederversammlung, an der auch mit Hans Prodinger, Sepp Koller und Rudolf Jung österreichische und sudetendeutsche Nationalsozialisten teilnahmen, diktatorische Vollmachten verliehen. Nach dem Vorbild Benitos Mussolinis und seiner faschistischen Partei wurde die NSDAP strikt nach dem „Führerprinzip“ ausgerichtet.

Hitlerputsch und Parteiverbot

Die NSDAP war fester Bestandteil der deutschvölkischen Bewegung und sah sich nun als Motor der Gesamtbewegung an. So bestand innerhalb der DVB eine enge Zusammenarbeit mit der nordischen Bewegung, dem Bund Oberland und der röhmschen Reichskriegsflagge sowie der Deutschvölkischen Freiheitspartei. Gleich Mussolini, dem es 1922 in Italien gelungen war, sich mit seinem Marsch auf Rom an die Spitze des Staates zu stellen, wurde von den Völkischen beschlossen, 1923 von München aus einen „Marsch auf Berlin“ zu initiieren.

Am 8.  November 1923 setzte Adolf Hitler mithilfe seiner paramilitärischen SA und der verbündeten Wehrverbände den Generalkommissar von Bayern (Gustav Ritter von Kahr), den Oberbefehlshaber der Bayrischen Reichswehr (General Otto von Lassow) und den Chef der Bayrischen Landespolizei (Oberst Hans Ritter von Seißer) im Bürgerbräukeller fest. Dabei konnte sich Hitler auf den Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff stützen, der bei allen geachtet war. Unter Waffengewalt wurden diese von Hitler genötigt, die Nationalsozialisten zu unterstützen. Zum Entsetzen Hitlers entließ Ludendorff die Festgesetzten auf „Handschlag und Ehrenwort“. Ludendorff beruhigte Hitler, dass die Entlassenen Ehrenmänner seien und deshalb zu ihrem Worte stünden.

Am frühen Morgen des 9. November 1923 entschied sich von Kahr nach fast fünfstündiger Beratung mit von Seißer und Lassow, sich nicht von Hitler erpressen zu lassen. Deren Einwand, sie stünden bei Ludendorff im Worte, wehrte von Kahr mit der Begründung ab, er sei Zivilist. Er beschloss, den Putschversuch Hitlers niederschlagen zu lassen und informierte Landespolizei und Reichswehr. Am Vormittag zogen Ludendorff und Hitler gemeinsam mit rund 1500 Anhängern durch Münchens Innenstadt. Ernst Röhm hatte mit seinem 400 Mann starken WehrverbandReichskriegsflagge“ das Münchner Wehrkreiskommando besetzt. Adolf Hitler selbst begleitete sein persönlicher und rund 30 Mann starker Stoßtrupp sowie weitere bewaffnete Einheiten der SA. An der Feldherrnhalle kam der Trupp der Putschisten zum Stoppen: Stark bewaffnete Einheiten der Bayrischen Landespolizei und der Reichswehr erwarteten sie bereits. Beim folgenden Feuergefecht wurden 16 Putschisten und drei Polizisten erschossen. Am 23. November 1923 verbot Gustav Ritter von Kahr die NSDAP und löste die SA auf.

Verbotszeit

Am 1. April 1924 wurden Adolf Hitler, Erich Ludendorff, Wilhelm Frick, Ernst Röhm und weitere Putschisten vor Gericht gestellt. Wider erwartend wurde nicht das Leipziger Reichs-, sondern das I. Münchner Landgericht für den Prozess vorgesehen. Das wurde bei der Münchener Bevölkerung mit Erstaunen registriert, da bei Hochverrat Leipzig zuständig war. Da Adolf Hitler bereits 1923 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt war, erwartete diesen jetzt eine empfindliche Haftstrafe. Doch Otto von Lassow und Hans Ritter von Seißer setzten sich persönlich dafür ein, dass Hitler und seine Mitangeklagten glimpflich davon kamen: Hitler wurde nach 24 Prozesstagen zu fünfjähriger Festungshaft, alle anderen zu Geldstrafen verurteilt. Erich von Ludendorff wurde freigesprochen. Staatsanwaltschaft und der Richter boten Hitler zuvor beim Prozess eine politische Bühne. Sie beteuerten, dass sie ihn und seine Putschisten grundsätzlich verstünden, da auch sie „vaterländisch“ dächten und fühlten. In der Haft verfasste Hitler den ersten Band von „Mein Kampf“ und beging in Landsberg am Inn seinen 33. Geburtstag.

Ersatzorganisationen

Hitler beauftrage den Baltendeutschen Alfred Rosenberg, die NSDAP während seiner Haftzeit aufrechtzuerhalten und auszubauen. So wurde am 30. Januar 1924 in Nord- und Westdeutschland die Großdeutsche Volksgemeinschaft gegründet, die vor allem von der sozialistischen Rechten (linker Parteiflügel) getragen wurde. In Süddeutschland organisierte sich mit der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands große Teile der deutschvölkischen Bewegung (rechter Parteiflügel). Ernst Röhm, zwischenzeitlich aus der Reichswehr entlassen, führte die Sturmabteilung im Frontbann zusammen und baute sie dort zu einem über 30 000 Mann starken politischen Kampfverband aus. Doch bereits am 24. Dezember 1924 wurde Hitler nach nur fünfmonatiger Haftstrafe entlassen, da die Reststrafe erneut zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er erhielt jedoch im Februar 1925 ein politisches Redeverbot erteilt, dass erst im Frühjahr 1927 aufgehoben wurde.

Neugründung

Am 27. Februar 1925 gründete Adolf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller die NSDAP neu und ließ diese am 25. August erneut als Verein (NSDAV) eintragen. Die neue Partei wurde vor allem auf die Großdeutsche Volksgemeinschaft aufgebaut und sollte nun im gesamten Reichsgebiet agieren.

Am 1. April 1925 erhielt Josef Dietrich den Auftrag, einen neuen Saalschutz aufzustellen. Bereits am 4. April war dieser aus Reihen des ehemaligen Stoßtrupp Adolf Hitler aufgestellt und wurde auf Hitler vereidigt. Recht schnell war die neue Truppe als „Schutzstaffel“ bekannt. Im November 1925 ward auch die Sturmabteilung wieder zugelassen, aber im Gegensatz zu ihren Anfangsjahren nicht mehr bewaffnet. Fußte die NSDAP in ihren Anfangsjahren ihr Dasein als Partei des nationalistisch-völkischen Kleinbürgertums, so entwickelte sie sich nach ihrer Wiederzulassung zur ersten Volkspartei der deutschen Geschichte: Die NSDAP umfasste nun Bevölkerungsschichten des Klein- und Großbürgertums, der Arbeiterschaft und Mittelschicht und fand auch zunehmend in der Schwerindustrie ihre Anhänger.

Parteiaufbau

Bis zu ihrem Parteiverbot umfasste die NSDAP diverse Ortsgruppen, die sich überwiegend in Bayern befanden. Doch auch in Norddeutschland existierten einige kleinere dieser Gruppen.

Nach der Wiederzulassung der Partei ward begonnen, die NSDAP strikt nach dem Führer- und Gefolgschaftsprinzip zu organisieren. Im Zuge der Errichtung einer klassenlosen deutschen Volksgemeinschaft bildete das deutsche Volk die größte Gefolgschaft, die ihrerseits dem nächst höheren NS-Führer zu Treue und Gehorsam verpflichtet war.

Auch die NSDAP-Führer waren nach diesem „Führerprinzip“ organisiert, an dessen Spitze der Führer der NSDAP Adolf Hitler stand. Das Reichsgebiet ward in „Hoheitsgebiete“ der NSDAP aufgeteilt, dessen Leitung ein Hoheitsträger der Partei vorstand:

Richtungskämpfe

Aufgrund des Redeverbots Hitlers bestanden seit 1925 innerhalb der Partei zwei politische Strömungen: zum einen der linke Flügel, der als „Strasser-Kreis“ bekannt wurde. Dieser vertrat politisch Positionen, wie sie auch im Nationalbolschewismus gefordert wurden. Aus dieser Gesinnung heraus wurde von der sozialistischen Rechten unter anderem auch die Sozialisierung der Schwerindustrie gefordert. Der SA-Führer Ernst Röhm war eines der prominentesten Vertreter dieses Flügels. Der rechte Parteiflügel wurde anfänglich von den Deutschvölkischen um Adolf Hitler gebildet, der das konservative Bürgertum und die nationalistisch eingestellten Industriellen binden sollte. Auf der Bamberger Führungstagung (1926) wurden die internen Richtungskämpfe offiziell beigelegt und im Frühjahr 1927 ward Hitlers Redeverbot aufgehoben.

Eingliederung der österreichischen Nationalsozialisten und Gründung der HJ

Nach seiner Haftentlassung nahm Adolf Hitler Kontakt zu den österreichischen Nationalsozialisten auf. Diese waren untereinander jedoch seit 1923 stark zerstritten, da der gemäßigte Flügel unter Walter Riehl den Hitlerputsch abgelehnte. Dieser formierte sich seit 1924 als Deutschsozialer Verein. Der radikale Flügel unterstellte sich als „Schulz-Gruppe“ Hitler und so gründete Karl Schulz etwas später die österreichische NSDAP.

1926 wurde mit der Hitlerjugend auch eine Jugendorganisation aufgebaut. Diese wurde zusammen mit der SS auf dem gleichjährigen Reichsparteitag der SA unterstellt. Im selben Jahr gab Hitler seine österreichische Staatsangehörigkeit auf und wurde staatenlos. In nachfolgenden Gerichtsprozessen stimmte Adolf Hitler 1930 offiziell zu, eine mögliche Machtübernahme der Nationalsozialisten nur noch über parlamentarisch-demokratische Wahlen zu erreichen. Darauf hin wurde das 1924 verhängte Redeverbot Hitlers aufgehoben.

Mitgliederentwicklung und erste Wahlerfolge

Datum Mitglieder
Ende 1919 64
Ende 1920 3000
Ende 1921 6000
23. November 1923 55 787
Ende 1925 27 117
Ende 1926 49 523
Ende 1927 72 590
Ende 1928 108 717
Ende 1929 176 426
Ende 1930 389 000
Ende 1931 806 294
April 1932 1 000 000
Ende 1932 1 200 000
Ende 1933 3 900 000

Ende 1919 besaß die DAP 64 Mitglieder. Nach der Umbenennung der Partei in NSDAP waren dieser bereits 3000 Personen beigetreten. Bis zum Hitlerputsch gehörten ihr 55 787 Deutsche an. Infolge wirtschaftlicher Notlagen wandten sich die Betroffenen den radikalen Parteien zu: Ende 1928 hatte die NSDAP 108 717 Mitglieder verzeichnet.

1924 zogen mit der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung Großdeutschlands erstmals Nationalsozialisten in Länderparlamente ein und seit 1930 waren sie regelmäßig im deutschen Reichstag vertreten: 1930 zog die NSDAP mit 107 Abgeordneten in den Reichstag ein, da sie 18,3 Prozent der Stimmen erzielt hatte.

Im Wahlkampf 1932 versprach Hitler den fast sechs Millionen Arbeitslosen, dass unter seiner Regierung ein jeder eine Beschäftigung haben sollte. So erreichte seine Partei am 31. Juli 1932 mit 230 Sitzen die politische Mehrheit im Parlament, da sie einen Stimmenanteil von 37,4 Prozent erreicht hatte. Es gilt aber zu bedenken, dass der Wahlkampf von den Straßenkämpfen der SA mit dem roten Frontkämpferbund der KPD geprägt war und viele Menschen verunsichert waren. Aber Hitlers NSDAP erreichte augenscheinlich Personen, die früher mehrheitlich die Sozialdemokratie und den Kommunismus gewählt hatten.

Bei den Neuwahlen vom 17. November 1932 erlitt die NSDAP einen Wählerverlust. Sie erreichte nur noch 33,1 Prozent der Wähler und zog mit 196 Sitzen in den Reichstag ein. Im gleichen Jahr beschloss Adolf Hitler, sich zum Reichspräsidenten wählen zu lassen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, sich einbürgern zu lassen, erreichte er am 26. Februar 1932 seine Einbürgerung über die Staatsangehörigkeit des Freistaates Braunschweig und wurde so Reichsangehöriger.

Bündnis mit Stahlhelm und DNVP (Harzburger Front)

Für den Wahlkampf 1932 bildete die NSDAP mit dem Stahlhelmbund (einem paramilitärischen Traditionsverband mit rund 400 000 Mitgliedern) und der Deutschnationalen Volkspartei in Bad Harzburg einen politischen „Kampfverband“, der als Harzburger Front bezeichnet wurde.

Durch geschickte Propaganda und namentlich durch das aggressive Auftreten der „braunen Front“ (SA, SS und HJ) ward Hitler am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Bei den von Hitler angesetzten Neuwahlen erreichte die NSDAP bei freien Wahlen ihr bestes Ergebnis: Mit 43,9 Prozent erreichte sie 288 Sitze.

Zementierung der NS-Dikatur

Ab Februar 1933 begann das Kabinett Hitler gezielt, eine nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu errichten, die die bestehende demokratische Republik de facto aufhob. Am 12. November 1933 stimmten die Reichsdeutschen per Volksabstimmung über den von Hitler beschlossenen Völkerbund-Austritt ab und dieser wurde mit mehr als 95 Prozent begrüßt. Dieses war ein wichtiger Schritt zum nationalsozialistischen Einheitsstaat, da sich das Dritte Reich nun freiwillig außerhalb des geltenden Völkerrechtes stellte. Die Ausschaltung des Völkerrechtes benötigte Hitler für einen späteren Krieg mit der damaligen Sowjetunion, die ebenfalls nicht dem Völkerbund angehörte. Wichtigstes Mittel zur Errichtung des Einheitsstaates war das am 24. März 1933 verabschiedete „Ermächtigungsgesetz“.

Am 30. Januar 1934 löste Adolf Hitler dann die bestehenden Länder de facto auf, indem er bereits im April 1933 die Ministerpräsidenten durch Reichsstatthalter ersetzt hatte. Diesen im Grunde völkerrechtswidrigen Akt, die deutschen Länder waren souveräne Staaten mit Staatsvolk, konnte vollzogen werden, da sich das Dritte Reich nun außerhalb des Völkerrechtes befand. Infolgedessen wurden am 5. Februar 1934 die Staatsangehörigkeiten in den Ländern und damit die verbundene „mittelbare Reichsangehörigkeit“, zugunsten einer einheitlichen deutschen Staatsangehörigkeit abgelöst, die nun mit einer „unmittelbaren Reichsangehörigkeit“ verbunden war. Versinnbildlicht wurde die neue Staatsangehörigkeit mit dem Eintrag „deutsch“ in den Reisepässen und Geburtsurkunden.

Im Laufe der Zeit begann die NSDAP alle Aktivitäten der Reichsdeutschen zu überwachen und zu steuern. Nachdem sich die NS-Diktatur gefestigt hatte, setzte Adolf Hitler alles daran, die NSDAP von der völkischen Bewegung abzugrenzen. Hatte in ihren Anfangszeiten die Deutschvölkischen die Partei dominiert, ging ihr Einfluss ab 1930 stetig zurück. Bis 1933 war die völkische Bewegung bis auf minimale Reste in der NSDAP aufgegangen und nach der Machtergreifung|Machtergreifung sollte Adolf Hitler sie verächtlich als „Irrglauben“ bezeichnen.

Zwischen dem 30. Juni und 1. Juli 1934 ließ Hitler seine innerparteiliche Konkurrenz beseitigen. So ermordete die SS zahlreiche SA-Führer einschließlich des SA-Stabschefs Ernst Röhm. Nachträglich wurden die politischen Morde als „Staatsnotwehr“ deklariert, da Hitler angeblich einem Putschversuch der SA zuvor kommen musste.

Juliputsch in Österreich

Die österreichische NSDAP war seit der Machtergreifung Hitlers Österreich verboten. Am 25. Juli 1934 versuchte die österreichische SS, die NSDAP durch einen Putsch an die Macht zu bekommen. In dessen Folge wurde der Bundeskanzler Dollfuß tödlich verwundet. Hitler distanzierte sich offiziell von diesem Umsturzversuch, das Dritte Reich nahm aber zahlreiche geflohene Putschisten auf.

Zeit zwischen 1938 und 1945

Die NSDAP geriet nach 1933 als politische Partei in die Bedeutungslosigkeit. Die Konkurrenz war beseitigt und Hitler seit August 1934 in seiner Funktion als „Führer und Reichskanzler“ allmächtig. Die Abgeordneten des Reichstages benötigte dieser nur noch, um seinen Willen abnicken zu lassen und ihm damit rechtliche Legalität zu verleihen.

Am 12. März 1938 marschierte die Deutsche Wehrmacht in Österreich ein und vollzog damit den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Am 26. April 1942 tagten die Abgeordneten des Deutschen Reichstages zum letzten Mal. Auf dieser Sitzung wurde Adolf Hitler zum „obersten Gerichtsherrn des Großdeutschen Reiches“ ernannt. Hitler war mit dieser Ernennung niemanden mehr verantwortlich. Rechtsgültige Urteile konnten durch ihn sowohl im positiven als auch im negativen Sinn umgewandelt werden. Am 30. April 1945, wenige Stunden vor seinem Selbstmord, ernannte Adolf Hitler seinen engsten Vertrauten, Martin Bormann, zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender.

Nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht, und dem De-facto-Ende des Zweiten Weltkrieges, ward die NSDAP am 10. September 1945 durch die Alliierten verboten und aufgelöst. Durch die von ihr vertretene chauvinistische Politik, durch Adolf Hitler beschlossen und vor allem durch Heinrich Himmler umgesetzt, war die NSDAP letztendlich für den Zweiten Weltkrieg mit über 60 Millionen Opfern und den industriell betriebenen Völkermord an fast sechs Millionen europäischer Juden verantwortlich. Am 10. Oktober 1946 ward die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und ihre Unterorganisationen (NS-Kampfverbände und angeschlossenen Verbände) vom Nürnberger Militärtribunal zu verbrecherischen Organisationen erklärt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Fußnoten

  1. www.bundesarchiv.de: PG – Zum Mitgliedschaftswesen der NSDAP, abgerufen am 28. September 2014
  2. www.bundesarchiv.de: Zum NSDAP-Aufnahmeverfahren, abgerufen am 28. September 2014
  3. 3,0 3,1 Michael E. Holzmann: Die österreichische SA und ihre Illusion von „Großdeutschland“, S. 70ff


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