Flügel

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Flügel, Selbstbezeichnung diverser Gruppierungen innerhalb einer Partei und sozial-politischer Bewegungen, die dort eine bestimmte Weltanschauung vertreten.

In Parteien werden die dort existierenden Interessengruppen dem Rechts-Links-Schema entsprechend in Parteiflügel eingeteilt, wo sie einen linken und rechten Flügel bilden, indes die Mehrheit der Parteimitglieder die Mitte bilden. Innerhalb der bestehenden Flügel können noch Subgruppierungen bestehen.

Linker Flügel

Der Terminus „linker Flügel“ umfasst in der Regel die Reformkräfte einer Partei oder Bewegung, die das Pendant zum rechten Flügel bilden. Linke Flügel finden sich in allen Parteien und Bewegungen, die sich in ihren Wertvorstellungen an der Sozialdemokratie, dem Sozialismus oder dem Kommunismus orientieren und zum Teil national- und sozialrevolutionäre Ideen vertritt.

In bürgerlichen und liberalen Parteien vertritt die Parteilinke inhaltlich Positionen, die sie in der Nähe der politischen Linken bringt. Aber auch in sozialdemokratischen oder sozialistischen Parteien existieren Flügelbildungen, deren Gegensätze auch zu Flügelkämpfen führen können.

In der Bundesrepublik Deutschland vertritt die Linke innerhalb der SPD Wertvorstellungen, die für eine Reform und Erneuerung der Sozialdemokratie und für die enge politische Anbindung an die ökosozialistischen Grünen eintreten. In der jüngeren Vergangenheit ist es durchaus vorgekommen, dass sich der linke Parteiflügel von der Mutterpartei trennte und sie selbst als Partei konstituierten: So trat 1916 der kommunistisch orientierte linke SPD-Flügel aus und organisierte sich in die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, aus der die KPD hervorging.

In kommunistischen Parteien wird deren linker Flügel aus Reformkommunisten gebildet, die eine Demokratisierung des dogmatischen Kommunismus und damit eine Orientierung an die Sozialdemokratie fordern.

Aber auch in nationalistischen Parteien sind durchaus linke Flügel vorhanden, die dort allerdings eine Minderheitenposition beziehen. Die meisten der „nationalen Linken“ orientierten sich am Strasser-Kreis der NSDAP, der vor allem im Norddeutschland erfolgreich war.

Rechter Flügel

Der Terminus „rechter Flügel“ umfasst in der Regel die Traditionalisten einer Partei oder Bewegung, die am bestehenden Status quo festhalten wollen und in ihren Wertvorstellungen als konservativ gelten.

In bürgerlichen und liberalen Parteien vertritt die Parteirechte inhaltlich Positionen, die sie in die Nähe der politischen Rechten bringt. Aber auch innerhalb der Sozialdemokratie und des Sozialismus bestehen Gruppierungen, die dort dogmatisch an bestehende Parteistrukturen festhalten.

Die Rechte innerhalb nationalistischer Parteien weisen traditionell großen politischen Einfluss aus. So bestand beispielsweise der rechte Flügel der NSDAP aus Vertretern der deutschvölkischen und nordischen Bewegung, die ihrerseits den Alldeutschen nahestanden. In der jüngeren Vergangenheit ist es vorgekommen, dass die Parteirechte von der Mutterpartei trennte und sich in eine eigene Partei konstituierte: So trat beispielsweise der erzkonservative Flügel der CSU 1983 aus der Partei aus, als das von Franz Josef Strauß (CSU) regierte Bayern dem „ideologischen ErzfeindDDR einen Milliardenkredit vermittelte und sich in der Partei Die Republikaner organisierte.

Siehe auch


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