Regionalsprache

Aus Deutsche Geschichte
(Weitergeleitet von Regionalsprachen)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Regionalsprache, ursprünglich sprachwissenschaftlicher Terminus, der sich eine bestimmte Volkssprache (Dialekt) oder Schriftsprache bezieht, die sich auf eine bestimmte Region beschränkt und darüber hinaus praktisch nicht verwendbar ist. Die Begriffe autochthone Sprache, Lokalsprache und Regionaldialekt werden synonym verwendet.

Definition

Der Terminus „Regionalsprache“ ist eng mit der Sprachgeschichte einer Sprachgemeinschaft verbunden und bezieht sich sprachlich auf ein bestimmtes Gebiet (Region), in dem eine bestimmte Volks- oder Schriftsprache herrscht, die sich deutlich von ihrem Umland unterscheidet. Dort kann sie jedoch den Rang einer Amtssprache haben.

Eine Regionalsprache kann mit benachbarten Sprachen verwandt oder isoliert sein. So bildet beispielsweise das Baskische in Frankreich und Spanien eine isolierte Sprachgemeinschaft, da es weder mit dem Französischen noch mit dem Spanischen verwandt ist. Das heißt, es gehört nicht zu den romanischen Sprachen. Das Deutsche in Ostbelgien, um ein anderes Beispiel zu nennen, gehört ebenfalls zu den anerkannten Regionalsprachen. Zwar ist es dialektal stark gegliedert, verwendet aber in der Deutschsprachigen Gemeinschaft das Standarddeutsche als Schriftsprache.

Laut deutschsprachiger Wikipedia kann eine Regionalsprache auch wie nachstehend folgt gegliedert werden:

  1. Sie stellt eine nicht standardisierte Sprache dar, die in einer bestimmten Region verwendet wird, die aber über keine staatliche Einheit verfügt. Eine Regionalsprache würde demnach das Pendant zur Nationalsprache (Standardsprache) darstellen.
  2. Im sprachwissenschaftlichen Sinne würde auch eine standardisierte Sprachvariante einer Standardsprache eine Regionalsprache darstellen, die als Übergangsform zwischen reinem Dialekt und der Amtssprache existieren würde. (→ Regiolekt)
  3. Die amtliche Definition von Regionalsprache, wie sie in der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen kodifiziert ward. Demnach könne jeder Staat selbst definieren, was er als Regionalsprache anerkennt. So verfüge das Niederdeutsche in der Bundesrepublik und in den Niederlanden den Status der Regionalsprache. Das Limburgische, das heißt, die Dialekte des Bergischen Landes, dagegen würde in der Bundesrepublik nicht darunter gezählt, während es in den Niederlanden und Belgien durchweg als solche anerkannt sei.

Siehe auch


Info Sign.svg Hinweis: Dieser Artikel ist im Deutsche-Geschichte-Wiki entstanden. Der Inhalt dieser Seite ist unter der Lizenz CC-BY-SA-3.0 lizensiert und darf entsprechend unter den dort genannten Bedingungen weiterverwendet werden.