Deutsche Reichswehr

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Deutsche Reichswehr
Flag of Weimar Republic (war).svg
Motto Gott mit uns
Gründungsdatum 19. Januar 1919
(Als vorläufige Reichswehr)
Gliederung 15 Landesreichswehren
Truppenstärke 100.000 (Heer)
15.000 (Kriegsmarine)
Kommandosprache Deutsch
Weitere Informationen
Aufgelöst seit

16. März 1935

Eingegliedert am

16. März 1935

Eingegliedert von

Deutsche Wehrmacht

Deutsche Reichswehr (Reichswehr), offizieller Name der deutschen Streitkräfte zwischen 1919 und 1935. Die Reichswehr war territorial gegliedert und unterstand dem Oberbefehl des deutschen Reichspräsidenten. Der Begriff Reichsheer wird synonym verwendet.

Obgleich antidemokratisch eingestellt, nahm die Reichswehr in den ersten Jahren noch ihren Verfassungsauftrag wahr. Nach der Wahl Hindenburgs (1925) zum Reichspräsidenten wurde die Reichswehr zu einem „Staat im Staat“.

Definition

Prolog

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (November 1918) übernahmen verschiedene Freikorps die Aufgaben der untergegangenen Streitkräfte der Länder. So wurde aus ihnen am 19. Januar 1919 die „vorläufige Reichswehr“ gebildet. Das entsprechende Reichsgesetz wurde allerdings erst am 6. März 1919 verabschiedet und die Reichswehr damit völkerrechtlich eine offizielle Armee[1].

Bildung der Reichswehr

Nach Abschluss des Versailler Vertrages wurden der deutschen Republik Streitkräfte in Höhe von 100.000 Mann und in Form einer Berufsarmee zugestanden. Die Streitkräfte wurden 1921 anteilsmäßig aus den ehemaligen Armeen der deutschen Länder gebildet. So bestand im Freistaat Bayern eine bayrische und in Thüringen eine thüringische Reichswehr. Hinzu kam eine 15.000 Mann starke Kriegsmarine, während dessen war die Bildung einer Luftstreitkraft untersagt wurden. In die Reichswehr wurden vielfach ganze Freikorpseinheiten eingegliedert, die zu regulären Truppenteilen ausgebaut wurden. Als geheimes Mannschaftsreservoir wurde die „Schwarze Reichswehr“ angesehen, die aus den übrigen Freikorps gebildet und die voll in die Landesverteidigung eingeplant wurden.

Geheime Zusammenarbeit mit der Sowjetunion

Trotz ihrer geringen Größe wies die Reichswehr einen sehr hohen Ausbildungsstandard auf. Da der deutschen Reichswehr durch die damaligen Kriegssieger die Bildung einer schlagkräftigen Panzer- und Luftwaffe untersagt worden war, begann sie noch in den 1920er Jahren eine Zusammenarbeit mit der Roten Armee: So wurde 1924 durch die Rote Armee Panzerschulungen der deutschen Truppen vorgenommen, die 1930 durch eine Luftwaffenausbildung ergänzt wurde.

Die Reichswehr innerhalb des Dritten Reiches

Mit der Wahl Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten (1925) träumten die reaktionären Führungskreise innerhalb der Reichswehr vom Ersatz der Demokratie durch ein autoritäres Regierungssystem. So arbeiteten bereits in den frühen 1920er Jahren verschiedene Reichswehrstellen mit Gruppen aus dem rechten Lager zusammen. So trat beispielsweise der Verbindungsmann der bayrischen Reichswehr, Ernst Röhm, in die damalige DAP ein, aus der kurze Zeit später die NSDAP wurde. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wurde von der Reichswehrführung begrüßt, zumal dieser die Aufrüstung der deutschen Streitkräfte ankündigte.

Als der SA-Stabschef Ernst Röhm ab 1933/34 eine „zweite Revolution“ forderte, an deren Ende die Abschaffung der Reichswehr und die Bildung einer nationalsozialistischen Volksmiliz stand. Die Reichswehrführung unter Werner von Blomberg wurde von Hitler dahin gehend beruhigt, dass für diesen nur die Reichswehr der „Waffenträger der Nation“ darstellen würde.

In der Zeit zwischen dem 30. Juni und dem 1. Juli 1934 wurde die SA unter Röhm entmachtet („Röhmputsch“) und die Reichswehrführung schloss mit dem NS-Regime endgültig ihren Frieden. Nach dem Tode Hindenburgs wurde die Reichswehr am 2. August 1934 auf Hitler persönlich vereidigt („Führereid“). Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wurde von Adolf Hitler am 16. März 1935 wurde die Reichswehr in Deutsche Wehrmacht umbenannt. Am selben Tag wurde auch die neue Truppenstärke verkündet, die aus 32 Divisionen (darunter 1 Division SS-Verfügungstruppe) gebildet werden sollte.

Tabelle mit den regionalen Reichswehren

Bezeichnung Bezeichnung Bezeichnung
Preußische Reichswehr Bayrische Reichswehr Sächsische Reichswehr
Württembergische Reichswehr Badische Reichswehr Hessische Reichswehr
Thüringische Reichswehr Mecklenburgische Reichswehr Oldenburgische Reichswehr
Braunschweigische Reichswehr Anhaltinische Reichswehr Schaumburg-Lippische Reichswehr
Lippisch-Detmoldsche Reichswehr Lübecksche Reichswehr Bremsche Reichswehr

Literatur

Fußnoten

  1. documentArchiv.de: Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr, abgerufen am 20. Dezember 2013


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