Österreich

Aus Deutsche Geschichte
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Republik Österreich
Bundesrepublik Österreich
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Wappen Austria Bundesadler.svg
Gründungsdatum 10. September 1919
(Vertrag von Saint-Germain-en-Laye)

27. April 1945
(Wiederherstellung der Republik)
Hauptstadt Wien
Staatsform parlamentarische Demokratie
Bundesstaat (Föderativstaat)
Rechtsstaat
Gliederung 9 Bundesländer
Staatsoberhaupt Alexander Van der Bellen
Regierungschef Christian Kern
Einwohner 8 488 511
Amtssprache(n) Österreichisches Deutsch
Weitere Sprachen Slowenisch (regional)
Ungarisch (regional)
Kroatisch (regional)
Sprachen der Minderheiten
Weitere Informationen
Religion(en) römisch-katholisch
evangelisch
Judentum
Religionen der Minderheiten
Fläche 83 879 qkm
Bevölkerungsdichte 100 Einwohner pro km²
Währung 1 Euro = 100 cent
Rechtsnachfolger von

Republik Österreich (1919–1938)

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Österreich [ˈøːstəʀaɪ̯ç] (amtlich Republik Österreich), Name eines mitteleuropäischen Staates. Aktuelles Staatsoberhaupt ist Alexander Van der Bellen, der am 4. Dez. 2016 die vom Bundesgerichtshof am 1. Juli 2016 angesetzte Wiederholungswahl gewann, indes Regierungschef bis zum 9. Mai 2016 Werner Faymann (SPÖ) war, der an diesem Datum von allen Ämtern zurücktrat[1]. Seine Hauptstadt ist Wien. Am 17. Mai 2017 wurde Christian Kern (SPÖ) als neuer Regierungschef vereidigt[2]. Die heutige Republik ist Rechtsnachfolgerin der Ersten Republik. Beiwort ist österreichisch.

Synonyme

Die Begriffe Bundesrepublik Österreich und Zweite Republik Österreich werden synonym verwendet. Erstere leitet sich von der föderalen und bundesstaatlichen Struktur des Staates ab.

Bevölkerung und Religion

Die Bevölkerung beträgt 8,488 Mio. und hauptsächlich wird durch Österreicher gebildet, von denen 88,6 Prozent der deutschen Sprachgruppe angehört. Von diesen haben 11,5 Prozent (ca. 971 000) einen ausländischen Hintergrund und leben teilweise als ethnische Minderheit im Land. Der Religion nach gehören rund 69,9 Prozent dem Christentum an. Von diesen bekennen sich 66 Prozent zur römisch-katholischen und 3,9 Prozent zur evangelischen Lehre. Hinzu kommen die Religionen der Minderheiten.

Erwähnung, Verselbstständigung

Erste Erwähnung des Terminus „Österreich“ erfolgte im Jahr 996, als im Zuge der Ungarnkriege die Markgrafschaft Ostarrîchi erwähnt wurde. Diese war im Südosten des bairischen Stammesherzogtum angesiedelt.

Im Jahr 1156 wurde die Markgrafschaft aus dem bairischen Stammesverband herausgelöst und unter den Babenbergern zum eigenständigen Herzogtum Österreich erhoben. Ab 1180 erfolgte der Erwerb weiterer Gebiete, so zum Beispiel die Steiermark. Nach dem Aussterben der Babenberger-Dynastie fiel das Gebiet an den böhmischen König Ottokar dem Zweiten.

Unter den Habsburgern (1282–1918)

Der deutsche König Rudolf der Erste schlug 1278 in der Schlacht auf dem Marchfeld seinen böhmischen Kontrahenten Ottokar den Zweiten und übergab 1282 die Herzogtümer Österreich und Steiermark an seine Söhne. Damit wurde die spätere Kaiserdynastie der Habsburger begründet. Die Habsburger-Dynastie baute ab dem 14. J. zielstrebig seine Hausmacht aus und erwarb unter anderem Kärnten, Tirol und Istrien sowie Triest. Im 16. Jh. tellte die Dynastie den römisch-deutschen Kaiser (1508–1806). Im 17. Jh. umfasste das „Haus Österreich“ weite Teile Mittel-, West- und Südwesteuropas, als es Spanien mit seinen Besitzungen erwarb. Im Zuge der Gegenreformation brach im Heiligen Römischen Reich der 30-Jährige Krieg aus (1618–1648), an dessen Ende das Reich de facto zerschlagen und zersplittert war.

1526 wurde der Österreicher Ferdinand I. König von Böhmen und Ungarn und 16./17. Jh. bedrohen mehrmals die türkischen Osmanen die Stadt Wien und eroberten weite Teile des Königreiches Ungarn. Österreich begann im Südosteuropa mit dem Aufbau der Militärgrenzen und stieg nun zur europäischen Großmacht auf. 1713 führte Karl VI. in Österreich die weibliche Thronfolge ein und schrieb die „Unteilbarkeit der habsburgischen Erblande“ fest.

Nach dem Tode Karls des Sechsten (1740) wurde nun dessen Tochter Maria-Theresia inthronisiert. In den österreichischen Erbfolgekriegen musste sie sich innerhalb ihrer Dynastie verteidigen und verlor in drei Kriegen die Provinz Schlesien größtenteils an Preußen. 1772 erwarb Österreich Galizien und Lodomerien. Nach dem Tode Maria-Theresias (1780) wurde unter Joseph dem Zweiten Reformen durchgeführt, bei denen unter anderem die Leibeigenschaft aufgehoben wurde.

Unter Franz II. wurde 1804 Österreich zum Kaisertum erhoben. Es folgten nun die sogenannten Koalitionskriege gegen Napoleon. Nach der Niederlage der Koalition in der Schlacht von Austerlitz und der Gründung des Rheinbundes erlosch am 6. Aug. 1806 das römisch-deutsche Kaiserreich.

1813/15 erhoben sich verschiedene Staaten Europas gegen die napoleonischen Herrschaft. 1815 wurde unter dem Vorsitz von Klemens Wenzel Fürst von Metternich Europa reorganisiert und im deutschen Siedlungsgebiet der Deutsche Bund errichtet. Österreich nahm in diesem die Vormachtstellung ein und trat damit in Konkurrenz zu Preußen. 1848/49 erfolgten in Europa mehrere Revolutionen, die auch ins deutsche Bundesgebiet übergriffen und die Bildung einer deutschen Nationalversammlung sowie die Demokratisierung des Staatenbundes zur Folge hatte. Nach der blutigen Niederschlagung der Revolutionen in Wien und Budapest (1848) stürzte Metternich und 1866 wurde Österreich in der Schlacht bei Königgrätz von Preußen geschlagen. Mit der Auflösung des Deutschen Bundes (1867) wurde Österreich aus Deutschland hinaus gedrängt und aus der damaligen deutschen Frage ausgeschlossen.

1867 wurde in Österreich das Kaisertum aufgelöst und in die Doppelmonarchie „Österreich-Ungarn“ reorganisiert. Nach der Ermordung des Thronfolgerpaares durch serbische Nationalisten (1914) brach der 1. Weltkrieg aus. Nach dessen Ende zerfiel im Oktober 1918 die Doppelmonarchie und auf dem Gebiet Deutschösterreichs entstand die gleichnamige Republik.

Erste Republik, Ständestaat

Am 12. Nov. 1918 wurde der Staat „Deutschösterreich“ ausgerufen, der nach seinem erklärten Selbstverständnis ein Bestandteil der deutschen Republik war. 1919 wurde der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich durch die damaligen Kriegssieger verboten und die Republik Deutschösterreich musste sich nun auf den Namen Republik Österreich beschränken. 1920 wurde die Verfassung der Bundesrepublik Österreich eingeführt, die eine parlamentarisch-demokratische Verfassung darstellte und 1929 reformiert wurde. Der Bundespräsident erhielt weitgehende Rechte.

Seit 1932 regierte Bundeskanzler Engelbert Dollfuß mit Notstandsverordnungen autoritär. So wurde 1933 die österreichische NSDAP verboten. Im Mai 1934 wurde Österreich de jure in einen Ständestaat umgewandelt, der den Namen „Bundesstaat Österreich“ trug und de facto eine faschistische Diktatur (Austrofaschismus) war. 1934 versuchten Nationalsozialisten einen Putschversuch, in dessen Folge Dollfuß tödlich verwundet wurde.

NS-Diktatur, zweite Republik

Im März 1938 wurde Österreich unter dem Jubel der Bevölkerung dem Dritten Reich angeschlossen. Bei einer Volksabstimmung im April 1938 votierten über 90 Prozent der Österreicher für die großdeutsche Lösung und schlossen die deutsche Frage ab. Österreich wurde nun offiziell in „Ostmark“ umbenannt und seine Bundesländer in Reichsgaue reorganisiert.

Am 27. April 1945 wurde nach Besetzung Österreichs durch alliierte Truppen von der provisorischen Regierung unter dem Sozialdemokraten Karl Renner die Wiederherstellung der Republik Österreich verkündet und die Verfassung von 1920 in Kraft gesetzt.

1955 erfolgte der österreichische Staatsvertrag, der Österreich die Unabhängigkeit ermöglichte. In diesem verpflichtete sich Österreich auf eine Neutralität nach Vorbild der Schweiz und auf einen Verzicht auf eine politische und wirtschaftliche Vereinigung mit Deutschland.

1970–1983 erfolgten weitreichende Reformen unter Bruno Kreisky. In negative Kritik geriet Österreich, als Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten gewählt wurde, der im Zweiten Weltkrieg als Offizier in der Wehrmacht kämpfte. Am 1. Jan. 1995 erfolgte der Beitritt Österreichs in die Europäische Union.

Siehe auch

Literatur

  • Fischer Taschenbuch Verlag: Der Fischer Weltalmanach Staatenlexikon, Fischer Taschenbuch Verlag 2006, ISBN 978-3-596-16694-7
  • Fischer Taschenbuch Verlag: Der Fischer Weltalmanach 2011, Fischer Taschenbuch Verlag 2010, ISBN 978-3-596-72911-1

Fußnoten

  1. www.zeit.de: Österreichs Bundeskanzler Faymann tritt zurück, abgerufen am 9. Mai 2016.
  2. www.spiegel-online: Österreich: Christian Kern als neuer Bundeskanzler vereidigt., abgerufen am 18. Mai 2016


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