Sturmabteilung

Aus Deutsche Geschichte
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Emblem der SA, basierend auf dem SA-Zivilabzeichen

Sturmabteilung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (SA), Name der politischen Terrorgruppe der NSDAP. Sie bildete die wichtigste NS-Kampforganisation Adolf Hitlers und stieg im Sommer 1934 in die politische Bedeutungslosigkeit ab.

Politische Ausrichtung

In ihrer Anfangszeit (1921–1923) bestand die SA aus abgestellten Freikorpsangehörigen, die politisch völkisch, chauvinistisch, antidemokratisch, antimarxistisch und antisemitisch ausgerichtet waren.

In der Verbotszeit (1923–1925) führte der ehemalige Reichswehroffizier Ernst Röhm die SA im „Frontbann“ weiter. Röhm war ein Vertreter sozialrevolutionärer Positionen innerhalb des Nationalsozialismus und unter ihm stieg die Organisation von rund 2000 auf 30 000 Angehörige an.

Nach ihrer Wiederzulassung (November 1925) besaß die SA anfänglich ein ähnliches Profil wie vor dem Hitlerputsch. Doch unter Röhm hatten sich zahlreiche national-gesinnte Sozialisten der NS-Organisation angeschlossen. Es wurde offensichtlich, dass die Sturmabteilung keine einheitliche Organisation darstellte. In Norddeutschland standen die SA-Mitglieder unter dem Einfluss des linken Strasser-Kreises, dem sich auch Röhm zurechnete. In Süddeutschland waren vor allem die deutsch-völkischen Elemente vorherrschend, die sich Hitler verbunden fühlten. Bis 1926 wurde der linke Parteiflügel der NSDAP offiziell entmachtet. Doch wirklich ausgeschaltet wurde er im Spätsommer 1934 während des „Röhmputsches“.

Im August 1934 wurde die SA endgültig bedeutungslos, zumal eine Eintrittssperre verhängt wurde. Neumitglieder wurden nur noch aus der HJ genommen. Polizisten und Wehrmachtssoldaten stand der Eintritt frei. Offiziell galt die SA seit 1934 als strikt nationalsozialistisch, de facto war sie jedoch unpolitisch. Aus diesem Grunde schlossen sich ihr Personen an, die zwar den Nationalsozialismus nach außen hin vertreten, aber sich nicht der NSDAP anschließen wollten.

Box- und Sportabteilung der NSDAP

Die Vorgeschichte der SA reichte bis in das Jahr 1920 zurück. In der Frühzeit der Weimarer Republik organisierten sich ihre Gegner, zumeist aus dem rechten (Völkische) und aus dem linken Lager (Kommunisten) in paramilitärische Wehrverbände. Die Völkischen wurden dabei von deutschnationalen und deutschvölkischen Freikorpseinheiten unterstützt. So gründeten auch die Nationalsozialisten]] eine paramilitärische Tarnorganisation namens Box- und Sportabteilung der NSDAP. Diese Sportabteilung übernahm im Anschluss die Ordnerdienste innerhalb der Partei, nachdem sich die Einheiten der in Bayernbayrischen Reichswehr und die Freikorpseinheiten der 2. Marine-Brigade Ehrhardt bereits Ende 1921 aus der NSDAP zurückgezogen hatten. Dort hatten sie als „Saalschutz“ (S.S.) diese Funktion übernommen. Aus den wenigen verbliebenen Freikorpsangehörigen bildete Hitler die eine „Sturm-Staffel“ (S.S.) und aus dieser heraus seine erste persönliche Schutztruppe, den Stoßtrupp „Adolf Hitler“.

Offizielle Gründung, Zeit bis zum Verbot

Propagandamarsch der Berliner SA.

Anfang November 1921 kam es während einer Rede Hitlers im Bürgerbräukeller zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit kommunistischen Gegnern. In einer brutalen Saalschlacht konnte die zahlenmäßig unterlegene NS-Ordnertruppe den politischen Gegner besiegen. So nannte Adolf Hitler am 4. November 1921 die Box- und Sportabteilung offiziell in Sturmabteilung um.

Im März 1923 übernahm der ehemalige Fliegeroffizier Hermann Göring das Kommando über die inzwischen 1150 Mann starke SA und organisierte diese nach rein militärischen Gesichtspunkten. Nun war die Hauptaufgabe dieser SA nicht mehr der Schutz der eigenen Parteiführung, sondern vielmehr die Bekämpfung des politischen Gegners und zunehmend auch die Diskriminierung der Juden. Die SA stand zu diesem Zeitpunkt noch unter Waffen und wurde aus diesem Grund auch als „völkischer Wehrverband“ in die Landesverteidigung eingeplant. Am 8./9. November fand der Hitlerputsch statt, an dem auch 2000 Mann der SA und anderer völkisch-orientierter Verbände teilnahmen. Nach dessen Niederschlagung wurden sowohl die NSDAP als auch ihr bewaffneter Arm, die SA, verboten.

Aktivitäten während der Verbotszeit, Neugründung

1924 ward Adolf Hitler zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Er bestimmte, dass der ehemalige Reichswehroffizier Ernst Röhm neuer Führer der inzwischen verbotenen SA wurde. Dieser reorganisierte die SA in der gesamten Weimarer Republik neu und benannte diese in Frontbann um. In kurzer Zeit warb Röhm viele neue Mitglieder an, die überwiegend aus den Freikorps stammten. Bereits im Dezember 1924 ward Hitler nach fünfmonatiger Haft auf Bewährung entlassen und Röhm konnte diesem mitteilen, dass die illegale SA von 2000 auf nunmehr 30 000 Mitglieder angewachsen und de jure im „Frontbann“ organisiert waren.

Am 24. Februar 1925 stellte Hitler bei den Behörden in München den Antrag auf Wiederzulassung der NSDAP und der SA. Dieser wurde schnell positiv beschieden und bereits drei Tage später, am 27. Februar, wurde die Partei wiederbegründet. Am 1. April wurde auf Hitlers Befehl hin die SS als neuer „Parteisaalschutz“ und im November die SA neu aufgestellt. Ernst Röhm wurde auf dem NSDAP-Reichsparteitag 3./4. Juli 1926 nun in die Dienststellung eines SA-Reichsführers eingesetzt. Aber da sich Hitler weigerte, die SA erneut als Wehrverband aufzubauen, trat Röhm bereits kurze Zeit später aus der NSDAP sowie aus der SA aus und ging ins Ausland. Röhm hatte das persönliche und ehrgeizige Ziel, aus der SA eine künftige sozialrevolutionäre Volksmiliz zu schaffen, in der auch die offiziellen Streitkräfte der Weimarer Republik aufgehen sollten.

Rückkehr Röhms an die Spitze der SA

1930 umfasste die SA unter ihrem neuen Reichsführer Franz Pfeffer von Salomon bereits 80 000 Mitglieder. Aufgrund persönlicher Differenzen zwischen von Salomon und Hitler kam es im Herbst 1930 zum Bruch zwischen beiden.

Adolf Hitler ernannte sich nun selbst zum obersten SA-Führer und holte telegrafisch seinen Duzfreund Ernst Röhm zurück. Dieser übernahm die Funktion des Chef des Stabes SA. Unter Röhm wurde nun begonnen, die SA zur Massenorganisation der Partei auszubauen, indem sie sich zum sozialistischen Lager öffnete. Bereits im Frühjahr 1932 umfasste die Sturmabteilung 220 000 Mitglieder, die sich überwiegend aus Arbeitslosen, ehemaligen Freikorpsangehörigen und gescheiterten Existenzen bildeten. Röhms SA wurde nun in brutalen Straßenschlachten gegen die politischen Gegner wie dem Roten Frontkämpferbund (KPD) und dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (SPD) geführt. Die blutigen Auseinandersetzungen führten 1932 noch einmal zu einem kurzfristigen Verbot der SA.

Die SA nach der Machtergreifung Hitlers

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Aus rund 150 000 Angehörigen der SA wurde in Preußen eine „SA-Hilfspolizei“ gebildet, die zahlreiche Terroraktionen gegen politische Gegner und Juden durchführten. Sie führten „wilde Lager“ ein, die zum Vorbild der Konzentrationslager wurden. Die Mitgliederzahl der SA stieg sprunghaft an. Umfasste sie Anfang 1933 rund zwei Millionen Mitglieder, so erhöhte sich ihre Zahl mit der Eingliederung des Kyhäuserbundes und des Stahlhelms auf rund 4,5 Millionen. Röhm jedoch war nie von seinen alten Plänen abgegangen, aus der SA eine Volksmiliz zu schaffen. Er trat immer mehr in Gegensatz zu Hitler und der militärischen Führung. Hitler beschloss aus diesem Grund, Röhm zu beseitigen und die SA zu entmachten.

Die SA nach dem „Röhmputsch“

Am 30. Juni und am 1. Juli 1934 ließ Adolf Hitler die Reichsführung SA entmachten und im Wesentlichen ausschalten, indem er Röhm und die wichtigsten Führungspersönlichkeiten durch die SS ermorden ließ. Um diese Mordaktion nicht als illegal erscheinen zu lassen, ließ Hitler nachträglich ein „Gesetz über die Staatsnotwehr“ beschließen, in dessen Rahmen der „Putschversuch“ Röhms und „dessen Clique“ niedergeschlagen wurde. Die SS ward nun eine eigenständige „NS-Kampforganisation“ und die Untereinheiten der SA wie die Motor- und die Flieger-SA wurden ebenfalls in eigenständige Organisationen umgeformt oder gingen in anderen Verbände auf. Aus der Ersteren wurde letztendlich das NSKK und aus der Letzteren das NSFK gebildet.

Ab dem Herbst 1934 spielte die SA politisch keine Rolle mehr. Ihre Hauptaufgabe beschränkte sich auf Demonstrationszüge und Aufmärsche sowie auf die vor- und nachmilitärische Ausbildung ihrer freiwilligen Mitglieder. So ging die Mitgliederzahl auch immer weiter zurück. 1938 gehörten nur noch 1,2 Millionen Menschen der SA an. Eine Aufnahme wurde nun dadurch erschwert, dass nur noch NSDAP- und HJ-Mitglieder als SA-Anwärter zugelassen waren. Soldaten der Wehrmacht stand der Beitritt jederzeit frei.

Die SA im Zweiten Weltkrieg

Am 19. Januar 1939 verfügte Hitler, dass die SA ab sofort das Monopol der vor- und nachmilitärischen Wehrerziehung inne hatte. Auch sollten Teile der SA erneut bewaffnet werden und eigens dafür wurden SA-Wehrsport-Gemeinschaften aufgestellt. Aus diesen wurden im Oktober desgleichen Jahres die SA-Wehrmannschaften gebildet, die im Zweiten Weltkrieg die Wehrmacht und die Polizei unterstützen sollten. Vereinzelnd wurden SA-Wehrmannschaften auch in Kampfeinsätze verwickelt. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht wurde die Gesamt-SA zwar als NS-Organisation verboten, aber nicht zur verbrecherischen Organisation erklärt.

Siehe auch

Literatur


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