Sozialdemokratie

Aus Deutsche Geschichte
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Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Vorgaben des Dudens.

Sozialdemokratie, feminines Substantiv. Seit 1840 ist es die Eigenbezeichnung diverser politischer Strömungen innerhalb der marxistischen Arbeiterbewegung, deren Forderung es ist, die Grundsätze des Sozialismus und der Demokratie gleichermaßen zu verwirklichen. Beiwort ist sozialdemokratisch.

Ideologisch-politische Ausrichtung, Ziele

Die Sozialdemokratie zählt sich zur gemäßigten Linken und stellt das Pendant zum Kommunismus dar, der gesellschaftliche Veränderungen hauptsächlich durch Revolutionen erreichen will, indes die Sozialdemokratie dafür eintritt, die Sozialisierung und Demokratisierung von Staat und Gesellschaft durch parlamentarische Reformen zu erreichen.

Im Allgemeinen gilt die Sozialdemokratie als das Gegenstück und Feind jeglicher nationalistischen Bestrebungen. Doch in sogenannte Dritte-Welt-Staaten kann die Sozialdemokratie durchaus auch nationaldemokratische Positionen aufweisen, die Relikte eines dortigen Befreiungsnationalismus darstellen können.
Die Sozialdemokratie definiert sich bewusst internationalistisch und ist in der Sozialistischen Internationalen politisch zusammengeschlossen.

Weltanschaulich vertritt die traditionelle Sozialdemokratie die Kernthesen der sozialistischen Arbeiterbewegung: Proletarisierung der Gesellschaft, Sozialisierung der Großbetriebe und politische Stärkung der allgemeinen Arbeiterbewegung. Im Gegensatz zu den Kommunisten gedachten Sozialdemokraten nie, diese Forderungen mittels Revolution und der Diktatur des Proletariats zu erreichen, sondern allein über die Demokratisierung von Staat und Gesellschaft. So gilt die deutsche Sozialdemokratie seit dem 1. Weltkrieg als Synthese von sozialistischen und parlamentarischen Grundsätzen.

Entstehung, Parteibildungen

1840 entstanden europaweit diverse Arbeiterbewegungen, die unter dem Einfluss des Marxismus standen. So schlossen sich auch im Deutschen Bund die Arbeiter zu einer „Sozialistischen Arbeiterbewegung“ zusammen. Doch schnell zerbrach diese am internen Gegensatz zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus, da Letztere den politischen Umsturz forcierte. Schnell entstanden in den europäischen Staaten Parteien, deren Grundsätze auf der Sozialdemokratie fußten, die aber für sich eine nationale Variante derselben ausprägten. So entstand im Laufe des 19. Jh.s nicht nur die deutsche, sondern auch die österreichische und schweizerische Sozialdemokratie.

Siehe auch


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