Splitterpartei

Aus Deutsche Geschichte
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Splitterpartei, Bezeichnung einer politischen Partei, deren politische Bedeutung durch das Erreichen eines kleinen Stimmenanteils nur gering ist. Die Begriffe Kleinpartei, Kleinstpartei und Splittergruppe werden synonym verwendet.

Definition

Der Terminus „Splitterpartei“ ist eng mit der Parteiengeschichte des 19. Jahrhunderts verbunden und im deutschen Sprachraum ein Erbe der reichsdeutschen Politik.

Splitterparteien unterschieden sich geringfügig von den damaligen Bekenntnisparteien des Kaiserreiches und der Weimarer Republik. Zumeist traten sie als politische Flügel radikaler Bewegungen wie der Deutschvölkischen in Erscheinung.

In der Weimarer Republik entwickelte sich beispielsweise die NSDAP von einer unbedeutenden Splitter- zur ersten deutschen Volkspartei. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren noch Splitterparteien wie die Deutsche Partei und die KPD in den ersten Bundestagen vertreten, da die Fünfprozentklausel anfänglich nur bei Landtagswahlen angewendet wurde.

Nach ihrer Ausweitung auf die Bundestagswahlen (1953, mit Einführung der Zweitstimmen), waren nur noch die Volksparteien CDU und SPD sowie die linksliberale Kleinpartei FDP vertreten. Das bedeutet, das eine Splitterpartei nur dann in den Bundestag einziehen kann, wenn sie a.) drei Direktmandate (Erststimmen) erzielt, oder b.) fünf Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinigen kann. Diese Vorgehensweise soll die zeitweise chaotischen Zustände des Berliner Reichstages zur Zeit der Weimarer Republik verhindern, da dort mit unter bis zu 17 Parteien vertreten waren.

Siehe auch

Weblinks