Sprachinsel

Aus Deutsche Geschichte
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Geschlossenes deutsches Sprachgebiet und die Sprachinseln in Europa (1937)


Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Empfehlungen des Dudens.

Sprachinsel [ˈʃpʀaːχˌʔɪnzl̩] sg., auch ~horst oder ~cluster bzw. Enklave, Streusiedlung, Horst oder Insel, Substantiv, Femininum. Sprachwissenschaftliche Bezeichnung eines Sprach- und/oder Siedlungsgebietes einer nationalen Minderheit innerhalb eines Nationalstaates, das von einem fremdsprachigen Umfeld umschlossen ist.

Eine Sprachinsel wird also durch Sprecher einer bestimmten Sprache gebildet, deren National- und/oder Kultursprache von einer oder mehreren fremden Sprachen umschlossen wird und die dadurch räumlich vom jeweiligen geschlossenen Hauptsprachgebiet abgetrennt ist.
Bis Mitte der 1940er Jahre bestanden v. a. in Osteuropa zahlreiche volksdeutsche Sprachgebiete, die infolge des II. Weltkrieges weitgehend verschwunden sind; teils durch die Heim-ins-Reich-Bewegung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, teils durch Flucht und Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung. Größere deutschsprachige Sprachinseln existieren heute nur noch in Ungarn, Rumänien und in Teilen der Oder-Neiße-Gebiete, die 1945 unter polnischer Verwaltung gestellt und auf die 1990 von Deutschland endgültig verzichtet wurde.

Siehe auch


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