Juristische Zugehörigkeit zu einem Staat

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Duden.jpg Hinweis: Die in diesem Artikel angewendete Rechtschreibung richtet sich nach den Empfehlungen des Dudens.

Juristische Zugehörigkeit zu einem Staat, auch Staatsbürgerschaft [ˈʃtaːʦbʏʁɡɐˌʃaft] oder ~gehörigkeit [~anɡəˌhøːʀɪçkaɪ̯t], Rechtsverhältnis eines Menschen zu einem bestimmten Staat (Nationalstaat), das mit gewissen Rechten und Pflichten verbunden ist.

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Staatsbürgerschaft

Staatsbürgerschaft, auch Indigenat, Substantiv, Femininum. Rechtswissenschaftliche Bezeichnung einer Rechtsstellung, die ein Mensch in einem Staat innehat. Diese Rechtsstellung definiert sich über den Besitz des vollen Heimat- und Bürgerrechtes. Der Inhaber der Staatsbürgerschaft wird als Staatsbürger bezeichnet. Beiwort ist staatsbürgerlich.

Der Besitz einer Staatsbürgerschaft ist die Voraussetzung zum Erwerb der Staatsangehörigkeit, mit der zusätzliche Rechte und Pflichten erworben werden.

Staatsangehörigkeit

Staatsangehörigkeit, Substantiv, Femininum. Rechtswissenschaftliche Bezeichnung des Verhältnisses eines Menschen zu einem bestimmten souveränen Völkerrechtssubjekt, das mit bestimmten Rechten und Pflichten belegt ist. Der Inhaber der Staatsangehörigkeit wird als Staatsangehöriger [ˈʃtaːʦʔanɡəˌhøːʀɪɡɐ] bezeichnet. Beiwort ist staatsangehörig.

Für den Angehörigen eines Staates ist es unerheblich, ob sich dessen ständiger Wohnsitz im In- oder Ausland befindet.

Etymologie, Anwendung

Etymologie

Staatsangehörigkeit ist eng mit der Beziehung zwischen einem souveränen Nationalstaat und seinem Staatsvolk verbunden. Mit dem Erwerb unterliegt der Inhaber allen staatsbürgerlichen Pflichten und Rechten seines Heimatstaates.

Anwendung

Das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz unterscheidet seit seiner letzten Reform in a.) Deutsche Staatsangehörige, die ihre juristische Zugehörigkeit zum deutschen Staat über Geburt (Abstammung), Erklärung, Einbürgerung und durch Adoption als Kind durch einen deutschen Staatsangehörigen erworben haben (§§ 3–13 StAG) und b.) Deutsche Volkszugehörige (Statusdeutsche), die als Flüchtling oder Heimatvertriebener oder als dessen Ehefrau oder Abkömmling Aufnahme in Deutschland in dessen Gebietsstand vom 31. Dez. 1937 Aufnahme gefunden haben (Art. 116.1 GG).

Seit dem 1. Jan. 2000 erwerben die Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit ebenfalls durch Geburt im Inland, wenn sich eines der Elternteile u. a. seit acht Jahren rechtmäßig dort aufhält, ohne jedoch die Staatsangehörigkeit der Eltern zu verlieren (Doppelstaatlichkeit). Nach Erreichen der Volljährigkeit müssen die Betroffenen sich binnen fünf Jahren entscheiden, ob sie nun die deutsche Staatsangehörigkeit unter Verlust der anderen behalten oder diese zugunsten der elterlichen Staatsangehörigkeit aufgeben wollen, was sie juristisch zu Ausländern machen würde. (→ Deutsches Optionsmodell)

Gesetzliche Grundlage

Staatsangehörigkeitsgesetz

Staatsangehörigkeitsgesetz, Substantiv, Neutrum. Juristische Grundlange eines souveränen Völkerrechtssubjektes (Nationalstaat), die den Erwerb und der Verlust der juristischen Zugehörigkeit zu einem Staat regelt.

Erwerb, Verlust

Erwerb

Die Staatsangehörigkeit wird traditionell entweder über das Abstammungs- oder über das Territorialprinzip erworben, wobei beim Letzteren der Geburtsort maßgeblich ist. Weitere Erwerbsmöglichkeiten sind Eheschließung und Einbürgerung.

Verlust

Die Staatsangehörigkeit geht verloren durch Ausbürgerung (Entlassung auf Antrag), wobei der Antragsteller den Heimatbehörden versichern muss, dass er durch Ausbürgerung nicht in die Staatenlosigkeit verfällt, sondern Staatsangehöriger eines ausländischen Staates wird, durch Verzicht auf die Staatsangehörigkeit und durch Adaption als Kind durch einen Ausländer.

Siehe auch

Literatur

  • Josef Pütz: Allgemeines Staatsrecht und Bundesrecht, Erich Schmidt Verlag 1950, 7. neubearbeitete Auflage 1970
  • Hans-Gerhard Zimpel (Hrsg.): Lexikon der Weltbevölkerung. Geografie – Kultur – Gesellschaft, Sonderausgabe für Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG Hamburg 2000, ISBN 3-933203-84-8


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