Volkstum

Volkstum, seit etwa 1770 ethnopolitischer Terminus zur Bezeichnung eines Kulturbewusstseins, das sich zum einen auf die gemeinsame sprachlich-kulturelle Abstammung als auch auf die gemeinsame ethnische Identität seiner Träger ableitet. Synonym ist Nationalität. Beiwort ist volkstümlich. Er zählt heute zu den NS-belasteten Begriffen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Prolog

Der Terminus „Volkstum“ ist eng mit Volk verbunden. Er ward erstmals gegen 1770 von der Deutschen Bewegung verwandt, die mit ihm die Gesamtheit aller bestimmenden Eigenschaften eines Volkes definierte.

Volkstum als Ausdruck einer bestimmten Volkszugehörigkeit

Bestimmend fürs Volkstum ward die gemeinsame Volkszugehörigkeit angesehen. Durch Johann Gottfried Herder fand das Wort Eingang in die deutschsprachige Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts, der damit als einer der Ersten diverse Volksgruppen als selbständige Völker anerkannte und diese über die Sprache mit dem Sprachnationalismus verband.



Volkstum im Sinne der Völkischen Bewegung

Der Terminus „Volkstum“ erhielt ab 1810 einen betont nationalistischen Charakter, als er durch Friedrich Ludwig Jahn („Turnvater Jahn“) mit der Bedeutung „Nationalität“ belegt ward und als dessen deutschsprachige Übersetzung galt. In diesem Sinne etablierte er sich fest im Bewusstsein der Deutschen und ward ein wesentlicher Bestandteil der sich entwickelnden Völkischen Bewegung, die sich vor allem auf das „rassisch begründete“ Volkstum der Deutschen berief.



Volkstum als Träger des chauvinistischen Nationalismus



Ab 1830 an ward das Volkstum eines Volkes zum Träger eines ethnisch definierten Nationalismus, der vielfach auch mit der Rassenfrage verbunden wurde. So entstand Beispielsweise in Belgien der flämische und im späteren deutschen Nationalstaat, dem Deutschen Reich, der deutsche Nationalismus.

Siehe auch

Literatur

  • F. A. Brockhaus: Der Neue Brockhaus. Allbuch in vier Bänden und einem Atlas, Leipzig 1938, vierter Band S–Z , Eintrag „Volkstum“


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