II. Weltkrieg

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II. Weltkrieg, offizielle Bezeichnung des zweiten großen Krieges der Neuzeit, der vor allem durch zahlreiche Kriegsverbrechen und dem deutschen Versuch, das europäische Judentum auszurotten bekannt wurde. Er ward damals als „rassenideologisch“ verstanden, der den „Kampf des Nationalismus gegen den Bolschewismus“ verkörperte.

Der Begriff „II. Weltkrieg“ ist eng mit dem Namen Adolf Hitler verbunden, der Anfang der 1920er Jahren seinen politischen Aufstieg hatte. Hitler beschrieb schon im 25-Punkte-Programm der NSDAP, dass für die Partei drei wesentliche Punkte galten:

In mancher Hinsicht gilt dieser Krieg als Fortsetzung des I. Weltkrieges, da seine Wurzeln in den Pariser Vorortverträgen liegen, die ein demokratisches Großdeutschland verhindert hatten. Aufgrund des Fehlens eines Friedensvertrages des deutschen Nationalstaates mit den Siegermächten ist der II. Weltkrieg formal noch im Gange und nur de-facto-beendet.

Im vereinigten Deutschland wird offiziell die Meinung vertreten, dass der 1990 abgeschlossene Zwei-plus-Vier-Vertrag eine friedensregelnde Maßnahme darstelle und die Funktion eines Friedensvertrages ausübe, obgleich sich die damalige Regierung Kohl in einem Zusatzprotokoll der Meinung anschloss, dass das vereinigte Deutschland noch separat einen Friedensvertrag abschliessen müsse.

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

  • 2. Weltkrieg
  • Zweiter Weltkrieg

Versailler Vertrag

Der II. Weltkrieg hat eine seiner Wurzeln im Versailler Vertrag, der bei vielen Deutschen als „Diktatfrieden“ und als „Schandvertrag“ galt. In zu revidieren war eines der politischen Ziele der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die 1919 in München als Deutsche Arbeiterpartei begründet wurde. So sollte das Deutsche Reich in den Grenzen vom 1. August 1914 wiederhergestellt werden, dass um österreichische und sudetendeutsche Gebiete ergänzt werden sollte. (→ Deutsches Reich in den Grenzen vom 12. November 1918)

Revisionspolitik Hitlers

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung am 30. Jan. 1933 wurde Adolf Hitler als Führer der NSDAP zum Reichskanzler berufen. So begann dieser, den deutschen Nationalstaat 1933/34 zum nationalsozialistischen Einheitsstaat zu reorganisierten, indem er im Zuge der Gleichschaltung die Länder abschaffte, nachdem das Reich zum 1. Jan. 1934 aus dem Völkerbund ausgetreten war.

Seit dem 2. Aug. 1934 galt die nationalsozialistische Gewaltherrschaft als etabliert und die SS begann, den massenhaften Aufbau von Konzentrationslagern voranzutreiben. Erster politischer Erfolg Hitlers war der Anschluss des Saarlandes an das Deutsche Reich (1935) und die Wiederherstellung der deutschen Wehrhoheit im entmilitarisierten Rheinland (1936).

Diskriminierung der Juden

Am 1. April 1933 ging das nationalsozialistische III. Reich erstmals aktiv gegen die jüdische Minderheit in Deutschland vor, in dem sie einen eintägigen Boykott jüdischer Geschäfte betrieb. Dieses war eine offizielle Reaktion auf die „Kriegserklärung des jüdischen Weltkongresses“. Nach und nach begann man vonseiten der Reichsregierung, Juden aus der Gesellschaft auszugrenzen. Nach dem Reichsparteitag von 1935 war die Eheschliessung zwischen „Deutschblütigen“ und Juden gesetzlich verboten. (→ Rassengesetze)

Am 9. Nov. 1938 brannten im Reich die Synagogen, ein Ereignis, welches als Reichskristallnacht in die deutsche Geschichte einging.

Großdeutsches Reich

Im März 1938 gelang es Adolf Hitler, die deutsche Einheit, das heißt, die staatliche Vereinigung Österreichs mit dem Reich zu vollenden; er erklärte, dass mit dem ausstehenden Anschluss des Sudetenlandes an das Deutsche Reich alle seine Gebietsansprüche an die Nachbarstaaten erfüllt seien. Nachdem letzteres durch das Münchner Abkommen an das Reich gefallen war, annektierte das Großdeutsche Reich im März 1939 die Rest-Tschechei und gliederte diese als „Protektorat Böhmen und Mähren“ ein.

Überfall auf Polen

Der seit dem Versailler Vertrages befürchtete Verdacht, dass sich über die Danzigfrage ein neuer Krieg entzünden könne, bewahrheitete sich am 1. Sept. 1939. Zwar verkündete Adolf Hitler in seiner Eigenschaft als „Führer und Reichskanzler“, die Danzigfrage friedlich lösen zu wollen und stellte der Polen mehrere Vorschläge vor, wie dieses vonstatten gehen könnte, doch galt sein eigentliches Ziel der militärischen Unterwerfung Polens. Dazu schlossen Josef Stalin und er einen militärischen Nichtangriffspakt, in dessen Folge auch eine IV. Teilung Polens vereinbart wurde.

Nach einem von Angehörigen der schlesischen SS unter dem damaligen SS-Obersturmbannführer Alfred Naujocks fingierten Überfall auf den Reichssender Gleiwitz durch „polnische Aggressoren“ (31. Aug. 1939, 16:00 Uhr) überschritt die Deutsche Wehrmacht am 1. Sept. 1939 die deutsch-polnischen Grenzen. Zeitgleich fielen in Danzig bewaffnete SS-Verbände in die Stadt ein, die sich zuvor auf, in Danzig vor Anker liegenden, Schiffen versteckt gehalten hatten. In Danzig vereinigten sich diese Sonderkommandos mit der SS-Heimwehr Danzig. Bis Ende Sept. war Polen okkupiert und zwischen der UdSSR und dem Reich aufgeteilt.

Ausbruch des II. Weltkrieges, deutsche „Blitzsiege“

Am 3. Sept. 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien dem Großdeutschen Reich den Krieg, nachdem dieses ohne offizielle Kriegserklärung in den Nachbarstaat eingefallen war.

In den ersten Kriegsjahren war der II. Weltkrieg von den „Blitzsiegen“ der Deutschen Wehrmacht geprägt. Diese galt damals als modernste Armee der Welt und faktisch als unbesiegbar. Polen, die Beneluxstaaten und Frankreich waren binnen kürzester Zeit vom Reich unterworfen worden.

Erste Kriegsverbrechen

Bereits beim Deutsch-Polnischen Kriege kam es am 19. Sept. 1939 zu einem Kriegsverbrechen eines einzelnen SS-Mannes namens Ernst, der zusammen mit einem Militärpolizisten etwa 50 Juden in eine Synagoge trieb und dort erschoss. Ein Kriegsgericht der Wehrmacht sprach diesen SS-Mann, der einem Artillerie-Regiment angehörte, zum jedoch frei, obgleich der Militärstaatsanwalt die Todesstrafe forderte. In der Urteilsbegründung argumentierte, dass der SS-Soldat in einem Zustand der Erregtheit befunden habe, die durch die „vielen Grausamkeiten der Polen den Volksdeutschen gegenüber“ begründet sei. Zudem sei er als SS-Mann „auf den Anblick von Juden und deren feindliche Haltung gegen die Deutschen“ gegenüber „besonders empfindlich“, und so habe er aus „jugendlichen Enthusiasmus“ gehandelt[1].

An der Westfront kam es zum ersten Kriegsverbrechen an etwa 100 britischen Soldaten, die sich bereits ergeben hatten und dennoch durch Soldaten des 2. Regimentes der SS-Totenkopf-Division ermordet wurden. (→ Massaker von Le Paradis)

Aber auch die SS-Leibstandarte Adolf Hitler beging taggleich wie die SS-Totenkopf-Division ein Kriegsverbrechen, bei diesem ebenfalls britische Soldaten die Opfer waren: Beim Dorfe Wormhoudt trieben die SS-Soldaten der Leibstandarte die von ihnen gefangenen Briten in eine Scheune und töteten diese durch Granat-Einwurf und Handfeuerwaffen. Die LSSAH verteidigte sich später, dass einer der Gefangenen einen Revolver gehabt und damit das Feuer auf die Leibstandarte eröffnet habe. Doch einen Beweis hierfür blieb sie schuldig[1].

Sowjetische Westexpansion

Derweil das Reich Mitteleuropa unter seine Kontrolle brachte, stand die UdSSR seit dem Winter 1939/40 mit Finnland im Kriege. Aufgrund der zwischen Hitler und Stalin vereinbarten staatlichen Neuordnung Europas annektierte sie zwischen 1939 und 1940 alle Gebiete die sich östlich der deutsch-sowjetischen Demarkationslinie befanden: Ostpolen (September 1939) und das Baltikum (Juni 1940). Etwas später kamen noch Bessarabien und die Bukowina hinzu.

Italienische Expansion

Das mit dem Reich verbündete Königreich Italien, seit 1922 faschistisch regiert, führte einen „Parallelkrieg“ im Mittelmeerraum. Es annektierte 1939 das Königreich Albanien, unterwarf Libyen und versuchte, seinen Einfluss auf den Balkan auszudehnen. Italiens Duce, Benito Mussolini, gedachte, alle Gebiete zu unterwerfen, die einst zum antiken Römischen Reich gehört hatten. Der italienische Versuch, Jugoslawien und Griechenland zu unterwerfen misslang jedoch, und nun musste das Reich seinem italienischen Verbündeten im April 1940 militärisch zu Hilfe kommen.

Überfall auf die Sowjetunion

Adolf Hitler kündigte den erst im Aug. 1939 geschlossenen Hitler-Stalin-Pakt bereits am 22. Juni 1941 auf, als der den Fall Barbarossa für aktiv erklärte. Wie bereits beim Deutsch-Polnischen Krieg des Jahres 1939 überschritten Wehrmacht und bewaffnete SS-Verbände die deutsch-russische Demarkationslinie. Zuerst schien es, als wollte die deutsche Strategie der „Blitzkriegssiege“ sich fortsetzen, doch bereits bei Leningrad kam der deutsche Vorstoß zum Stillstand: die Stadt hielt tapfer einer 900-tägigen Belagerung stand. Bis Dez. 1941 war die Wehrmacht bis kurz vor Moskau vorgestoßen, als sie vom russischen Winter überrascht wurde. Aus dem bisher dynamisch geführten Bewegungskrieg ward ein Stellungskrieg. Zwar konnte die Wehrmacht 1942 noch bis nach Stalingrad vorrücken, doch es gelang ihr nicht, die Hauptstadt Moskau einzunehmen.

Vernichtung der europäischen Juden

1941/42 wurde vom NS-Regime beschlossen, die „Endlösung der Judenfrage“ durchzuführen. Als deren Vollstreckungsorte wurden vom ihm die im Generalgouvernement errichteten Vernichtungslager vorgesehen, zu denen auch das Konzentrationslager Auschwitz trat. Bereits 1939 waren den deutschen Truppen sogenannte Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD gefolgt, deren Hauptaufgabe die Festsetzung und Ermordung der jüdischen Intelligenz war.

Es zeigte sich, dass sich die bisherige Methode der Massenerschiessung sich negativ auf die Moral der beteiligten Soldaten auswirkte. Nun wurde mit verschiedenen Möglichkeiten experimentiert, Juden sicher und unauffällig ermorden zu können, ohne die Moral der Beteiligten unnötig zu belasten. So wurden beispielsweise Juden mit Gaswagen ermordet, indem man diese in isolierte Lastwagen verlud und mit Abgasen vergiftete.

1942 kristallisierte es sich heraus, dass die besten Ergebnisse mit einem Ungeziefervernichtungsmittel namens Zyklon B zu erzielen waren und so begann man, die Juden ab 1942/43 im industriellen Rahmen mittels dieses Gases zu ermorden. Das Groß der Juden ward im Auschwitz-Komplex ermordet.

Kriegsverbrechen an der Ostfront

Auch im Deutsch-Sowjetischen Krieg folgten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD den offiziellen Heeresverbänden. Ihre Aufgabe: die Ermordung kommunistischer Kommissare und der jüdischen Intelligenz. (→ Kommissarbefehl)

Doch im Laufe des Krieges radikalisierte sich auch die Wehrmacht und so kam es auch in ihren Reihen zu zahlreichen Kriegsverbrechen, die aufgrund völkerrechtswidriger Befehle begangen wurden. Hinzu kam, dass Teile der Wehrmacht zu den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD abkommandiert wurden, die hinter den Linien „Säuberungsaktionen“ durchführten, deren Opfer in der Regel die jüdische Bevölkerungsgruppe war.

Stellungskrieg im Osten

Nach dem der deutsche Vormarsch rund 80 km vor Moskau stoppte und die Rote Armee begann, Gegenoffensiven zu führen, in deren Folge sich die Wehrmacht zurückziehen musste, musste sich das Oberkommando der Wehrmacht eingestehen, dass nun die „Blitzkriegs-Strategie“ gescheitert war. Es kam nun zu blutigen Kesselschlachten, von denen die Schlacht von Stalingrad (13. Sept. 1942 – 2. Febr. 1943) am bekanntesten war: In Stalingrad ward die 6. Armee, und deren Verbündete, von der Roten Armee eingekesselt und vor allem dort „tobte der Krieg der Ideologien“. Letztendlich ergab sich Generalfeldmarschall Friedrich Paulus, nachdem es der Luftwaffe und der Wehrmacht nicht gelungen war, den Kessel zu sprengen. Etwa 108 000 Soldaten der Achsenmächte gerieten in sowjetische Kriegsgefangenenschaft, doch nur etwa 6000 überlebten diese.

Globale Ausweitung

War der II. Weltkrieg bis 1941 als eine Reihe lokaler Auseinandersetzungen zu werten (Japanisch-Chinesischer Krieg, Deutsch-Polnischer Krieg, Deutsch-Sowjetischer Krieg usw.) änderte sich dieses am 2. Dez. 1941: Das Kaiserreich Japan, mit dem Großdeutschen Reiche verbündet, lag seit 1937 mit der Republik China im Kriege und hatte dort weite Landesteile okkupiert. 1941 begann es, seinen Herrschaftsraum weit nach Südosten auszudehnen und griff Anfang Dez. 1941 den US-amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbor an. Obgleich das Deutsche Reich nicht zur Bündnispflicht verpflichtet war, erklärte Hitler ebenfalls den Vereinigten Staaten den Krieg. Derweil eroberte Japan in Blitzkriegs-Manier Birma, Singapur, Hongkong, die Philippinen, Niederländisch-Indien und Neuguinea.

Deutsche Truppenverbände („Deutsches Afrika-Korps“) unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel stießen in Nordafrika in Richtung Sueskanal vor und andere Verbände der Wehrmacht rückten in die Kaukasus-Region vor. Doch bei Stalingrad endete der deutsche Vorstoß endgültig.

Beim Seekrieg im Atlantik konnten U-Boote der deutschen Kriegsmarine anfänglich große Erfolge bei der Versenkung feindlicher Handelsschiffe verbuchen.

Im März 1941 gaben die USA ihre Haltung des Isolationismus zugunsten des Interventionismus auf: Das „Leih- und Pachtgesetz“ ermächtigte nun den US-Präsidenten, Waren kostenlos zu Verfügung zu stellen. So erhielten mehr als 40 Staaten bis 1945 Waffenhilfe aus den USA, die den Wert von über 40 Milliarden US-$ hatten.

Am 14. August 1941 ward die Atlantik-Charta verkündet, in der eine Nachkriegsordnung beschrieben wurde, wie diese von Theodor Roosevelt (USA) und Winston Churchill (GB) gewünscht ward. Man orientierte sich an das 14-Punkte-Programm des Woodrow Wilson und forderte dort die Beseitigung der „drei Aggressoren“ (Deutsches Reich, Italien und Japan).

Kriegswende

In der Zeit zwischen dem 14. und 26. Jan. 1943 fand die Konferenz von Casablanca statt, in dem die Alliierten beschlossen, von den Achsenmächte die bedingungslose Kapitulation zu fordern und die Idee einer „One World“, einer Welt ohne Einfluss-Sphären und Handelsbeschränkungen. (→ Freihandelszone)

Ab etwa Mitte 1942 änderte sich die militärische Lage an allen Fronten zuungunsten der Achsenmächte, als die Alliierten zu massiven Gegenoffensiven griffen: Die japanische Expansionspolitik kam bei den Midwayinseln zum Stillstand und in der Sowjetunion ward die 6. Armee bei Stalingrad eingekesselt und dort im Winter 1942/43 fast vollständig aufgerieben. Nordafrika musste von den Achselmächten aufgegeben werden und der deutsche U-Boot-Krieg brach zusammen.

Darüber hinaus begannen anglo-amerikanische Luftverbände mit der massiven Bombardierung deutscher Städte, die als Reaktion auf die deutsche Bombardierung Rotterdams und Londons galt.

An der Ostfront übernahm nun die Rote Armee die Offensive und drängte die Achsenmächte in westliche Richtung zurück, wobei die reichsdeutsche Propaganda meist nur von einer „Frontbegradigung“ sprach, wenn sie Rückzug meinte. Die Bombardierung Dresdens am 13./14. Febr. 1945 stellt jedoch ein anglo-amerikanisches Kriegsverbrechen dar, da von diesen Verbänden bewusst die mit ca. 500 000 deutschen Flüchtlingen überfüllte Innenstadt mit Spreng- und Brandbomben überzogen und bei der mindestens 250 000 Menschen ihr Leben verloren; die Ordnungspolizei Dresdens veröffentlichte bereits schon am 22. März 1945, dass bis zu diesem Tage 202 040 Leichen geborgen worden wären[2][3].

Eine von der Stadt Dresden beauftragte Historikerkommission stellte 2010 anhand amtlicher Unterlagen fest, dass die Zahl der Todesopfer lediglich nur zwischen 22 700 und 25 000 Personen betragen habe, und dass damit die vorher vermutete Zahl von 35 000[4] falsch sei[5].

Um die Zerschlagung des Dreimächtepaktes voranzutreiben, fand zwischen dem 28. November und dem 1. Dez. 1943 die Konferenz von Teheran statt, auf der sich Roosevelt, Churchill und Stalin vor allem auf die Zerschlagung des deutschen Staates einigten. Die Westalliierten sicherten Stalin zu, in Westeuropa eine „zweite Front“ zu eröffnen. Im Gegenzug versprach Stalin den USA, nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands gegen Japan in den Krieg einzutreten.

De-facto-Kriegsende

Am 23. Juli 1943 setzte der faschistische Rat Italiens ihren Duce Benito Mussolini ab, nachdem er diesen für die zahlreichen Niederlangen der italienischen Armee verantwortlich gemacht hatte und setzte diesen fest. König Viktor Emanuel der Dritte übernahm nun selbst wieder die Regierungsgewalt im Staate und wurde Oberbefehlshaber der italienischen Streitkräfte. Darüber hinaus löste der die faschistische Staatspartei auf und schloss am 8. Sept. 1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten, nachdem diese auf Sizilien und in Süditalien gelandet waren.

Am 6. Juni 1944 begann mit dem D-Day die alliierten Invasion in Europa, die in Nordwestfrankreich, genauer in der Normandie, ihren Anfang nahm. Binnen kürzester Zeit war die Wehrmacht an allen Fronten zurückgedrängt, nur Norwegen, Dänemark, die Niederlande und einige Gebiete in Österreich und Ungarn konnten von ihr zum De-facto-Ende des Krieges gehalten werden.

Am 27. April 1945 erklärte das im März 1938 ins Reich eingegliederte Österreich seine staatliche Souveränität und begann, sich aus der weiteren deutschen Geschichte auszuscheiden. Dieses fiel um so leichter, da sich die Alliierten bezüglich ihrer Deutschlandpolitik auf das Deutsche Reich in den Grenzen vom 31. Dezember 1937 geeinigt hatten.

Am 30. April 1945 beging Adolf Hitler Selbstmord und sein testamentarisch eingesetzter Nachfolger Karl Dönitz vollzog 7./ 9. Mai 1945 die von den Alliierten geforderte bedingungslose Kapitulation. Doch Dönitz bestand darauf, dass es die Streitkräfte waren, die kapitulierten und nicht der Staat als solches, da er wusste, dass dieses das Ende des Reiches darstellen würde. Doch am 23. Mai 1945 wurde die letzte Reichsregierung von den Alliierten verhaftet und das Reich als solches handlungsunfähig.

Nach der Kapitulation der Wehrmacht standen nur noch die japanischen Streitkräfte mit den Alliierten im Kriegszustand. Anglo-amerikanische Verbände eroberten 1942/45 die meisten von Japan okkupierten Gebiete zurück. Doch erst der Abwurf zweier Atombomben (6. Aug. 1945 auf Hiroshima und am 9. Aug. 1945 auf Nagasaki) bewog die japanische Staatsführung, den USA ihren Willen zur Kapitulation zu bekunden. (→ Atomkrieg)

Am 8. Aug. 1945 kam Stalin seinem Versprechen nach und erklärte Japan im Namen der UdSSR den Krieg. Die Rote Armee überschritt die damaligen sowjetische-japanische Demarkationslinien und fiel in das japanische Protektorat Mandschukuo ein. Am 2. Sept. 1945 erklärte Japan die bedingungslose Kapitulation seiner Streitkräfte und der II. Weltkrieg war de facto beendet.

Folgen

Während des II. Weltkrieges hatten insgesamt 110 Mio. Soldaten unter Waffen gestanden, von denen etwa 25 Mio. fielen. Hinzu kamen noch etwa 27 Mio.  zivile Todesopfer. Bereits vom 4. bis 11. Febr. 1945  fand die Konferenz von Jalta statt, auf der sich die „Großen Drei“ auf die zukünftige Nachkriegsordnung Europas einigten: Polen werde für den an die Sowjetunion 1939 gefallenden Gebietsteile nach Westen verschoben, wodurch das deutsche Reichsgebiet bis auf die Oder-Neiße-Linie zurückgenommen werden müsse. Darüber hinaus sollte das Reichsgebiet okkupiert und in Besatzungszonen eingeteilt werden.

Die Staatschefs der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion einigten sich auch darauf, dass Frankreich der Rang einer Siegermacht zugestanden werden müsse, da sich eine französische Division im Rahmen der britischen Streitkräfte an der Niederschlagung des Deutschen Reiches beteiligt habe. Darüber hinaus verkündeten sie in ihrer „Erklärung über das befreite Europa“, dass alle Völkerdemokratische Einrichtungen nach ihrer Wahl“ schaffen dürften.

Doch das Zweckbündnis der Anti-Hitler-Koalition zerfiel rasch, als die einstigen Verbündeten begannen, in Europa unterschiedliche Gesellschaftssysteme zu etablieren. Als letzte gemeinsame Aktion der vier Mächte ist das Potsdamer Abkommen vom 2. Aug. 1945 anzusehen, indem die deutschen Ostgebiete vom übrigen Reichsgebiet abgetrennt und mit Ausnahme des Königsberger Gebietes einer polnischen Zivilverwaltung unterstellt wurden. Ferner wurden dort die einzelnen Besatzungszonen festgelegt und die „Aussiedlung der Deutschen aus Polen und Osteuropa“ beschlossen: Insgesamt wurden rund 16 Mio.  Deutsche aus ihren Heimatländern vertrieben, von denen etwa 2,5 Mio. auf Flucht und Vertreibung starben.

Derweil die schlossen die Siegermächte 1946/47 in Paris mit den meisten europäischen Verbündeten des Deutschen Reiches Friedensverträge ab, doch eine allumfassende Friedensregelung blieb aus. 1951 schloss Japan in San Francisco einen Friedensvertrag mit den USA, dem die UdSSR jedoch nicht beitrat und 1955 erfolgte ein Staatsvertrag mit Österreich, mit dem dieses sich zur ewigen Neutralität verpflichtete.

Diverse Friedensvorschläge für das Deutsche Reich wurden 1946/59 mehrmals von der Sowjetunion und den Westalliierten vorgelegt, aber nicht umgesetzt. Dieses war eine Folge des nun ausgebrochenen Kalten Krieges. Allen Entwürfen gemeinsam war jedoch, dass diese vom Gebietsstand der späteren deutschen Teilstaaten ausgingen und somit die Oder-Neiße-Gebiete nicht mehr mit einbezogen. (→ Byrnes-Plan, Eden-Pläne, Sowjetische Friedensvorschläge)

Im Febr. 1947 lösten die Alliierten den Freistaat Preußen völkerrechtswidrig auf, nachdem sie dort bereits 1945/46 neue Verwaltungseinheiten etabliert hatte, aus denen später „deutsche Länder“ hervorgehen sollten. Sie begannen zudem, auf deutschem Staatsgebiet zwei unterschiedliche Gesellschaftssysteme zu errichten, dass in den Westzonen parlamentarisch-demokratisch (kapitalistisch) und in der SBZ volksdemokratisch (sozialistisch) war.

Die Elbe-Werra-Linie bildete sich bis zum 13. Aug. 1961 zum „Eisernen Vorhang“ aus: westlich davon lag das Gebiet der NATO und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, östlich davon das Warschauer Vertragsgebiet und des Territorium des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe. Derweil die USA und die UdSSR im Zuge der atomaren Aufrüstung zu Weltmächten aufstiegen, verloren Frankreich und Großbritannien an Einfluss, da ihre Kolonialreiche aufgelöst wurden und aus ihnen neue Nationalstaaten hervorgingen.

Siehe auch

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Christopher Ailsby: Die Geschichte der Waffen-SS, Kapitel „Folgen einer Ideologie“, S. 211.
  2. Günter Ackermann: Geschichtsfälscher am Werk: Die wundersame Verminderung der Anzahl der Opfer – Angloamerikanische Terrorbomben auf Dresden 1945, Kommunisten online, Ausgabe 30. Jan. 2010, abgerufen am 3. Juni 2015.
  3. . Über die Höhe der Todesopfer Dresdens existieren heute unterschiedliche Angaben, deren Anzahl zwischen 18 000 und 500 000 schwankt. Dabei muss beachtet werden, dass die Alliierten eine bewusst hohe, die NS-Führung eine ebenso bewusst niedrige Opferzahl haben wollten. Real scheint es, dass in der Tat zwischen 200–250 000 Menschen den alliierten Brandbomben zum Opfer gefallen sind, wie es aus einem amtlichen Zeitdokument ersichtlich ward. Verschiedentlich wird auch die Meinung vertreten, dass das Internationale Rote Kreuz seinerzeit wohl von etwa 275 000 Todesopfer ausgegangen sei, derweil der stellvertretende Vorsitzende des DDR-Ministerrates, Hans Loch, etwa 300 000 ums Leben gekommene Dresdner beklagte. Quellen: www.gegenfrage.com: Bomben auf Dresden – das vergessene Massaker, abgerufen am 5. Juni 2015, www.welt.de: Eine Null anhängen – Wie viele Menschen starben 1945 im Feuersturm von Dresden, abgerufen am 5. Juni 2015.
  4. „Nach amtl. Schätzungen kamen 35 000 Menschen ums Leben. Zwar dürfte die tatsächl. Opferzahl höher liegen, die sechsstelligen Angaben jedoch, die bald verbreitet wurden, entbehren der Grundlage.“ Quelle: Das große Lexikon des Dritten Reiches, Artikel „Dresden“, S. 134.
  5. Neue Züricher Zeitung: Statistik des Todes, Online-Ausgabe vom 15. April 2010, abgerufen am 2. Juni 2015.


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